He Dreiht: Neuer Windpark in der Nordsee hat Investoren gefunden
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He Dreiht: Neuer Windpark in der Nordsee hat Investoren gefunden

Author

Louisa Hellmann

He Dreiht, niederdeutsch für „Er dreht“ – so soll der neue Windpark in der Nordsee heißen. Das Großprojekt des Energiekonzerns EnBW hat nun endlich starke Investoren gefunden: Mit jeweils 16.6% beteiligen sich der Staatsfonds der norwegischen Notenbank, die Münchener Versicherungsgesellschaft Allianz und der dänische Infrastruktur-Investmentmanager AIP an dem Vorhaben, das insgesamt eine Investitionssumme von rund 2.4€ Milliarden verzeichnet. Zusätzlich hat die EnBW zur Finanzierung einen langfristigen Kredit in Höhe von 600€ Millionen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) aufgenommen. Am vergangenen Mittwoch wurde die finale Investitionsentscheidung getroffen und liefert so nun den Startschuss, um mit dem Bau der Anlage zu beginnen, die EnBW-Chef Andreas Schell als „wichtige[n] Meilenstein zur Beschleunigung der Energiewende“ bezeichnet.

Keine staatliche Förderung

Da es sich bei He Dreiht um einen der ersten förderfreien Windparks handelt, wird er keine Einspeisevergütung aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Stattdessen kommen hier sogenannte PPAs, Power Purchase Agreements, zum Einsatz. Dies sind Strom-Abnahmevereinbarungen, die zwischen dem Energieerzeuger und Abnehmern aus der Industrie getroffen werden. Durch diese Corporate PPAs kann der Energieerzeuger mit kalkulierbaren Einnahmen rechnen und die Abnehmer wiederum sichern sich durch die Energielieferungen aus erneuerbaren Quellen gegen Marktpreisentwicklungen ab. Bisher hat die EnBW mehrere PPAs mit großen Konzernen wie Fraport, Evonik, Salzgitter und Bosch ausgehandelt. Mit weiteren Unternehmen laufen bereits Gespräche, so der Energieversorger.

Eines der größten Energiewende-Projekte Europas

Mit einer Gesamtleistung von 960 Megawatt zählt He Dreiht zu den größten Energiewende-Projekten Europas und ist der bislang größte Offshore-Windpark der EnBW. Umgerechnet 1.1 Millionen Haushalte sollen durch ihn in Zukunft mit grünem Strom versorgt werden. Die zugehörigen 64 Windräder werden in der Nordsee etwa 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und rund 110 Kilometer westlich von Helgoland errichtet, in der Nähe der schon bestehenden Windparks Hohe See und Albatros. Dieser Standort ist von Vorteil, denn in der nahegelegenen Küstenstadt Emden existiert bereits ein Service-Hub des deutsch-niederländischen Netzbetreibers TenneT. Dieser wird die Anbindung ans Stromnetz gewährleisten, die über zwei Hochspannungs-Gleichstrom-Exportkabel, 120 Kilometer unter Wasser und 110 Kilometer an Land, erfolgen soll. Zudem sollen 64 Vestas-Turbinen der neusten Generation installiert werden, die mit einer Nennleistung von 15 Megawatt zu den leistungsstärksten derzeit in Betrieb befindlichen Turbinen gehören. Die Inbetriebnahme von He Dreiht ist für Ende 2025 geplant. Die technische und kaufmännische Betriebsführung sowie die Wartung wird dann die EnBW übernehmen.

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Louisa Hellmann

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