Die wichtigsten Punkte
Samsung Electronics erwartet für das dritte Quartal 2025 den höchsten Gewinn seit drei Jahren. Laut vorläufigen Zahlen soll der operative Gewinn auf 12.1 Billionen Won steigen – 31.8 Prozent mehr als im Vorjahr – bei einem Umsatz von 86 Billionen Won. Der Anstieg wird vor allem durch die starke Nachfrage nach KI-Speicherchips angetrieben, insbesondere nach HBM-Produkten, für die Samsung Aufträge von AMD erhielt und eine Validierung durch Nvidia erlangte. Die endgültigen Ergebnisse will das Unternehmen am 30. Oktober veröffentlichen.
Das Comeback der Chipmacht
Samsung Electronics erwartet im dritten Quartal 2025 ein beeindruckendes Comeback. Nach mehreren verhaltenen Jahren und einem Einbruch im Halbleitermarkt rechnet der südkoreanische Technologieriese mit dem höchsten operativen Gewinn seit 2022. Laut den heute veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen wird der operative Gewinn voraussichtlich auf 12.1 Billionen Won (etwa 9 Milliarden US-Dollar) steigen – ein Plus von 31.8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und mehr als doppelt so viel wie im zweiten Quartal.
Auch der Umsatz soll mit 86 Billionen Won (etwa 63.7 Milliarden US-Dollar) ein neues Rekordhoch erreichen, 8.7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und rund 15 Prozent mehr als im Vorquartal. Damit würde Samsung die Schätzungen der Analysten deutlich übertreffen, die zuletzt von etwa 10 Billionen Won Gewinn ausgegangen waren. Die Prognose markiert nicht nur das Ende einer längeren Flaute im Chipgeschäft, sondern unterstreicht auch die Rückkehr des Konzerns als zentraler Taktgeber der globalen Technologieindustrie.
KI als Wachstumstreiber: Samsungs Halbleiter laufen heiß
Der entscheidende Faktor für den erwarteten Aufschwung liegt im Chipgeschäft, genauer gesagt in der Halbleitersparte Device Solutions, die Analysten zufolge über fünf Billionen Won zum prognostizierten Quartalsergebnis beitragen dürfte – rund das Zehnfache des vorherigen Quartals. Die Gründe liegen in der explosionsartig gestiegenen Nachfrage nach Hochleistungs-Speichern, sogenannten High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM), die für den Betrieb von KI-Systemen wie ChatGPT oder großen Rechenzentren unverzichtbar sind.
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Samsung konnte dabei mehrere wichtige Erfolge erzielen: Im Juni erhielt das Unternehmen einen Großauftrag von AMD zur Lieferung seiner neuen 288-GB-HBM3E-Chips für die MI350-Accelerator-Serie. Zudem wurde bekannt, dass Samsung seine fünfte Generation von HBM3E-Chips von Nvidia validiert bekam – ein technologischer Durchbruch, der zuvor als entscheidende Hürde galt. Diese Fortschritte stärken Samsungs Position gegenüber Hauptkonkurrent SK Hynix, der bislang als führender Lieferant für Nvidia galt. Unterstützt wird die Branche zusätzlich durch die Vereinbarung beider südkoreanischer Chipgiganten mit OpenAI, künftig HBM-Speicher für das gigantische Stargate-Projekt zu liefern – ein 500-Milliarden-Dollar-Vorhaben, das den Aufbau globaler KI-Datenzentren bis 2029 vorsieht.
Neue Stärke, alte Risiken
Mit diesen Entwicklungen ist Samsung auf einem Kurs, der über die kurzfristige Prognose hinausreicht. Experten rechnen damit, dass sich die Gewinne im kommenden Jahr weiter stabilisieren, insbesondere durch anhaltend hohe Speicherpreise. Auch staatliche Unterstützung stärkt die Perspektive: Die südkoreanische Regierung kündigte ein 23-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die heimische Chipindustrie an, um die Abhängigkeit von den USA und China zu verringern.
Dennoch bleibt der Wettbewerb hart. Während das Halbleitergeschäft glänzt, steht Samsungs Elektroniksparte – etwa bei Fernsehern und Haushaltsgeräten – unter Druck, nicht zuletzt durch steigende Logistikkosten und aggressive Konkurrenz aus China. Trotz dieser Herausforderungen deutet vieles darauf hin, dass Samsung 2025 einen entscheidenden Wendepunkt erreicht hat – vom Getriebenen des Chipmarkts zum strategischen Vorreiter einer neuen Ära künstlicher Intelligenz.




