Goldpreis steigt nach Eskalation zwischen Indien und Pakistan
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Goldpreis steigt nach Eskalation zwischen Indien und Pakistan

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Carlo Schmid

Der Goldpreis hat am Dienstag ein Zwei-Wochen-Hoch erreicht, nachdem sich die geopolitischen Spannungen zwischen Indien und Pakistan dramatisch verschärft haben. An den internationalen Märkten notierte Gold zeitweise bei rund 3400 US-Dollar pro Feinunze und machte damit einen Gutteil seiner jüngsten Korrektur wieder wett.

Zuvor hatte Indien mehrere Luftangriffe auf das Nachbarland Pakistan geflogen. Laut der indischen Regierung wurde dabei terroristische Infrastruktur zerstört, Pakistan spricht von zivilen Einrichtungen. Seit Jahrzehnten schwelt der Grenzkonflikt zwischen beiden Ländern in der Kaschmir-Region. Für die jüngste Eskalation sorgte ein Anschlag auf indische Touristen in Pakistan.


Indien greift Pakistan an


Die indischen Luftangriffe auf Pakistan haben für weltweite Bestürzung gesorgt. Der UNO-Generalsekretär António Guterres zeigte sich “sehr besorgt” und sagte in einem Statement: “Die Welt kann sich eine militärische Konfrontation zwischen Indien und Pakistan nicht leisten”. Auch an den Finanzmärkten war die Verunsicherung nach der Eskalation zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan zu spüren, der Goldpreis stieg nach seiner jüngsten Korrektur auf ein Zwei-Wochen-Hoch.


Der Goldpreis hat nach dem Allzeithoch bei rund 3500 US-Dollar pro Unze deutlich korrigiert, stieg in den vergangenen Stunden aber wieder deutlich.
Auslöser für die Verschärfung war ein Terroranschlag am 22. April in der pakistanischen Grenzstadt Pahalgam, bei dem 26 Menschen, darunter überwiegend hinduistische Touristen, getötet wurden. Indien machte pakistanische Gruppen für den Anschlag verantwortlich und reagierte heute mit der Operation Sindoor, bei der neun mutmaßliche Terrorziele in Pakistan und dem von Pakistan verwalteten Kaschmir angegriffen wurden. Pakistan bezeichnete die Angriffe als “Kriegsakt” und kündigte zunächst Vergeltung an.

Inmitten der Spannungen hat Pakistan jedoch auch diplomatische Signale gesendet. Außenminister Ishaq Dar betonte schon am Mittwochvormittag, dass Pakistan keine Eskalation wünsche und bereit sei, internationale Vermittlungsangebote anzunehmen. Zudem hat Pakistan den Vereinten Nationen mitgeteilt, dass es zu Gesprächen mit Indien bereit sei, um die Spannungen abzubauen.  UN-Generalsekretär Guterres rief beide Länder zur Zurückhaltung auf und warnte vor einer weiteren Eskalation, die schwerwiegende Folgen für die Region haben könnte.


Starker Dollar belastet Gold


Der Kaschmir-Konflikt ist ein territorialer Streit zwischen Indien und Pakistan, der 1947 nach der Unabhängigkeit Britisch-Indiens begann. Das mehrheitlich muslimische Fürstentum Jammu und Kaschmir trat damals Indien bei, was Pakistan nicht akzeptierte. Seitdem haben beide Länder mehrere Kriege geführt und kontrollieren heute jeweils unterschiedliche Teile des Gebiets. Die Region bleibt stark militarisiert, und es kommt regelmäßig zu Gewalt und politischen Spannungen. Die jüngsten Angriffe des indischen Militärs markieren die heftigste Eskalation des Konflikts seit rund 20 Jahren.


Der US-Dollar-Index (DXY) ist in den letzten Wochen deutlich gefallen, hüpfte kürzlich aber wieder etwas aufwärts. Die Korrektur sollte sich mittelfristig fortsetzen.
Traditionell wird Gold in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit als sicherer Hafen gesucht. Der aktuelle Anstieg folgt einem typischen Muster: Investoren flüchten angesichts wachsender Risiken in wertbeständige Anlagen. Ähnliche Effekte konnten bereits während des Russland-Ukraine-Konflikts oder während der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten beobachtet werden.

Trotz des kräftigen Anstiegs am Dienstag setzte beim Goldpreis bereits am heutigen Mittwochmorgen eine leichte Korrektur ein. Mitverantwortlich dafür ist unter anderem die Erholung des US-Dollars sowie eine leichte Rückkehr der Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Zuvor hatten die USA und China angekündigt, Gespräche über eine mögliche Handelseinigung im zusehends eskalierenden Zollkrieg zu führen, der die Märkte in den letzten Wochen kontinuierlich unter Druck gesetzt hatte.


Spannung vor Fed-Zinsentscheid


Ein weiterer entscheidender Faktor für den Goldpreis ist die Zinspolitik der US-Notenbank. Heute Abend steht die mit Spannung erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve an. Die Fed wird voraussichtlich die Leitzinsen unverändert belassen. Noch wichtiger für die Märkte wird jedoch die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell sein, die am heutigen Mittwoch um 20:30 Uhr deutscher Zeit beginnt.


Laut Informationen der Fed erwarten 95.6 Prozent der Marktteilnehmer, dass die Zinsen konstant bleiben. 4.4 Prozent rechnen mit einer Zinssenkung.
Zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen und der Geldpolitik spielt auch die Entwicklung der US-Wirtschaft eine Rolle. Die jüngsten Daten, darunter ein starker Arbeitsmarktbericht und robuste Dienstleistungsaktivitäten, deuten auf eine solide Konjunktur hin. Dennoch könnte die zunehmende Zahl geopolitischer Konflikte, neben Indien-Pakistan auch der Krieg in der Ukraine und Spannungen im Nahen Osten, die makroökonomische Entwicklung überschatten.

Laut unserer Analyse ist beim Goldpreis schon bald mit einer deutlichen Korrektur zu rechnen. Sollte diese Korrektur, wie in unserem Alternativszenario angenommen, bereits begonnen haben, so bleibt der jüngste Anstieg bei einem tieferen Hoch stecken und der Goldpreis dreht schon jetzt wieder nachhaltig nach unten. Im Primärszenario erwarten wir kurzfristig allerdings einen weiteren kurzen Anstieg auf ein neues Allzeithoch, bevor die avisierten langen Abverkäufe einsetzen. Mehr Infos dazu in unserer regelmäßigen Gold-Analyse.

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Carlo Schmid

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