Die wichtigsten Punkte
Die Goldminen-Giganten Newmont, Franco-Nevada und Agnico Eagle meldeten starke Q3-Zahlen, doch die Aktienkurse brachen ein. Newmont übertraf die Erwartungen mit 1.71 Dollar Gewinn pro Aktie. Franco-Nevada glänzte mit Rekordumsätzen und schuldenfreier Bilanz. Agnico Eagle meldete eine Rekordproduktion. Dennoch stürzten die Kurse ab, da explodierende Kosten die Margen auffressen und historisches Missmanagement das Anlegervertrauen zerstört hat. Technische Indikatoren sendeten zudem klare Warnsignale.
Kosten-Tsunami frisst die Gewinne auf
Die explodierenden Betriebskosten sind der unsichtbare Feind, der die Gewinne der Goldminen auffrisst. Während der Goldpreis von Rekord zu Rekord eilt, steigen die All-In Sustaining Costs (AISC) unaufhaltsam. Zwischen 2020 und 2023 kletterten die AISC um fast dreißig Prozent auf durchschnittlich 1.350 Dollar pro Unze. Energiekosten, die zwanzig bis dreißig Prozent der Betriebskosten ausmachen, sind um 35 Prozent gestiegen. Die Margen schmelzen dahin.
Historisches Missmanagement: Milliarden an Wert vernichtet
Das Vertrauen der Anleger in das Management der Goldminen ist nachhaltig zerstört. Historisch gesehen haben die Konzerne in Boom-Phasen Milliarden an Aktionärswert durch katastrophale Übernahmen und Fehlinvestitionen vernichtet. Allein während des Superzyklus von 2003 bis 2012 wurden rund 500 Milliarden Dollar durch schlechte M&A-Entscheidungen verbrannt. Dieses Muster der Kapitalvernichtung hat zu einer tiefen Skepsis geführt. Institutionelle Investoren bleiben zurückhaltend.
Gold-Silber-Ratio: Das letzte Puzzleteil
Das Gold-Silber-Verhältnis liefert den letzten Beweis für die bevorstehende Korrektur. Historisch gesehen enden säkulare Bullenmärkte bei den Edelmetallen, wenn das Verhältnis in Richtung 15:1 fällt. Aktuell liegt das Verhältnis jedoch bei über 80:1. Das bedeutet, dass Gold im Vergleich zu Silber extrem stark ist. Der Bullenmarkt wäre (wenn man das nach diesem Kriterium beurteilt) nicht in seiner Endphase. Für die Minen-Aktien wiegt das schwerer als der hohe Goldpreis.
FAQ
Warum fallen Goldminen-Aktien trotz hohem Goldpreis?
Die Aktien fallen, weil explodierende Kosten für Energie, Personal und Umweltauflagen die Gewinnmargen auffressen. Zudem hat das Management der Minenkonzerne in der Vergangenheit durch schlechte Investitionsentscheidungen massiv an Vertrauen bei den Anlegern verloren.
Sind Goldminen eine gute Investition?
Goldminen können in bestimmten Marktphasen hohe Renditen bringen, sind aber - so wie alle Investmentmöglichkeiten - mit erheblichen Risiken verbunden. Neben den operativen Kosten und dem Management-Risiko sind sie stark von der Entwicklung des Goldpreises abhängig. Die aktuelle Unterperformance zeigt die Komplexität. In unserem Minen-Paket analysieren wir insgesamt 22 Einzelwerte und ETFs aus den Bereichen Gold, Silber, Kupfer und Bitcoin-Mining und geben Ihnen täglich Zugang zu allen Tradingbereichen, Zielzonen und professionellem Portfoliomanagement. Mehr dazu hier.
Welche Goldminen-Aktien sind am stärksten gefallen?
Im Zuge der jüngsten Korrektur am 21. Oktober 2025 gehörten Newmont (-9.1%), Agnico Eagle (-8.7%) und Franco-Nevada (-5.1%) zu den größten Verlierern. Andere Unternehmen wie Kinross Gold und Alamos Gold verzeichneten sogar zweistellige Verluste.





