Gold auf Allzeithoch: Droht bald der große Crash?
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Gold auf Allzeithoch: Droht bald der große Crash?

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

Gold steht kurz vor der 4000-Dollar-Marke, doch Experten wie Paul Ciana von der Bank of America warnen vor einer möglichen Korrektur. Die Rally sei zunehmend spekulativ getrieben, technische Indikatoren zeigten Überhitzung. Historisch folgten auf ähnliche Phasen deutliche Rückgänge. Während manche Analysten weiteres Potenzial sehen, etwa wegen niedriger Zinsen und hoher Inflationsraten, mahnt Ciana zur Vorsicht: Der Markt sei reif für eine Konsolidierung, erste Unterstützungen liegen bei 3790 und 3525 US-Dollar. Der Glanz des Goldes könnte also bald Risse bekommen.

Gold auf Rekordkurs – und auf dünnem Eis

Gold glänzt heller denn je. In den vergangenen Monaten hat der Preis für das Edelmetall eine beispiellose Rally hingelegt und kratzt nun an der 4000-Dollar-Marke pro Unze – ein historischer Höchststand. Getrieben wird dieser Anstieg von Unsicherheit in Wirtschaft und Politik: Zentralbanken horten Gold als Absicherung, während Anleger inmitten geopolitischer Spannungen und Konjunktursorgen Zuflucht im vermeintlich sicheren Hafen suchen.


Doch gerade diese Dynamik macht Experten zunehmend nervös. Bank of America-Analyst Paul Ciana warnt in einer aktuellen Marktanalyse: Das Risiko einer Korrektur sei erhöht. Die Rally werde immer stärker von Spekulation statt Fundamentaldaten getragen. Überkaufte technische Indikatoren, überhitzte Kursmuster und eine extreme Entfernung vom 200-Tage-Durchschnitt deuten darauf hin, dass das Momentum bald nachlassen könnte – und eine Korrektur bevorsteht.

Parallelen zu früheren Goldzyklen

Ein Blick in die Geschichte offenbart ein wiederkehrendes Muster: Starke Aufschwünge beim Goldpreis endeten häufig in deutlichen Rücksetzern. Ciana verweist auf frühere Hochphasen – etwa 2006, 2008, 2011 und 2020 –, in denen Gold ebenfalls rund 20 bis 25 Prozent über seinem langfristigen Durchschnitt notierte, bevor es zu Abverkäufen kam. Auch diesmal ähnele das Muster einer Zwischenkorrektur wie in den Zyklen der 1970er und 2000er Jahre. Nach Tiefständen 2015 stieg Gold zunächst um 85 Prozent bis 2020, fiel dann um 15 Prozent und legte seither weitere 130 Prozent zu.

Diese Entwicklung zeugt von einer fortgeschrittenen Marktphase, die zwar weiteres Aufwärtspotenzial birgt, zugleich aber die Verletzlichkeit des Booms betont. Denn je steiler der Anstieg, desto empfindlicher reagieren Märkte auf kleinste Störungen – etwa überraschende geldpolitische Wendungen oder geopolitische Entspannungen, die den Safe-Haven-Effekt abschwächen könnten.

Zwischen Euphorie und Ernüchterung

Innerhalb der Bank of America ist man sich keineswegs einig, ob das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Während Ciana zur Vorsicht mahnt, bleibt die Rohstoffabteilung um Michael Widmer optimistischer. Sie argumentiert, dass Gold in Phasen moderater Inflation und lockerer Geldpolitik historisch nie gefallen sei – ein Szenario, das aktuell erfüllt ist. Zudem sei der Marktwert des globalen Goldsektors zwar auf über 550 Milliarden Dollar angewachsen, gemessen am weltweiten Aktienmarkt aber weiterhin vergleichsweise gering. Das deute auf Spielraum nach oben hin.

Dennoch: Gold hat sein Jahresziel von 4000 US-Dollar, das BofA ursprünglich erst für 2026 erwartet hatte, bereits fast erreicht. Die Frage lautet also weniger, ob eine Korrektur kommt, sondern wann. Ciana sieht erste Unterstützungszonen bei 3790 und 3525 Dollar – Vorsicht für Anleger, die den Glanz des Goldes mit der Schärfe des Risikos abwägen müssten.

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Esma Sakalli

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