Die wichtigsten Punkte
Der chinesische E-Auto-Hersteller BYD verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen Gewinneinbruch um 33 Prozent auf 7.8 Milliarden Yuan (950 Millionen Euro) bei einem Umsatzrückgang von drei Prozent. Wegen des Preiskampfs in China verlor BYD seine Marktführerschaft an SAIC, steigerte jedoch die Verkäufe in Europa um 270 Prozent und startet bald die Produktion in Ungarn – ein klarer Fokus auf internationales Wachstum trotz Gegenwind im Heimatmarkt.
Gewinneinbruch bei BYD – Chinas E-Auto-Gigant unter Druck
Der chinesische Elektroautobauer BYD hat im dritten Quartal 2025 einen deutlichen Rückgang seiner Gewinne gemeldet und damit die Folgen des verschärften Wettbewerbs auf dem heimischen Markt offenbart. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von rund 195 Milliarden Yuan (23.6 Milliarden Euro) – ein Minus von gut drei Prozent im Jahresvergleich.
Der Gewinn sank um 33 Prozent auf 7.8 Milliarden Yuan (etwa 950 Millionen Euro). Damit verliert BYD nach einer Phase rasanter Expansion erstmals spürbar an Dynamik. Der Absatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden ging um knapp zwei Prozent auf 1.5 Millionen Fahrzeuge zurück. Während Konkurrenten wie Geely und Changan Automobile weiter wuchsen, hat BYD laut Daten des chinesischen Automobilverbands CAAM im September erstmals seit Jahren seine Marktführerschaft an SAIC, den südchinesischen Partner von Volkswagen, abgegeben.
Preiskampf in China – Wachstum mit Risiko
Hersteller überbieten sich auf dem chinesischen Markt mit Rabatten, um Käufer in den stark wachsenden, aber preissensitiven Segmenten zu gewinnen. In China sind Elektroautos vor allem in niedrigeren Preisklassen gefragt, was den Margendruck verschärft. BYD, das 2023 noch den Volkswagen-Konzern als E-Auto-Marktführer in China abgelöst hatte, spürt nun die Grenzen dieser Strategie.
Analysten führen den verlangsamten Absatz auch auf bewusste Bestandsreduktionen bei Händlern zurück, um Raum für neue Modelle zu schaffen. Trotz der schwächeren Zahlen bleibt BYD der größte E-Auto-Produzent der Welt und übertraf im vergangenen Jahr erstmals den Umsatz von Tesla. Die Quartalszahlen zeigen jedoch, dass selbst Branchenführer in einem gesättigten und hart umkämpften Markt an Widerstand stoßen können – insbesondere, wenn Margen zugunsten von Volumen geopfert werden.
Wachstum außerhalb Chinas – Europa wird zum Hoffnungsträger
Während das China-Geschäft stagniert, entwickelt sich das Auslandsgeschäft zunehmend zur Stütze. In Europa stiegen die Verkäufe im ersten Halbjahr 2025 um 250 Prozent, im September sogar um über 270 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkaufte BYD in der EU 13 000 Fahrzeuge – noch auf niedrigem Niveau, aber mit dynamischem Wachstum.
Auch in Lateinamerika verzeichnete der Konzern deutliche Zuwächse. Zudem steht der Start der europäischen Produktion unmittelbar bevor: In Ungarn soll noch im Winter die Fertigung anlaufen, um Transportkosten zu senken und Importzölle zu vermeiden. Parallel wächst das Interesse europäischer Verbraucher an chinesischen Marken.
Laut einer Umfrage des Automarktplatzes Carwow können sich bereits 42 Prozent der Deutschen vorstellen, ein chinesisches Auto zu kaufen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 36 Prozent vor zwei Jahren. Damit zeigt sich: Trotz Gewinneinbruch bleibt BYD ein zentraler Akteur im globalen Wandel zur Elektromobilität.





