Die wichtigsten Zahlen im Überblick:
Umsatz Q2 2025: 8.3 Milliarden Euro (↓ 12.9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal)
Operativer Gewinn Q2 2025 (Automobilsparte): 154 Millionen Euro (↓ 91 Prozent gegenüber ca. 1.7 Milliarden Euro im Vorjahr)
Umsatz H1 2025: 18.16 Milliarden Euro (↓.6.7 Prozent gegenüber H1 2024)
Operatives Konzernergebnis H1 2025: 1.01 Milliarden Euro (↓ rund 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr)
Operativer Gewinn bricht um 91 Prozent ein
Der Sportwagenhersteller Porsche hat im zweiten Quartal 2025 einen beispiellosen Gewinneinbruch erlitten. Nach Unternehmensangaben sank der operative Gewinn im Kerngeschäft (Automobilsparte) auf nur noch 154 Millionen Euro, fast 91 Prozent weniger als die rund 1.7 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Auch der Umsatz gab deutlich nach: Mit 8.3 Milliarden Euro lag er rund 12.9 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Damit blieb Porsche, sonst eine Ertragsperle im Volkswagen-Konzern, hinter anderen Marken zurück – die VW-Kernmarke etwa erwirtschaftete zeitgleich 991 Millionen Euro operativen Gewinn und übertraf damit erstmals das Ergebnis von Porsche deutlich. Diese Entwicklungen sind Teil einer größeren Herausforderung, die den gesamten Volkswagen-Konzern betrifft, zu dem Porsche gehört.
Globale Gegenwinde: China-Krise und US-Zolllast
Ein wesentlicher Faktor für den Gewinneinbruch ist die anhaltende Nachfrageschwäche in China, Porsches wichtigstem Einzelmarkt. Im Premium- und Luxussegment des chinesischen Automarktes sind die Verkaufszahlen zuletzt stark zurückgegangen. Branchenbeobachter führen dies unter anderem auf die hartnäckige Immobilienkrise und eine allgemeine Konjunkturabkühlung in China zurück, die auch wohlhabende Kunden vorsichtig werden lässt.
Parallel dazu belasten Handelskonflikte und Zölle das Geschäft. Seit diesem Jahr gelten für aus Europa importierte Fahrzeuge in die USA deutlich höhere Zollsätze. Im Rahmen eines neuen Zollabkommens zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung wurde ein pauschaler Einfuhrzoll von 15 Prozent auf EU-Autos festgesetzt – ein drastischer Anstieg gegenüber früheren Bedingungen. Porsche ist hiervon besonders betroffen, da der Sportwagenbauer keine eigene Produktion in den USA betreibt und alle Fahrzeuge für den amerikanischen Markt aus Europa exportiert.
Herausforderungen und strategische Anpassungen
Die schwachen Quartalszahlen spiegeln sich folgerichtig in der Halbjahresbilanz 2025 wider. In den ersten sechs Monaten erzielte Porsche einen Konzernumsatz von 18.16 Milliarden Euro, ein Rückgang um etwa 6.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher sank das operative Konzernergebnis: Mit 1.01 Milliarden Euro lag der Gewinn nach sechs Monaten um zwei Drittel niedriger als im ersten Halbjahr 2024.
Um die Profitabilität und Widerstandsfähigkeit zu verbessern, plant Porsche in der zweiten Jahreshälfte Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über die Ausweitung der strategischen Neuausrichtungsmaßnahmen. Positive Impulse wurden durch Individualisierungsangebote und den erwarteten Hochlauf der Batterieproduktion bei der V4Smart GmbH verzeichnet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die finanzielle Stabilität des Unternehmens langfristig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Prognoseanpassungen und zukünftige Aussichten
Nach einer Einigung zwischen der EU und den USA über Einfuhrzölle hat Porsche seine Prognose für 2025 nun angepasst. Ab dem 1. August werden Zölle erwartet, die in die aktualisierte Umsatzprognose von 37 bis 38 Milliarden Euro und eine operative Umsatzrendite von 5 bis 7 Prozent einfließen. Zudem werden Sondereffekte im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung auf etwa 1.3 Milliarden Euro geschätzt.
In einem zukunftsweisenden Schritt plant Porsche, die Verhandlungen über ein zweites Maßnahmenpaket mit den Arbeitnehmervertretern fortzusetzen. Diese Gespräche sollen die Grundlage für weitere strategische Anpassungen schaffen, um den Herausforderungen der globalen Märkte besser begegnen zu können.



