Frauenquote in Vorständen
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Frauenquote in Vorständen

Author

Emre Şentürk

Sie haben ein börsennotiertes Unternehmen? Ihr Unternehmen hat mehr als drei Vorstandsmitglieder? Dann ist eines davon sicher eine Frau. Das leitete die Bundesregierung mit einem Gesetzesentwurf ausgerechnet am Tag der Heiligen Drei Könige im Jahr 2021 in die Wege – wie passend. Da noch im Juni desselben Jahres auch der Bundestag diesem Gesetz zustimmte, bewegte sich Deutschland in diesem Bereich in die vordersten Reihen und setzte ein weiteres klares Zeichen: Die Zeiten des Patriarchats sind gezählt. Neben dem zuvor bereits vorgeschriebenen 30%igen Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten deutscher börsennotierter Unternehmen war es nur der nächste konsequente Schritt, auch Regelungen für Vorstände zu schaffen.

Was bedeutet das aber? Neo-liberalen Staatsgegnern wird zwar diese Maßnahme nicht gefallen, umso mehr aber denen, die auch werteorientiert auf die Märkte blicken. Positioniert man diese Maßnahme im größeren Bild der Kapitalmarktentwicklung der letzten Jahre, so wird man sehen, dass diese Frauenquote in eine ganze Reihe von Maßnahmen fällt, welche die börsennotierten Unternehmen salonfähig machen. Diese Unternehmen unterliegen immer mehr Auflagen der guten Unternehmensführung (Corporate Governance). Hierunter fallen verbesserte Aktionärsrechte (siehe Deutscher Corporate Governance Kodex oder die Aktionärsrichtlinie II), strengere Regelung der Vorstandvergütung und erhöhter Fokus auf ESG-Themen (Environment, Social, Governance). Die neue Frauenquote fällt unter das „S“ von ESG und fördert somit die Chancengleichheit.

All diese Entwicklungen sind den Unternehmen oftmals ein Dorn im Auge, jedoch sind diese Maßnahmen nötig, um die Gesamtwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. In der heutigen Zeit ist das globale Wirtschaftsvolumen so drastisch hoch, dass die Gesellschaft langfristig kollabieren würde, wenn man weiterhin mit der ungebändigten Rücksichtslosigkeit der 90er Jahre agieren würde. Es ist schön zu sehen, dass Deutschland mit diesem Gesetz als normative Kraft ein klares Gegenzeichen zu dieser überholten Mentalität gesetzt hat.

Neben diesen normativen Argumenten für eine Frauenquote und Regelungen zu anderen immateriellen Aspekten der Wirtschaft, gibt es auch etwas für die Milton-Friedman-Anhänger: Unternehmen, die nachhaltig geführt werden und sich ihrer sozialen Verantwortungen stellen, schlagen durch alle Märkte hinweg die weniger rücksichtsvollen Wettbewerber. Die Renditen sind höher, die Volatilität ist geringer und die gesellschaftliche Last ist auch reduziert. Konkret kann man sehen, dass einige Unternehmen, die wir als Top-Performer immer wieder in den Vordergrund rücken, Frauen an Schlüsselpositionen im Vorstand haben. Auch wenn der Erfolg dieser Unternehmen nicht ausschließlich von einer hohen weiblichen Besetzung von strategischen Vorstandspositionen abhängt, fällt dieser Umstand in das Gesamtpaket von gewissenhafter Unternehmensführung, welche künftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg bestimmt. Darauf zielt auch die Bundesregierung mit diesem Gesetz ab.

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Emre Şentürk

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