FOREX-Analyse: EUR/USD - Parität!
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FOREX-Analyse: EUR/USD - Parität!

Author

Emre Şentürk

Nach 20 Jahren erreicht der US-Dollar den höchsten Stand gegen den Euro und somit das erste Mal seit 2002 Parität mit dem Euro, wenn man den Kurs auf 2 Nachkommastellen gerundet betrachtet. Allerdings ist das nicht lediglich eine x-beliebige Bewegung an einem x-beliebigen Markt. Währungspaare drücken auch eine gewisse Stärke des jeweiligen Wirtschaftsraumes und der dortigen Politik aus. Wenn Sie zu diesem Thema mehr erfahren möchten, können Sie gerne hier mehr darüber lesen.

Im spezifischen Kontext stellt sich die Frage, ob der Euro gegen den US-Dollar abwertet oder der US-Dollar gegen den Euro aufwertet. Zwar kann das beidseitig betrachtet werden, ist aber ein wichtiges Detail für den weiteren Verlauf – auch politisch. Man könnte meinen, dass durch den Krieg in der Ukraine, dem Brexit und dem allgemeinen Führungsvakuum in der EU die Eurozone abbaut und sich entsprechend nicht gegen den US-Dollar behaupten kann. Auch trägen Maßnahmen, die Produktion anzutreiben, um das Inflationsproblem zu beheben, dürften belastende Faktoren für den Euro sein. Zudem kommt noch, dass mit dem politischen Aufschwung anderer Staaten, diese Wirtschaftsräume an Attraktivität gewinnen. Mit der steigenden politischen Stabilität in West- und Zentralasien werden diese Wirtschaften durch ihre noch immer hohen Zinsen auf Geldanlagen interessanter und dürften so Gelder anziehen.

Allerdings kann man es auch anders sehen und unsere Analyse würde diesen Ansatz eher abdecken. Mit der aktuellen Bewegung reizt der Euro die türkisene Zone vollends aus und hat diese sogar leicht unterschritten. Solange der Kurs diese nicht signifikant unterschreitet, erwarten wir, dass der Euro wieder an Wert gewinnt und Bewegungen bis in die obere türkisene Zone zwischen $1.2560 - $1.3929 durchsetzt. Da dies aber eine B-Welle (gelbe Welle (B)) in einer Aufwärtsbewegung ist, sollte der Euro nach diesen Anstiegen erst einmal wieder massive Verluste einfahren und womöglich unter Parität fallen. Ist diese Bewegung aber einmal abgeschlossen, so erwarten wir Bewegungen des Euros auf potenzielle Höchststände gegen den US-Dollar. Zwar sind das sehr langfristige Ausblicke, deuten aber darauf hin, dass Europa eben nicht vor dem strukturellen Aus ist.

EUR/USD 1 Day Chart. 

Die fundamentalen Gründe dafür sind, dass Europa durch seine geografische Lage seine Produktion viel effizienter verlagern kann, was auch das Thema Logistik betrifft. Der Eurozone stehen viel mehr Möglichkeiten im EU-In- und Ausland zu Verfügung, um zu produzieren und zu liefern. Damit sollte der Standort EU in Zukunft deutlich an Stärke gewinnen. Auch potenzielle Erweiterungen der EU, gepaart mit einer Ausdehnung der NATO, werden dem Kontinent weitere Stabilität verleihen und somit auch die Währung wettbewerbsfähig halten. Auch wenn der Ukraine-Konflikt und die Beziehungen zu Russland zentrale Probleme sind, hat sich die politische Stabilität in den einzelnen EU-Staaten erhöht. Mit dem Ende des Syrien-Konflikts, konnte sich auch die Türkei politisch erholen und dürfte den Wirtschaftsraum EU in Zukunft wieder stärker beliefern. All diese Faktoren sprechen dafür, dass sich die Eurozone stabilisieren und den Euro wieder auf die von uns genannten Ziele bringen könnte.

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Emre Şentürk

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