FIFA unter Beobachtung: Schweiz prüft Blockchain-Ticketverkauf für die WM 2026
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FIFA unter Beobachtung: Schweiz prüft Blockchain-Ticketverkauf für die WM 2026

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte

Die Schweizer Glücksspielaufsicht Gespa prüft FIFAs blockchainbasiertes Ticketprogramm für die WM 2026, bei dem sogenannte Right-to-Buy-Tokens Fans das Recht geben, Eintrittskarten zu erwerben. Es soll geklärt werden, ob das Angebot unter das Glücksspielgesetz fällt. FIFA hat laut Berichten bereits rund 15 Millionen US-Dollar mit den digitalen Zugangsrechten eingenommen. Die Tokens kosten zwischen 149 und 7000 US-Dollar, während reguläre Finaltickets bis zu 6370 US-Dollar und auf dem Zweitmarkt sogar 30 000 US-Dollar erreichen. Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada soll insgesamt 11 Milliarden US-Dollar Umsatz bringen.

Vorermittlung gegen FIFA wegen Blockchain-Tickets

Die Schweizer Glücksspielaufsicht Gespa hat eine Vorprüfung gegen die FIFA eingeleitet. Anlass ist das neue, blockchainbasierte Ticketprogramm für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, das über die Plattform collect.fifa.com betrieben wird. Gespa-Direktor Manuel Richard bestätigte gegenüber Bloomberg, dass geprüft werde, ob das Angebot unter das Schweizer Glücksspielgesetz fällt. Der Verdacht: Der Verkauf sogenannter Right-to-Buy-Token, die Fans den garantierten Zugang zum Kauf von Eintrittskarten sichern, könnte als Form von Glücksspiel eingestuft werden. Noch handelt es sich um eine vorläufige Untersuchung, in der Fakten gesammelt werden, um zu klären, ob regulatorische Maßnahmen erforderlich sind.

Die Behörde betont, dass bislang keine Beschwerden über die FIFA-Plattform eingegangen seien und keine formellen Vorwürfe vorliegen. Dennoch könne laut Richard „nicht ausgeschlossen werden, dass das Angebot nach dem Glücksspielrecht relevant ist“. Sollte ein Verstoß festgestellt werden, kann Gespa Anbieter zur Einstellung der Tätigkeit verpflichten oder Internetanbieter anweisen, den Zugang zu nicht konformen Webseiten zu sperren. Bei Verstößen ist die Behörde zudem verpflichtet, die Strafverfolgungsbehörden zu informieren.

Funktionsweise der Blockchain-Tickets

FIFA hat das System gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Modex Tech Ltd. entwickelt, das Büros in Zürich, Gibraltar und Italien unterhält. Technologisch basiert die Plattform auf der Avalanche-Blockchain, einer sogenannten EVM-kompatiblen Infrastruktur. Die Token heißen Right-to-Buy (RTB) und stellen kein Ticket an sich, sondern ein digitales Zugangsrecht dar. Käufer erhalten damit das exklusive Recht, beim Start des offiziellen Ticketverkaufs eine Eintrittskarte zu erwerben – selbst wenn Mannschaft oder Sitzplatz noch unbekannt sind.

Einige Token sind bestimmten Nationalteams oder Austragungsorten zugeordnet.  Besonders begehrt sind die sogenannten Right-to-Final-Token, die Fans die Möglichkeit bieten, ein Ticket für das Finale zu kaufen, sofern das gewählte Team das Endspiel erreicht. Diese Token wurden unter anderem für 999 US-Dollar verkauft und sind inzwischen ausverkauft. Die Preise der digitalen Sammlerstücke variieren stark: Laut Branchenberichten kosten RTB-Tokens zwischen 149 und 7000 US-Dollar, abhängig von Spielphase und Nachfrage.

FIFA akzeptiert Zahlungen in konventionellen Währungen oder USDC, einer stabilen Kryptowährung, die auf der Avalanche-C-Chain läuft. Ein offizieller FIFA-Coin oder eine eigene Kryptowährung existiert nicht. Bislang hat FIFA laut The Athletic und Bloomberg durch den Verkauf dieser Tokens schätzungsweise 15 Millionen US-Dollar eingenommen. Die Einnahmen stammen aus zehntausenden verkauften digitalen Zugangsrechten, die weltweit gehandelt werden können.

Höchste Ticketpreise in der Geschichte der WM

Parallel zu der Untersuchung sorgt auch die Preisgestaltung der regulären Eintrittskarten für Diskussionen. Laut beIN Sports und The Athletic sind für die WM 2026 bereits Preislisten durchgesickert. Die Turnierausgabe, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, wird nicht nur die größte, sondern auch die teuerste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Die Eröffnungsspiele kosten je nach Austragungsland zwischen 355 und 2735 US-Dollar, wobei das Spiel in den USA die teuersten Tickets aufweist.

Für die Gruppenphase liegen die Preise zwischen 60 und 805 US-Dollar, während die Finaltickets in den USA mit 2030 bis 6370 US-Dollar zu Buche schlagen – Rekordwerte für ein WM-Finale.  Auf dem offiziellen FIFA-Resale-Markt werden Finalkarten inzwischen sogar für bis zu 30 000 US-Dollar angeboten. Die FIFA erwartet für den Zeitraum 2023 bis 2026 Gesamterlöse von 11 Milliarden US-Dollar, womit die Weltmeisterschaft 2026 als die finanziell erfolgreichste in der Geschichte des Verbands gilt.

Wie die Untersuchung von Gespa ausgeht, bleibt offen. Das Verfahren könnte jedoch wegweisend dafür werden, wie künftig digitale Sport-Tickets auf Blockchain-Basis rechtlich eingeordnet werden – ein Modell, das sowohl Chancen für Fans als auch neue Risiken für Regulierer birgt.

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Esma Sakalli

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