Ferrari enttäuscht – und hebt trotzdem die Prognose
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Ferrari enttäuscht – und hebt trotzdem die Prognose

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Arcan Askin

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ferrari verfehlt mit einem Umsatz von 1.94 Milliarden US-Dollar den Konsens.
  • Der freie Cashflow steigt im Jahresvergleich um 39 Prozent.
  • Der Auftragsbestand deckt die Produktion bis Ende 2027 vollständig ab.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz$1.94B$2.15B
EPS$2.62$2.86
Automobile und Ersatzteile$1.63B$1.81B
Sponsoring, kommerzielle Aktivitäten und Marke$0.21B$0.23B
Sonstige Aktivitäten$0.10B$0.11B

Ferrari verfehlt im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen

Ferrari hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1.94 Milliarden US-Dollar erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von acht Prozent. Die Analystenschätzungen hatten allerdings bei 2.15 Milliarden US-Dollar gelegen. Damit verfehlte Ferrari die Prognose um 0.21 Milliarden US-Dollar.

Auch beim Gewinn je Aktie blieb der Sportwagenhersteller hinter dem Konsens zurück. Das Ergebnis je Aktie stieg im Jahresvergleich zwar um zehn Prozent auf 2.62 US-Dollar, lag aber 0.24 US-Dollar unter der Erwartung von 2.86 US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 463 Millionen US-Dollar.

Die Zahlen zeigen damit ein zweigeteiltes Bild: Ferrari wächst trotz des laufenden Modellwechsels weiter und verteidigt seine hohe Ertragskraft. Die deutlichen Abweichungen von den externen Umsatz- und Gewinnerwartungen dürften kurzfristig jedoch stärker ins Gewicht fallen, zumal die Auslieferungen im Jahresvergleich um vier Prozent zurückgingen.

Ferrari profitiert von Modellmix und Personalisierungen

Das Kerngeschäft Automobile und Ersatzteile erwirtschaftete 1.63 Milliarden US-Dollar und lag damit unter der Markterwartung von 1.81 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse dennoch um acht Prozent. In der operativen Euro-Darstellung wurden ebenfalls 1.63 Milliarden Euro ausgewiesen. Ausschlaggebend waren ein hochwertigerer Produktmix, zusätzliche Personalisierungen und steigende Auslieferungen des F80, obwohl die gesamten Stückzahlen um vier Prozent sanken.



Zur Entwicklung trugen zudem der 12Cilindri, der Purosangue und die Modellfamilie 296 Speciale bei. Gleichzeitig fuhren der Amalfi und der 849 Testarossa ihre Produktion hoch. Dies deutet auf eine weiterhin hohe Preissetzungsmacht von Ferrari während des geplanten Modellwechsels hin.

Sponsoring, kommerzielle Aktivitäten und Marke legten um zwei Prozent auf 0.21 Milliarden US-Dollar zu, verfehlten aber die erwarteten 0.23 Milliarden US-Dollar. Sonstige Aktivitäten wuchsen dank Motorenvermietungen an andere Teams der Formel Eins um 31 Prozent auf 0.10 Milliarden US-Dollar. Erwartet worden waren 0.11 Milliarden US-Dollar.

Analyse für Ferrari: Cashflow und Margen im Fokus

Die Entwicklung des Cashflows fällt stärker aus als die Abweichung von den Konsensschätzungen. Der operative Cashflow von Ferrari erhöhte sich im Jahresvergleich um elf Prozent auf 437 Millionen US-Dollar. Der freie Cashflow stieg um 39 Prozent auf 276 Millionen US-Dollar. Damit kann der Konzern Investitionen, Ausschüttungen und die weitere Modellerneuerung aus eigener Kraft finanzieren.

Auch die Profitabilität blieb auf hohem Niveau. Die Bruttomarge erreichte 52.6 Prozent, während die operative Marge um 30 Basispunkte auf 31.2 Prozent stieg. Das operative Ergebnis legte um zehn Prozent auf 605 Millionen Euro zu. Rückenwind kam vom höherwertigen Produktmix, umfangreicheren Personalisierungen, Beiträgen aus dem Rennsport und vorübergehend niedrigeren Abschreibungen.

Die fundamentale Entwicklung bleibt damit robust. Allerdings zeigen die verfehlten Umsatz- und Gewinnerwartungen, dass die hohe Bewertung wenig Raum für operative Enttäuschungen lässt. Entscheidend wird sein, ob Ferrari die Cashflow-Dynamik trotz Modellanläufen und Währungseffekten halten kann.

Elliot-Wellen-Analyse für Ferrari N.V.

Elliot-Wellen-Analyse Chart


Ausblick und Prognose für Ferrari

Das Management hat die Prognose für 2026 angehoben und begründet dies mit stärker als erwarteten Personalisierungserlösen sowie geringeren Belastungen durch Wechselkurse. Ferrari peilt nun einen Umsatz von rund 7.60 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll mindestens 2.97 Milliarden Euro erreichen. Dies entspricht einer Marge von mindestens 39.0 Prozent.

Beim bereinigten operativen Gewinn stellt der Konzern mindestens 2.26 Milliarden Euro und eine Marge von mindestens 29.5 Prozent in Aussicht. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie soll mindestens 9.68 Euro betragen. Für den industriellen freien Cashflow erwartet Ferrari mindestens 1.55 Milliarden Euro.

Die Nachfrage bleibt nach Unternehmensangaben solide: Der Auftragsbestand deckt bereits das gesamte Jahr 2027 ab. Die Kombination aus Modellanläufen, Personalisierungen und hoher Preissetzungsmacht stützt den mittelfristigen Ausblick. Dennoch dürfte der Markt genau beobachten, ob Ferrari nach den verfehlten Quartalserwartungen seine angehobenen Jahresziele zuverlässig umsetzt.

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Ferrari bleibt trotz verfehlter Umsatz- und Gewinnerwartungen sowie rückläufiger Auslieferungen ein Paradebeispiel für europäische Preissetzungsmacht – zumal der Sportwagenbauer seine Prognose anhebt. Im Euro-Titans-Paket betrachten wir den Luxusauto-Champion gemeinsam mit Schwergewichten wie ASML, SAP und Rheinmetall. Das eröffnet Anlegern einen breit gefächerten Blick auf Technologie, Industrie und Konsum. Zum Euro-Titans-Paket geht es HIER weiter.

Ferrari N.V. Fundamentaldaten - Jahresabschlüsse

    

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