Etwas GROSSES kommt auf Bitcoin & Altcoins zu! (Und ja, es geht um den Preis)
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Etwas GROSSES kommt auf Bitcoin & Altcoins zu! (Und ja, es geht um den Preis)

Author

Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Volatilität bei Bitcoin und Altcoins ist so gering wie nie zuvor.
  • Wichtige Indikatoren für die Schwankungsbreite des Kryptomarkts erinnern an 2022.
  • In früheren Zyklen markierte ein Ausbruch der BTC-Volatilität den Start eines neuen Bullruns.

Bitcoin ist so langweilig wie nie zuvor. Das ist kein Bauchgefühl, sondern technisch nachweisbar: Die historische Volatilität im Kryptomarkt hat den tiefsten Punkt aller Zeiten erreicht. Nie waren die Kursschwankungen bei BTC und Altcoins so gering. Nie zuvor war der Markt so zäh. Die Erlösung von der quälenden Langeweile könnte näher sein als viele denken. Der Kryptomarkt imitiert gerade ein Muster, das 2017 und 2021 zu massiven Preisexplosionen führte. Ist die aktuelle Langeweile nur die Ruhe vor dem Krypto-Sturm? Und in welche Richtung geht es, wenn die Kurse ausbrechen?

Krypto ist tot. So tot wie vor dem letzten Bullrun.

Seit Februar klebt Bitcoin förmlich an der 60 000-Dollar-Marke. Der kurze Ausbruch in Richtung 80 000 Dollar Mitte Mai wurde sofort wieder abverkauft und führte mit dem Einbruch auf rund 58 000 Dollar auf neue Jahrestiefs. Die kumulierte Marktkapitalisierung des Altcoin-Sektors blutet seit Wochen in einem engen Kanal von wenigen Prozentpunkten aus. Der Kryptomarkt fühlt sich so tot an wie nie in früheren Zyklen. Die volatilitätsverliebte Krypto-Community dreht am Rad. Und das ist kein Zufall.


Die Volatilität ist ein wichtiger Zyklusindikator für Bitcoin: Jeder Ausbruch aus einem vorherigen Abwärtstrend produzierte explosive Bullruns. Vorher ist es quälend langweilig.


Die historische Volatilität auf dem Bitcoin-Monatschart hat den tiefsten Stand aller Zeiten erreicht. Das bedeutet: Die Schwankungen im Bitcoin-Kurs sind auf übergeordneten Zeitebenen (Monatskerzen) so gering wie nie zuvor. Historisch gesehen erreichte die Volatilität ihre Höchststände in besonders bullischen Phasen mit explosiver Preisentwicklung (wie etwa 2013, 2017 oder 2021). In Bärenmärkten wiederum nimmt die Volatilität kontinuierlich ab (Kompression unter den roten Abwärtstrendlinien).

Demzufolge ist Bitcoin eindeutig im Bärenmarkt, schließlich komprimiert die Volatilität auf dem Monatschart unterhalb einer roten Abwärtstrendlinie, analog zu den Bärenmärkten 2014, 2018 und 2022. Auffällig ist, dass die aktuelle Kompression der Volatilität so lange andauert wie nie in früheren Zyklen – nämlich seit dem Bullrun-Top 2021.

Kein Wunder, dass sich auch die Anstiege von 2023 bis 2025 so zäh angefühlt haben: In Sachen Volatilität kam es nie zu einer Expansion, die mit 2017 oder 2021 vergleichbar wäre. Stattdessen blieb die türkise Volatilitätskurve unterhalb ihrer roten Abwärtstrendlinie, mehrere Ausbruchsversuche blieben erfolglos. Auch das ist ein Grund dafür, dass viele Anleger die Hoffnung in Krypto verloren haben: Der Markt hat einen Zyklus hinter sich, in dem das sein wichtigstes Merkmal kaum zum Vorschein kam: die starke Bullrun-Volatilität.


Warum haben sich Altcoins seit Wochen kaum bewegt? Liegt es daran, dass sich ihre Volatilität am Ende der Abwärtstrendlinie zusammenzwängt? Wie lange dauert die Bodenbildung?


Ein ähnliches Muster zeigt sich im Altcoin-Sektor. Hier gab es zwar einen Ausbruch im jüngsten Bullrun 2024, die Volatilität erreichte aber nicht annähernd frühere Zyklusspitzen. Seit Anfang 2025 befindet sich die Marktschwankung erneut in Kompression unter der roten Abwärtstrendlinie – auch hier beinahe identisch zu früheren Bärenmärkten wie 2015, 2018 oder 2022.

Auffällig ist: Die Volatilität sank in allen bisherigen Bärenmärkten simultan zum Handelsvolumen. Das ist durchaus plausibel: Je weniger Geld im Markt zirkuliert, desto weniger stark schwankt er, weil der Kapitalhebel fehlt. Gleichzeitig nimmt im Laufe des Bärenmarktes der Verkaufsdruck sukzessive ab, bis das Zyklustief erreicht ist. Schwaches Volumen ist also nicht nur ein schlechtes Zeichen.

Was für einen Bitcoin- und Altcoin-Boden spricht

Ein weiteres Muster, das ins Auge sticht: Im Altcoin-Sektor folgt auf den Ausbruch der Volatilität aus einem mehrmonatigen Abwärtstrend (rote Trendlinien) in der Regel keine sofortige Expansion. Vielmehr stagnierte die Volatilität in den Bärenmärkten 2014, 2018 und 2022 für mehrere Monate, während die Marktpreise schon wieder stiegen. Der Boden im Volatilitätszyklus bildete sich dabei erst, nachdem der preisliche Tiefpunkt des Bärenmarktes bereits überwunden war. Auch das ist logisch erklärbar: Nach der Panik der finalen Kapitulation halten Apathie und Enttäuschung Einzug.


Ist die Volatilität extrem (Bitcoin-Bullrun-Phasen), gehen die Bollinger-Bänder weit auseinander. Je geringer die Kursschwankung, desto enger die beiden Bänder (grün & rot).


Der zweite wichtige Indikator für Marktschwankungen sind die Bollinger Bands. Sie zeigen die Schwankungsbreite des Kurses durch den Abstand zweier Bänder, die über und unter dem Kurs verlaufen (zuzüglich einer Mittellinie): Schwankt ein Wert stark, gehen die Bollinger-Bänder auseinander. Ist die Volatilität geringer, ziehen sie sich zusammen. Dadurch lässt sich auf einen Blick erkennen, ob ein Markt gerade ruhig oder unruhig ist. Je breiter die Bänder, desto höher die aktuelle Schwankungsbreite.

Um besser zu erkennen, wie die Bollinger-Bänder gerade zueinander stehen, nutzen wir eine Linie, die ihre Breite über die Zeit abbildet (Breite der Bollinger Bands in Türkis; unterer Chart): Je weiter die Bollinger-Bänder auseinanderklaffen (hohe Volatilität), desto höher steigt diese Kurve. Das geschah in Bitcoins Historie vor allem während starker Bullrun-Phasen (etwa 2013, 2017 oder 2021). Ziehen sich die Bollinger-Bänder zusammen (sinkende Volatilität), fällt die türkise Kurve. Ihre Tiefs zeigen extreme Ruhe im Markt, historisch nach finalen Bärenmarkt-Kapitulationen (BB-Tief; in Rot hervorgehoben).


Die Bollinger-Bandbreite ist gering wie nie, Bitcoin notiert so nah am unteren Band wie zum Bärenmarkttief 2022. Der Tiefpunkt der Volatilität (rote Kreise) kam stets erst nach dem Kurstief.


In den Bärenmärkten 2014, 2018 und 2022 endete die Kompression der Bollinger-Bands (türkise Kurve im mittleren Chartbereich) auf einem einheitlichen Level (gepunktete rote Linie), das nun gebrochen wurde. Heißt: So eng wie aktuell waren die Bänder bei Bitcoin auf hoher Zeitebene nie zuvor. Auch hier sieht man: Die Volatilität ist so gering wie in keinem anderen Zyklus bisher. Gleichzeitig ist der Bitcoin-Kurs so nah am unteren Bollinger-Band wie zuletzt im tiefsten Bärenmarkt 2022 (blaue Kurve im unteren Chartbereich) – näher als 2014 und 2018.

Lesetipp: Hier ist der Bitcoin-Boden! Oder hier? Oder doch hier?

Die Kursnähe zu den Bollinger-Bands zeigt, wie hoch oder niedrig bewertet Bitcoin im Verhältnis zu seiner historischen Volatilität ist. Ein Wert von 0 bedeutet, dass der Kurs am unteren Band liegt und tendenziell niedrig bewertet ist. Ein Wert nahe oder bei 1 steht für das obere Band, was vor allem bei steilen Anstiegen der Fall ist. Werte über 1 (Spitzen der blauen Linie) wurden in Bullrun-Phasen wie 2013, 2017 oder 2021 erreicht. Werte nahe oder bei 0 (Tiefs der blauen Linie) markieren bärische Phasen mit schwachen Kursen (Bärenmarkt-Tiefs 2014, 2018 oder 2022).


Am tiefsten Punkt der letzten Bärenmärkte berührte der Others-Kurs beinahe das untere Bollinger-Band. Ähnlich nah ist er aktuell, die Bollinger-Bandbreite ist historisch gering.


Sehr ähnlich verhalten sich die Bollinger-Bänder bei den Altcoins: Die Breite hat ein historisches Tief erreicht, die kumulierte Others-Marktkapitalisierung (Altcoins außerhalb der Krypto-Top-10) liegt so nah am unteren Band wie zuletzt bei den Bärenmarkttiefs 2018 und 2022. Im Verhältnis zur historischen Schwankungsbreite ist der Altcoin-Sektor also so gering bewertet wie an den letzten Zyklustiefs. Und die Volatilität ist so gering wie nie zuvor auf dieser hohen Zeitebene (Monatschart).

Genau wie bei Bitcoin erreichte auch der Altcoin-Sektor die geringste Volatilität nicht bei den Zyklustiefs der letzten Bärenmärkte, sondern erst einige Wochen nach dem Erreichen des finalen Bodens (rote Kreise). Die Kursnähe zum unteren Bollinger-Band hingegen funktionierte als Indikator für den Zyklusboden durchweg gut: 2015, 2018 und 2022 kam die kumulierte Others-Marktkapitalisierung ihrem unteren Bollinger-Band am tiefsten Punkt des Bärenmarktes ähnlich nah – ein Level, das der Altcoin-Sektor mit dem Abverkauf im Februar und erneut im Juli erreichte.

Wann kommt der nächste Bitcoin-Bullrun?

Ist der Bitcoin-Boden schon erreicht? Oder kommt er noch? Um diese Frage ist im Kryptomarkt ein Krieg der Systeme entbrannt. Die historische Volatilität bei Bitcoin und Altcoins zeigt uns: Die unterdrückten Preisbewegungen der vergangenen Wochen und Monate deuten auf eine Bodenbildung hin (vorausgesetzt, dass sich die Muster der vergangenen Zyklen wiederholen). Das bedeutet aber nicht, dass Bitcoin und vor allem einzelne Altcoins ihre Zyklustiefs bereits erreicht und überschritten haben. Schließlich kann eine neuerliche Expansion der Volatilität auch Kursausschläge nach unten bedeuten.

Die Enge der Bollinger-Bänder und die Kursnähe zum unteren Band erinnern bei Bitcoin und Altcoins zwar stark an frühere Bärenmarkt-Tiefpunkte. Allerdings hat dieser Zyklus gezeigt, dass neue Allzeittiefs bei diesen Indikatoren kein Ding der Unmöglichkeit sind (heißt: Es kann noch langweiliger werden). Außerdem zeigten frühere Zyklen vor allem im Altcoin-Sektor: Die Volatilität kann über Monate auf ihren Tiefpunkten verharren, bevor die nächste Expansion beginnt. Selbst wenn die Marktschwankung also nicht noch weiter abnimmt, könnte noch etwas Geduld gefragt sein, bevor es wieder rund geht.

Auf Bitcoin und Altcoins kommen starke Kursbewegungen zu. In welche Richtung es geht, wenn die Volatilität aus ihrem Abwärtstrend ausbricht, lässt sich nicht endgültig vorhersagen. Läuft es wie 2013, 2017 und 2021 – also bei allen bisherigen großen Expansionen von Volatilität und Bollinger-Bändern auf dem Monatschart – so könnte der nächste Breakout einen neuen Bullrun einläuten. Mit Spektakel ist zu rechnen, ob es nun auf- oder abwärts geht. Schließlich befindet sich die Bitcoin-Volatilität auf hoher Zeitebene seit 2021 in einem Abwärtstrend. Und an der Börse gilt gemeinhin: Je länger die Konsolidierung dauert, desto stärker ist danach der Ausbruch.

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