Die wichtigsten Punkte
Exxon Mobil und Chevron überraschten im dritten Quartal 2025 mit besseren Gewinnen als erwartet – trotz rückläufiger Ölpreise und sinkender Margen im Raffineriegeschäft. Während die US-Konzerne vor allem von Effizienzsteigerungen und einem robusten Gasgeschäft profitierten, meldete PetroChina ein gemischtes Ergebnis: steigende Umsätze, aber Druck auf die Gewinnmargen durch schwächere Inlandsnachfrage und fallende Raffineriepreise. Damit zeigt sich ein deutlicher Gegensatz zwischen westlichen Ölriesen und Asiens größtem Energieproduzenten – sowohl strategisch als auch geografisch.
US-Ölriesen trotzen der Flaute
Exxon Mobil steigerte den Gewinn im dritten Quartal auf 7.5 Milliarden Dollar – und lag damit über den Analystenerwartungen. Das Gasgeschäft und Kostensenkungen fingen die niedrigeren Ölpreise ab. Auch die Integration der milliardenschweren Übernahmen von Denbury und Pioneer trägt erste Früchte: höhere Fördermengen und Synergieeffekte.
Die Chevron-Aktie unterbrach ihre Abwärtsbewegung stieg dynamisch nach oben an.
Chevron meldete ebenfalls solide Zahlen, übertraf mit einem Gewinn von 3.6 Milliarden Dollar die Prognosen und profitierte vom robusten Upstream-Geschäft, das sinkende Raffineriemargen kompensierte. Beide Unternehmen nutzten den Preisrückgang am Ölmarkt, um Aktienrückkäufe fortzusetzen und ihre Schulden zu senken – ein Signal an Investoren, dass Stabilität Vorrang vor Expansion hat.
PetroChina zwischen Wachstum und Druck
Auf der anderen Seite der Welt zeigte PetroChina ein differenziertes Bild. Der Umsatz legte leicht zu, doch der Nettogewinn blieb mit 5.9 Milliarden Dollar unter den Erwartungen. Verantwortlich waren schwächere Margen im Raffinerie- und Chemiegeschäft, verursacht durch eine geringere Inlandsnachfrage und Preisrückgänge bei Diesel und Benzin.
Während der Export chinesischer Produkte zunahm, belasteten Subventionskürzungen und hohe Lagerkosten die Bilanz. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Gasförderung und erneuerbare Energien, um unabhängiger von den Preisschwankungen im Ölmarkt zu werden – ein Kurs, der im Vergleich zu den US-Riesen stärker politisch motiviert wirkt und auf langfristige Energiesicherheit zielt.
Energiepolitik im Spannungsfeld der Märkte
Der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich die Strategien westlicher und östlicher Energiekonzerne inzwischen verlaufen. Während Exxon Mobil und Chevron Effizienz, Dividendenstärke und Aktionärsrenditen priorisieren, agiert PetroChina im Rahmen staatlicher Energiepolitik, die auf Versorgungssicherheit und Industrieförderung setzt.
In Zeiten geopolitischer Spannungen gewinnt dieser Gegensatz an Brisanz: westliche Konzerne nutzen den Wettbewerb um LNG-Märkte, während China versucht, Abhängigkeiten von westlichen Lieferanten zu reduzieren. Das Quartal offenbart damit mehr als nur Zahlen – es spiegelt den globalen Systemkonflikt zwischen marktorientiertem Gewinnstreben und staatlich gesteuerter Energiestrategie wider.


Die ExxonMobil-Aktie zeigte jüngst wieder frische Abwärtstendenzen. Abonnenten erhalten konkrete Zielzonen für Ein- und Ausstiege.
Deutliche Gewinnzuwächse blieben bei der Aktie von Petro China bisher aus. Abonnenten erhalten konkrete Zielzonen für Ein- und Ausstiege
