Elektro-Blutbad in China: BYD berichtet erstmals rückläufige Auslieferungen
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Elektro-Blutbad in China: BYD berichtet erstmals rückläufige Auslieferungen

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Informationen des Artikels auf einen Blick:

Chinas größter Elektroautohersteller BYD hat im Juli 2025 zum ersten Mal in diesem Jahr einen Rückgang bei den Auslieferungen gemeldet. Auch Li Auto und Nio mussten deutliche Einbußen hinnehmen, während Xpeng, Xiaomi, Leapmotor und Aito Rekordzahlen verzeichneten. Der Preiskrieg in der chinesischen E-Auto-Branche, angeheizt durch aggressive Rabatte, belastet zunehmend die Marktführer und hat die Wettbewerbslandschaft fundamental verändert.

BYD-Rückgang nach monatelangem Wachstum

BYD lieferte im Juli 341 030 Fahrzeuge aus, ein Rückgang gegenüber 377 628 im Vormonat und nahezu auf Vorjahresniveau. Damit endet eine Serie kontinuierlichen Wachstums, die mit 296 446 Einheiten im Januar begann. Die Hauptursache sehen viele Marktbeobachter in dem erbitterten Preiskampf der Branche: Bereits im Mai hatte BYD zahlreiche Modelle um bis zu 30 Prozent im Preis gesenkt, woraufhin Mitbewerber ebenfalls zu Rabatten griffen. Die chinesische Regierung hat inzwischen gewarnt, dass diese „exzessive Konkurrenz“ gestoppt werden müsse.

Li Auto und Nio melden drastische Einbrüche

Auch Li Auto bekam den Preiskrieg heftig zu spüren. Das Unternehmen setzte im Juli 30 731 Fahrzeuge ab, ein Minus von 15 Prozent gegenüber Juni und 39.7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Für Li Auto war es der zweite monatliche Rückgang in Folge. Nio musste ähnliche Rückschläge verkraften: Die Juli-Auslieferungen fielen auf 21 017 Einheiten, nach 24 925 im Juni. Damit sank der Absatz im Jahresvergleich um 2.7 Prozent. Besonders auffällig: Alle drei Hauptproduktlinien von Nio verzeichneten Rückgänge.

Um die Absatzschwäche zu kompensieren, setzen Li Auto und Nio auf Modellneuheiten. Li Auto präsentierte am 31. Juli sein erstes reines Elektro-SUV, den Li i8, der ab dem 20. August ausgeliefert werden soll. Nio hingegen startete am 1. August mit dem Sechssitzer-SUV L90. Das Modell ist mit einem Batteriemiet-Modell auch deutlich günstiger erhältlich. Die Siebensitzer-Variante folgt im September.

Wenn sich drei streiten: Xpeng, Xiaomi und Leapmotor hartnäckig

Während die großen Drei kämpfen, meldeten kleinere Wettbewerber beeindruckende Wachstumszahlen. Xpeng steigerte seine Auslieferungen auf ein Rekordhoch von 36 717 Fahrzeugen, der neunte Monat in Folge mit über 30 000 Einheiten. Xiaomi legte von 25 000 im Juni auf über 30 000 Fahrzeuge zu, vor allem dank des neuen YU7 SUV.

Leapmotor, unterstützt vom europäischen Autoriesen Stellantis, erreichte mit 50 129 ausgelieferten Fahrzeugen im Juli den besten Monat seiner Geschichte. Auch Aito, Teil des von Huawei unterstützten Harmony Intelligent Mobility Alliance-Netzwerks, überzeugte mit 47 752 ausgelieferten Fahrzeugen, davon allein 40 753 Einheiten der beliebten Wenjie-Serie.

Politische Eingriffe als letzter Ausweg?

Der aggressive Preiskrieg sorgt nicht nur bei den Herstellern für Unruhe. Auch Pekings Führung beobachtet die Lage mit wachsender Besorgnis. Analysten zweifeln jedoch daran, dass politische Mahnungen den Wettbewerb nachhaltig beruhigen werden. Während sich Marktführer wie BYD und Nio schwertun, gewinnen flexible Herausforderer stetig Marktanteile: ein Szenario, das den Preisdruck in der Branche mittelfristig noch weiter verschärfen könnte.

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Carlo Schmid

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