„Eins der erfolgreichsten Unternehmen weltweit“: Strategy besiegt in Q2 die roten Zahlen
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„Eins der erfolgreichsten Unternehmen weltweit“: Strategy besiegt in Q2 die roten Zahlen

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Simeon Koch

Strategy, ehemals MicroStrategy, hat im zweiten Quartal 2025 ein finanzielles Rekordergebnis vorgelegt. Das Unternehmen erzielte einen Nettogewinn von zehn Milliarden US-Dollar – ein spektakulärer Sprung im Vergleich zum Vorjahresquartal, das noch mit einem Verlust von über 100 Millionen Dollar geschlossen hatte. Der Gewinn je Aktie stieg auf 32.60 US-Dollar. „Diese finanziellen Ergebnisse zählen zu den erfolgreichsten unter allen börsennotierten Unternehmen weltweit“, betonte CFO Andrew Kang. Das operative Ergebnis lag bei 14 Milliarden US-Dollar – angetrieben von der massiven Neubewertung der Bitcoin-Position, die allein einen unrealisierten Gewinn von 14 Milliarden US-Dollar ausmachte.

Strategischer Hebel: Bitcoin mit Rekord-Rendite

Mit fast 629 000 Bitcoins ist Strategy nicht nur der größte Bitcoin-Halter unter den börsennotierten Unternehmen, sondern auch ein Pionier im strategischen Umgang mit digitalen Reserven. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Bitcoin liegen bei rund 73 277 US-Dollar. Beeindruckend ist die erreichte BTC-Rendite (BTC Yield): Diese lag bis Juli bereits bei 25 Prozent – das ursprünglich für das Gesamtjahr angestrebte Ziel wurde damit vorzeitig erreicht. „Wir erhöhen unsere BTC Yield-Prognose auf 30 Prozent und unser BTC-Profit-Ziel auf 20 Milliarden US-Dollar“, erklärte CEO Phong Le. Im ersten Halbjahr 2025 wurde bereits ein BTC-Nominalgewinn von 13.2 Milliarden Dollar erzielt.


Umsatz wächst, BTC-Bestand auch. Die eigentliche Überraschung hielt der Nettogewinn bereit: Erstmals seit mehreren Quartalen schreibt Strategy grüne Zahlen.
MicroStrategy erzielt seinen sogenannten BTC Yield, indem es mit neuen Finanzmitteln – etwa durch den Verkauf von Aktien oder Vorzugsaktien – gezielt zusätzliche Bitcoin kauft. Dabei achtet das Unternehmen darauf, dass die Zahl der neu ausgegebenen Aktien nicht stärker wächst als die Bitcoin-Menge, die damit gekauft wird. Auf diese Weise erhöht sich der rechnerische Bitcoin-Anteil pro Aktie. Dieser Zuwachs wird als BTC Yield bezeichnet. Es handelt sich also nicht um klassische Zinsen oder Erträge aus Bitcoin, sondern um eine strategisch gesteuerte Vermehrung der Bitcoin-Menge pro Aktie durch Kapitalmaßnahmen.

Finanzinnovationen: Hochverzinsliche Bitcoin-Produkte

Ein Eckpfeiler der Einnahmenstrategie sind neue, bitcoinbasierte Finanzinstrumente. Besonders erfolgreich war die im Juli erfolgte Einführung des STRC Preferred Stock – einer variabel verzinsten, monatlich ausschüttenden Aktie mit Fokus auf Stabilität und Rendite. „Mit STRC haben wir die weltweit erste Treasury Preferred Stock eingeführt – ein Produkt, das Stabilität und hohe Renditen vereint“, kommentierte Strategy-Gründer Michael Saylor. Diese und ähnliche Produkte – etwa STRK, STRF und STRD – trugen im Quartal über zehn  Milliarden US-Dollar zur Kapitalbeschaffung bei, die in den weiteren Ausbau der Bitcoin-Bestände floss.


Die MSTR-Aktie befindet sich trotz der guten Zahlen auf dem Weg abwärts und dürfte sich noch einmal der Unterstützung bei 153.49 Dollar nähern.
Treasury Preferred Stocks wie STRC sind festverzinsliche Aktien mit festen oder variablen Dividenden, die speziell dafür geschaffen wurden, Kapital zu beschaffen, ohne die reguläre Stammaktie zu verwässern. Sie sind so konstruiert, dass sie Anlegern regelmäßige Erträge bieten – etwa monatliche Dividenden –, während Strategy gleichzeitig mehr Mittel in den Kauf von Bitcoin lenken kann. Diese Vorzugsaktien werden am Markt gehandelt, sind aber weniger volatil als Stammaktien, da sie vorrangige Dividendenrechte gewähren. Durch den Verkauf dieser Papiere gewinnt Strategy gezielt neues Kapital, ohne dabei den Bitcoin-Anteil pro Aktie signifikant zu verwässern – ein zentraler Hebel für Strategys BTC Yield.

Im Rahmen ihrer sogenannten ATM-Programme (at-the-market) platzierte Strategy im zweiten Quartal 2025 Aktien im Wert von über 6.8 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen weitere 3.7 Milliarden US-Dollar durch IPOs und ergänzende Platzierungen im Juli. Der Erlös diente gezielt dem strategischen Bitcoin-Kauf. Insgesamt hält Strategy Bitcoin im Wert von 64.4 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni), bei einem durchschnittlichen Einstandskurs von knapp 71 000 US-Dollar. Der Marktwert ergibt sich aus einem Stichtags-Bitcoin-Preis von 107 752 US-Dollar. „Diese Skalierung unterstreicht die Stärke unserer Kapitalmarktplattform“, sagte CEO Phong Le.

Softwaregeschäft: Solide, aber von BTC überschattet

Obwohl das Softwaregeschäft in den Hintergrund rückt, liefert es weiterhin stabile Beiträge. Die Gesamterlöse aus Software-Produkten lagen im zweiten Quartal bei 114.5 Millionen US-Dollar – ein Plus von 2.7 Prozent im Jahresvergleich. Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloudgeschäft: Die Erlöse aus Subscription Services stiegen um 69.5 Prozent auf 40.8 Millionen US-Dollar. Das Bruttoergebnis aus dem Softwaresegment lag bei 78.7 Millionen US-Dollar, was einer Bruttomarge von 68.8 Prozent entspricht. Dennoch bleibt der Ertrag aus dem Softwarebereich angesichts des übermächtigen Bitcoin-Segments vergleichsweise gering.


Übergeordnet bleibt Strategy trotz der anstehenden Korrektur im Aufwärtstrend. Solange die Unterstützungen halten, kann es in Richtung vierstelliger Kurswerte gehen.
Die Zahl der Bitcoins im Firmenbesitz stieg allein im zweiten Quartal um 69 140 Stück. Die Käufe erfolgten aus verschiedenen Kapitalquellen – darunter Aktienverkäufe und die Emission der neuen STRD- und STRF-Vorzugsaktien. Strategy verfolgt ein Modell, bei dem Bitcoin-Käufe abhängig von internen Bewertungskennzahlen erfolgen. Die Regel: Nur wenn der Marktwert des Unternehmens ein definiertes Vielfaches des Bitcoin-Werts überschreitet, werden weitere Aktien zur Finanzierung von Bitcoin-Käufen emittiert. Ziel ist es, Verwässerung zu minimieren und BPS (Bitcoin per Share) zu maximieren. Damit will Strategy auch Kritikerstimmen widerlegen, die das Unternehmen als Schneeballsystem bezeichnen.

Strategys Wette: Wenn BTC auf 150 000 steigt…

Für das Gesamtjahr 2025 peilt Strategy ein Betriebsergebnis von 34 Milliarden US-Dollar, einen Nettogewinn von 24 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 80 US-Dollar an – vorausgesetzt, Bitcoin erreicht zum Jahresende 150 000 US-Dollar. „Unsere Prognose basiert auf einem weiterhin starken Bitcoin-Marktumfeld und der erfolgreichen Umsetzung unserer Kapitalmarktstrategie“, so CFO Kang. Dabei ist sich das Unternehmen auch der Risiken bewusst: Die Ergebnisse sind „extrem sensitiv gegenüber Bitcoin-Preisbewegungen“. Änderungen am Markt könnten die realen Ergebnisse deutlich vom Ausblick abweichen lassen.

Strategy hat sich endgültig von seiner Historie als reiner Softwareanbieter verabschiedet. Mit einer Bilanz, in der über 64 Milliarden US-Dollar in Bitcoin gebunden sind, agiert das Unternehmen heute wie eine börsennotierte Bitcoin-Zentralbank. CEO Phong Le spricht vom „klar strukturierten Kapitalmarkt-Framework“, das langfristige Aktionärswerte sichern soll. Analysten zeigen sich beeindruckt, warnen aber auch vor Klumpenrisiken. Klar ist: Mit dem aktuellen Kurs und einem Bitcoin-Preis oberhalb von 100 000 US-Dollar bleibt Strategy eines der profitabelsten und radikalsten Unternehmen an der Nasdaq.

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Simeon Koch

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