Der japanische Investmentriese SoftBank setzt voll auf Künstliche Intelligenz (KI) und hat milliardenschwere Investitionen in Europa und den USA angekündigt. Mit einem klaren Fokus auf AI-first-Startups und deren technologischen Durchbruch will das Unternehmen die weltweite KI-Entwicklung im großen Stil mitgestalten. Europa steht dabei vor besonderen Herausforderungen, während in den USA ein gigantischer Fonds die KI-Infrastruktur revolutionieren soll. Gleichzeitig eskaliert der Machtkampf unter Tech-Giganten, da Elon Musk und Mark Zuckerberg sich gegen OpenAI-Chef Sam Altman positionieren. Droht eine Eskalation im Streit der US-amerikanischen KI-Giganten?
Milliardenfonds in den USA
Der Schwerpunkt von SoftBanks milliardenschwerem KI-Engagement liegt in den USA. Mit einem angekündigten 100-Milliarden-Dollar-Fonds möchte CEO Masayoshi Son die KI-Infrastruktur des Landes laut Medienberichten ausbauen. Der Fonds zielt darauf ab, Datenzentren zu errichten und zu optimieren, die essenziell für den Betrieb moderner KI-Anwendungen sind. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung energieeffizienter Systeme, um die Umweltbelastung durch ressourcenintensive KI-Operationen zu reduzieren.
Zudem werden innovative Technologien wie fortschrittliche Sprachassistenten und multimodale Schnittstellen gefördert, um KI-Anwendungen im Alltag zugänglicher zu machen. Neben technologischen Fortschritten sollen diese Investitionen auch über 100 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Laut einer PwC-Studie wird KI bis 2030 einen globalen wirtschaftlichen Wert von 15,7 Billionen Dollar generieren. Welche Unternehmen SoftBank in den Vereinigten Staaten konkret alimentieren möchte, ist noch nicht bekannt.
SoftBanks Europa-Strategie
Auch in Europa plant SoftBank große Investitionen von bis zu neun Milliarden Dollar pro Jahr. Der Fokus liegt auf Unternehmen, die sich primär der KI-Entwicklung widmen und dabei innovative Ansätze verfolgen. Beispiele sind der New Yorker Text-to-Speech-Generator Elevenlabs und das Londoner Startup Synthesia, das KI-gestützte Software für Medieninhalte entwickelt. Beide Unternehmen erreichten im Jahr 2023 Milliardenbewertungen und bekamen Investments der bekannten Wagnis-Kapitalgeber a16z, Sequoia Capital, NVentures (Nvidia) und Google (Google Ventures).
SoftBank bleibt bei der Auswahl seiner Investments in Europa sehr selektiv. Typische Investitionen pro Unternehmen liegen zwischen 25 und 40 Millionen Dollar, wobei es in den USA keine offizielle Obergrenze für Investments gibt. Entscheidend ist, dass Startups bewährte Technologien oder signifikante Umsatzdaten vorweisen können. Laut Sumer Juneja, geschäftsführender Partner von SoftBank für Europa, den Nahen Osten und Indien, werden höhere Summen nur bereitgestellt, wenn historische Umsatzdaten vorliegen – eine Hürde für viele europäische Jungunternehmen.
SoftBanks starker Fokus auf die USA hat erhebliche Auswirkungen auf Europas Wettbewerbsfähigkeit. Während amerikanische Unternehmen von massiven Kapitalzuflüssen profitieren, kämpfen europäische Tech- und KI-Startups um ihre Marktposition. Deutsche Unternehmen wie Aleph Alpha mussten ihre Geschäftsmodelle anpassen, während neue Hoffnungsträger wie der Freiburger Bildgenerator Black Forest Labs entstehen. Doch ohne vergleichbare Investitionssummen bleiben europäische Unternehmen strukturell benachteiligt. Experten schätzen, dass mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr notwendig wären, um konkurrenzfähige KI-Produkte zu entwickeln – Summen, die dank Softbank bald verfügbar sein könnten.
Eskaliert der Streit zwischen Elon Musk und Sam Altman?
Während Softbank den rasanten Fortschritt im US-amerikanischen KI-Sektor fördern und für sich nutzen will, eskaliert ein Machtkampf im Silicon Valley. Elon Musk und Mark Zuckerberg positionieren sich gegen OpenAI-Chef Sam Altman. Der Konflikt dreht sich um OpenAIs geplante Umwandlung von einer Non-Profit-Organisation in eine gewinnorientierte Firma. Ursprünglich gegründet, um KI-Technologien ohne kommerziellen Druck zu entwickeln, hat OpenAI diesen Kurs aufgrund steigender Kosten und Wettbewerbsdruck gegenüber Google, xAI und Anthropic angepasst.
Dieser Schritt hat Kritik ausgelöst. Elon Musk hat bereits mehrere Klagen gegen OpenAI eingebracht und betonte unlängst mit Blick auf den KI-Marktführer: “Ich investiere immer mein eigenes Geld in die Unternehmen, die ich gründe. Ich glaube nicht an das Prinzip, einfach nur das Geld anderer Leute zu nutzen”. Zudem klagt Musk gegen OpenAI und Sam Altman wegen angeblicher Täuschung bei der Gründung von OpenAI.
Zuckerberg und Meta schalten sich ein
Meta-CEO Mark Zuckerberg schloss sich Musk unlängst medienwirksam an und fordert ebenfalls, die Profit-Pläne zu blockieren. In einem Interview sagte Zuckerberg: "Es ist irgendwie ironisch, dass eine Organisation, die OpenAI heißt, der führende Entwickler geschlossener KI-Modelle ist. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber es ist ein bisschen lustig". Gleichzeitig verfolgen sowohl Musk als auch Zuckerberg eigene KI-Strategien. Meta investiert bis zu 37 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur, während Musk mit seinem Unternehmen xAI bereits fünf Milliarden Dollar an Finanzierung gesichert hat.
Der Streit zwischen OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman und Musk ist nicht neu. Elon Musk war 2015 Mitbegründer von OpenAI, verließ das Projekt aber 2018 nach internen Differenzen. Er kritisiert die Umwandlung von OpenAI in eine gewinnorientierte Organisation als Bruch mit den ursprünglichen Idealen. Mit seinem Unternehmen xAI will Musk einen ernstzunehmenden Konkurrenten gegen OpenAIs Geschäftsmodell aufbauen.

US-Präsident Donald Trump und SoftBank-CEO Masayoshi Son
Mark Zuckerberg (links) und Elon Musk (rechts) positionieren sich gemeinsam gegen OpenAI-Chef Sam Altman im Streit um die Zukunft der KI-Entwicklung.

