Der Volkswagenkonzern plant unter der Führung von China-Chef Ralf Brandstätter die Einführung einer Reihe kostengünstiger Elektrofahrzeuge speziell für den chinesischen Markt, die auch direkt vor Ort gefertigt werden sollen. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern soll in diesem Rahmen deutlich intensiviert werden. Unter anderem dafür hat das Dax40-Unternehmen kürzlich Thomas Ulbrich, einen erfahrenen Manager mit umfassenden Kenntnissen des chinesischen Marktes, in das Reich der Mitte entsandt, wo dieser zukünftig die Entwicklungsaktivitäten des Konzerns leiten wird.
Nach Jahrzehnten der Marktführerschaft in China musste Volkswagen diesen Status im vergangenen Jahr an den im ostasiatischen Land heimischen BYD-Konzern abgeben. Begründet werden kann dieses „Abrutschen“ damit, dass VW vor allen Dingen auf dem in China boomenden E-Auto-Markt in den vergangenen Jahren den Anschluss verloren hat. Brandstätter setzt hier auch große Hoffnungen in seinen neuen Mann vor Ort: „Mit Thomas Ulbrich wird nun ein führender Entwicklungs- und Softwareexperte unseres Konzerns die Lokalisierung und Vernetzung der Entwicklungsaktivitäten in der Region weiter vorantreiben”. Ulbrich war im Laufe seiner Karriere bei VW bereits zweimal in China aktiv.
VW möchte in China zielgruppenorientierter agieren
Die geplanten Produktionsstätten vor Ort sollen nun einen wichtigen Meilenstein im VW-China-Geschäft markieren und dem Konzern dabei helfen, auf dem dynamischen und wettbewerbsintensiven chinesischen Markt wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. Hierfür ist es laut Brandstätter essenziell, schnell, effizient und vor allen Dingen zielgruppengerecht zu agieren. Die neuen, exklusiv für den chinesischen Markt produzierten Modelle sollen preislich zwischen 18 000€ und 22.000€ liegen und bereits ab dem Jahr 2026 an den Mann gebracht werden. Mit dieser Strategie nimmt Volkswagen den Preiskampf an, der von chinesischen Autobauern wie BYD, aber auch vom nordamerikanischen Konkurrenten Tesla in den vergangenen Monaten und Jahren betrieben wird.
Der Schlüssel zum potenziellen Erfolg dieser Strategie liegt in der gezielten Produktanpassung an lokale Bedürfnisse und Gegebenheiten. Der chinesische Elektroautomarkt ist geprägt von jüngeren Käufern mit spezifischen Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf Technologie und Preis. Ausländische Autobauer, wie eben auch Volkswagen, haben Schwierigkeiten, mit der schnellen Entwicklung und dem aggressiven Marketing der chinesischen Hersteller mitzuhalten. Der Erfolg hängt also davon ab, wie gut die neuen Modelle die Bedürfnisse und Wünsche der chinesischen Konsumenten erfüllen und wie effizient VW die Kosten durch lokale Partnerschaften senken kann.
"Ein kühner Schritt”
„Diese Strategie ist ein kühner Schritt, der zeigt, dass Volkswagen bereit ist, sich anzupassen und innovativ zu sein“, sagt Marcus Hafkemeyer, VW-Manager im Bereich Forschung und Entwicklung. Auch er betont, dass die Nähe zu chinesischen Lieferanten und die Anpassung an lokale Bedürfnisse entscheidend für den Erfolg sein werden. Natürlich birgt diese Strategie auch Risiken, vor allen Dingen im Hinblick auf die Qualität der Produkte sowie die Markenwahrnehmung des Konzerns im Allgemeinen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Volkswagen mit seiner „In China, für China“-Strategie Erfolg haben wird.
Übrigens: Wir decken in unserem Produktportfolio einen Großteil der Big Player der weltweiten Automobilindustrie ab. Während unser DAX40-Aktienpaket die Wertpapiere von unter anderem Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz und Porsche beinhaltet, finden sich die Aktien zu chinesischen Unternehmen wie BYD, XPeng oder NIO in unseren China-Titans-Paket wieder. Den Tesla-Anteilsschein analysieren wir derweil im Rahmen unseres TECH33-Aktienpakets.




