Die Medienbranche ist im Wandel: Warner Bros. spaltet sich auf
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Die Medienbranche ist im Wandel: Warner Bros. spaltet sich auf

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Manuel Gottschalk

Die Medienbranche hat in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchlebt, doch dieser ist noch längst nicht zu Ende. Das lässt sich auch an der jüngsten Entscheidung von Warner Bros. Discovery (WBD) erkennen. Der US-Medienkonzern plant, sich bis Mitte 2026 in zwei börsennotierte Unternehmen aufzuspalten: einerseits ein Streaming- und Studiogeschäft, in dem u.a. der Streamingdienst HBO, Warner Bros. und DC-Studios beheimatet sein sollen und andererseits ein Netzwerkunternehmen mit regulären TV-Sendern wie CNN und Discovery.

Diese strategische Trennung, angeführt von CEO David Zaslav für Streaming und Studios sowie CFO Gunnar Wiedenfels für Netzwerke, soll die wachstumsstarken Bereiche von den rückläufigen Kabel-TV-Segmenten entkoppeln und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die Ankündigung ließ die WBD-Aktie deutlich ansteigen. Der Konkurrenzkampf an der Spitze des Streaming-Geschäfts wird mit Warners Neuaufstellung noch enger. Disney versucht, mit hochkarätigen Kinofilmen Schritt zu halten, Netflix bleibt mit starken Zahlen Branchenprimus.

Quartalszahlen: Disney kämpft, Netflix liefert

Walt Disney meldete für Q2 2025 robuste Ergebnisse. Der Umsatz im Direct-to-Consumer (DTC)-Segment (Disney+, Hulu) stieg um etwa zehn Prozent auf 5.5 Milliarden Dollar, während der operative Verlust auf unter 200 Millionen Dollar schrumpfte. Disney+ verzeichnete weltweit rund 155 Millionen Abonnenten, trotz eines leichten Rückgangs in einigen Märkten. Erfolgreiche Kinostarts wie Mufasa: Der König der Löwen trug zum Gesamtumsatz von 22.5 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 6 Prozent. Disney erwartet auch für die zwei noch ausstehenden Quartale 2025 ein zweistelliges Gewinnwachstum. Dies soll allen voran durch die Streamingsparte und den Freizeitparks erwirtschaftet werden.

Hoch hinaus nach der April-Korrektur: Warner Bros. befindet sich vor der geplanten Aufspaltung im Aufwind.


Netflix startete 2025 mit einem robusten Umsatzwachstum von zwölf Prozent auf 10,54 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal, womit die Erwartungen der Analysten (10.5 Milliarden) und die eigene Prognose (10.4 Milliarden) übertroffen wurden. Für das zweite Quartal wird ein Umsatz von elf Milliarden US-Dollar (15 Prozent Wachstum) und eine operative Marge von gut 33 Prozent prognostiziert.



Treiber sind Preiserhöhungen, starkes Nutzerengagement durch globale Hits wie Back in Action (146 Millionen Views) und ein wachsendes Werbegeschäft mit einer neuen Werbetechnologie-Plattform. Ein vielfältiger Content, der strategische Ausbau von Live-Events wie die Wrestling-Liga WWE und die US-Football-Liga NFL, die stabile Kundenbindung und das Streben nach internationaler Expansion dürfte auch weiterhin für positive Aussichten sorgen (obwohl in Deutschland 2024 Prime Video bei den neuen Abos leicht führte).

Disruption durch Streaming: Was bringt die Zukunft?

Das Streaming-Geschäft, angeführt von Pionier und Branchenprimus Netflix, hat das Fernseh- und Kinogeschäft nachhaltig verändert. Klassische TV-Netzwerke leiden seither unter sinkenden Kabelabonnements und Werbeeinnahmen, wie bei Warners CNN oder Comcasts MSNBC. Die Kinos kämpfen hingegen mit kürzeren Veröffentlichungsfenstern, da die Studios Inhalte inzwischen schneller auf Streaming-Dienste bringen.

Hinzu kommt, dass diese ein hohes Maß an Bequemlichkeit bieten, ein breites und kostengünstiges Angebot und keine störenden Sitznachbarn, die den ganzen Film über mit Popcorn rascheln.

Dies führt insgesamt zu einem Rückgang der Kinobesuche. Laut einer Studie von Statista (2024) sank die weltweite Kinokassen-Umsätze 2023 um 15 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Produktionsfirmen kontern seit geraumer Zeit mit eigenen Streaming-Plattformen, wie eben auch Warner Brothers Discovery, obgleich die Einnahmen durch diese geringer sind als an den Kinokassen.

Die Luft wird dünn: Trotz guter Kinostarts in letzter Zeit dürfte die Disney-Aktie bald in eine längere Korrektur gehen.

Die Streaming-Branche steht vor weiteren Konsolidierungen und Innovationen. Analysten prognostizieren, dass Disney+ und die größeren Dienste bis 2026 nachhaltig profitabel werden, während kleinere Anbieter wie Paramount+ Marktanteile verlieren könnten. Die Aufspaltung von WBD spiegelt den Trend wider, wachstumsstarke Segmente zu isolieren, um so auch finanzstarke Investoren anzulocken. Gleichzeitig intensiviert sich der Wettbewerb durch neue Modelle, wie werbefinanzierte Abos, die inzwischen alle großen Streaming-Dienste anbieten.

Der Einfluss von KI

Künstliche Intelligenz (KI) wird die Branche weiter prägen und dürfte als Katalysator eine Ära der Effizienz und Innovation einleiten. KI-gestützte Algorithmen optimieren bereits jetzt schon Inhaltsempfehlungen bei Netflix und Disney+. Zukünftig sollten neue KI-Tools die Produktionskosten senken, etwa durch automatisierte Drehbuchanalysen oder visuelle Effekte. KI-generierte Inhalte könnten sogar kleinere Nischenprojekte ermöglichen. Außerdem kann die KI die werbefinanzierten Modelle weiter revolutionieren und vorantreiben, was wiederum die Einnahmen zusätzlich steigern soll.

Der Branchenprimus klettert: Netflix dürfte bald abverkaufen, dann nochmal ansteigen und anschließend eine längere Korrektur hinlegen.
Allerdings birgt die intensive Nutzung durch KI auch Risiken: Datenschutzprobleme, ethische Fragen und Urheberrechtsdebatten wären da nur einige, die man nennen kann. Auf längere Sicht gesehen könnte durch die übermäßige Arbeit mit der KI vielleicht sogar die schöpferische Kreativität der involvierten Menschen leiden oder zumindest nicht mehr ihr volles Potential entfalten. Die Erleichterungen und die Reduzierung des zeitlichen Aufwandes spiegeln sich einerseits in einer höheren Gewinnmarge wider. Andererseits birgt sie aber auch das Risiko, dass die inhaltliche Qualität aus Kostengründen leidet. Warner, Netflix und Co. dürfte das nicht sonderlich kümmern, solang die Verkaufszahlen stimmen.

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Manuel Gottschalk

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