Die „Königin der Lüfte“ dankt ab: Die letzte Boeing 747 wurde ausgeliefert
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Die „Königin der Lüfte“ dankt ab: Die letzte Boeing 747 wurde ausgeliefert

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Louisa Hellmann

Sie haben es vielleicht schon gehört – die letzte Boeing 747 wurde ausgeliefert. Bereits im Juli 2020 hatte Boeing die Produktionseinstellung der „Königin der Lüfte“ bekannt gegeben, eigenen Angaben zufolge wegen mangelnder Nachfrage. Mittlerweile seien zweimotorige Jets beliebter als die Maschine mit vier Triebwerken und die 747 den meisten Kunden somit zu groß und zu teuer. Bis November 2021 wurden daher alle übrigen bestellten Passagiermaschinen ausgeliefert und Anfang dieser Woche wurde schließlich auch das letzte Frachtflugzeug seinem Käufer, der Fluggesellschaft Atlas Air Worldwide, übergeben.

Bewegte Vergangenheit 

Die Boeing 747 blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Lange Zeit war das Modell das weltgrößte Passagierflugzeug und zählt bis heute zu den bekanntesten und meistgenutzten Flugzeugtypen. Und ist dank seines charakteristischen „Buckels“, in dem sich das Cockpit befindet, leicht zu erkennen. Die Größe des zweistöckigen Jumbojets war nicht nur selbst schon eine Revolution, sondern bewirkte auch ökonomische und gesellschaftliche Veränderung. Während Flugreisen vor der Entwicklung des Jumbojets eine extrem teure Angelegenheit waren, sorgte die Boeing 747 mit ihrer üppigen Kapazität dafür, dass mehr Passagiere auf einmal befördert und somit die Preise gesenkt werden konnten. Dadurch wurde das Flugzeug als Transportmittel für immer mehr Menschen erschwinglich und das Fliegen konnte sich als Geschäft deutlich weiterentwickeln.

Ein erfolgreiches Produkt 

Allerdings brauchte es eine Weile, bis sich die 747 so weit etabliert hatte, dass sogar 6 US-Präsidenten ihr als Dienstflugzeug mit dem Namen „Air Force One“ Vertrauen schenkten. Für die Entwicklung und den Bau der Großraummaschine in den 1960er Jahren investierte Boeing viel – in der Tat so viel, dass das Unternehmen beinahe in den Ruin stürzte. Das Boeing-Werk Everett nördlich von Seattle wurde extra für die Endmontage des Kolosses gegründet und beherbergt noch immer die mit 13 385.378 Kubikmetern zweitgrößte Halle der Welt (nach Volumen). Neben den hohen Kosten machten dem Boeing-Konzern zunächst auch Triebwerkprobleme beim Jungfernflug sowie die Ölkrise und die damit einhergehende Auftragsflaute zu schaffen. Zu einem richtigen Erfolg mauserte sich die 747 erst ab Ende der 1980er Jahre, als effizientere Triebwerke und leichtere Materialien verbaut wurden und bei Boeing immer mehr Aufträge eingingen. Rund 90 Fluggesellschaften – und zahlreiche ungenannte Kunden – kauften den Jumbojet, bis Ende Dezember 2022 wurden insgesamt 1573 Boeings 747 bestellt und 1572 ausgeliefert.

Seitdem im Januar 1970 im Auftrag der Airline Pan American World Airways die erste Boeing 747 von New York nach London flog, hat die Maschine in ihren 53 Jahren Geschichte also nicht nur Menschen und Güter bewegt. Nicht umsonst wurde die letzte Auslieferung am 31. Januar 2023 von einer Abschiedszeremonie begleitet.

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Louisa Hellmann

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