Der Volatilitätsindex: das steckt dahinter
#Finanzbildung

Der Volatilitätsindex: das steckt dahinter

Author

Manuel Gottschalk

An den vergangenen Tagen, vor allen Dingen am Montag, wurden die globalen Finanzmärkte ordentlich durchgerüttelt. Dabei wurde aber nicht nur der Puls der Hedgefondsmanager und Privatanleger in die Höhe getrieben, sondern ebenso der Volatilitätsindex, der auch mit dem für deutsche Ohren durchaus skurril klingenden Namen VIX abgekürzt wird. Dieser wurde 1993 von der CBOE (Chicago Board Options Exchange), einer der weltweit größten Options-Börsen, entwickelt. Ziel war es, einen objektiven Maßstab für die kommende Marktvolatilität zu entwickeln. Zuvor mussten Investoren auf eigene Berechnungen oder weniger präzise Indikatoren zurückgreifen. Seither ist dieser Index nicht nur bei professionellen Anlegern auf breite Akzeptanz gestoßen, sondern auch bei privaten Investoren. Bis heute hat sich der VIX für viele Marktteilnehmer zu einem unverzichtbaren Werkzeug entwickelt.

Der auch als Angstbarometer bezeichnete Index gestattet den Marktteilnehmern Einblick in die Erwartung zukünftiger Kursschwankungen und kann somit zum einen bei der Risikobewertung, zum anderen bei der Entwicklung von Handelsstrategien hilfreich sein. Ein hoher VIX deutet nämlich auf eine erhöhte Unsicherheit und potenzielle Marktvolatilität hin, während ein niedriger VIX auf ein eher ruhiges Umfeld hinweist. Portfoliomanager nutzen den VIX zur Bestimmung des Marktsentiments und um eventuelle Risiken ausmachen zu können. Werden solche identifiziert, können die Positionen adjustiert oder mit entsprechenden Optionen abgesichert respektive gehedged werden. Folglich wird in einem solchen Fall das Portfolio defensiver ausgerichtet und auf Titel, Branchen oder Regionen umgeschichtet, die zu diesem Zeitpunkt weniger anfällig oder volatil sind. Mittlerweile gibt es sogar Futures und Optionen, die direkt den VIX handeln und es Händlern ermöglicht, eins zu eins auf die Volatilität zu spekulieren, ohne sich dabei auf spezifische Aktien oder Indizes beschränken zu müssen.

Die Berechnung des Volatilitätsindex

Der Volatilitätsindex wird auf Basis der impliziten Volatilität von Optionspreisen berechnet. Er verwendet die Preise von Optionen auf den S&P 500-Index, um die erwartete Schwankungsbreite des Marktes in den nächsten 30 Tagen zu ermitteln (Optionen sind Handelsinstrumente, die dem Inhaber das Recht geben, ein Vermögenswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, ohne ihn jedoch dazu zu verpflichten). Die Berechnung basiert auf einem gewichteten Durchschnitt der erwarteten Volatilitäten verschiedener Optionen mit unterschiedlichen Strike-Preisen und Laufzeiten. Hierbei werden sowohl Call- als auch Put-Optionen berücksichtigt. Hohe Optionsprämien signalisieren, dass von höheren Kursschwankungen der Assets innerhalb des S&Ps ausgegangen wird, da die Investoren bereit dazu sind, mehr zu zahlen, um sich gegen potenzielle Marktbewegungen abzusichern. Der VIX stellt somit ein Maß für die Markterwartungen hinsichtlich zukünftiger Volatilität dar.

Am Montag diese Woche erreichte der VIX über 65 Punkte, ein Wert, der zuletzt vor vier Jahren im Rahmen des Corona-Crashs verzeichnet wurde. Nicht einmal im Zuge des Ausbruchs des Ukraine-Krieges wurde ein solch hoher Wert erreicht, in dieser Zeit hielt sich der VIX unter 40. Die Pleite der Lehman Brothers Bank zum Start der Finanzkrise 2008 konnte den bisher höchsten Ausschlag im Angstbarometer auslösen, hier betrug der Volatilitätsindex ganze 96 Punkte. Allem Anschein nach sollten spannende Wochen vor uns liegen. Zu dieser Gelegenheit sollte man sich die Worte von Starinvestor Warren Buffett ins Gedächtnis rufen: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind und sei ängstlich, wenn andere gierig sind“. Um durch die stürmischen Gewässer der Finanzwelt navigieren zu können, ist jedenfalls ein guter Kompass unabdingbar. Hier können unsere Analysen Abhilfe schaffen – sei es nun am Aktienmarkt, im Krypto-Sektor oder beim Handel mit (Edel-)Metallen und Rohstoffen.

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Manuel Gottschalk

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