US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die angedrohten Zölle auf europäische Produkte zu senken, wenn die Europäische Union ihren Markt stärker für amerikanische Unternehmen öffnet. Der Republikaner sagte auf einer Pressekonferenz über die noch laufenden Verhandlungen: "Wenn sie zustimmen, die Europäische Union für amerikanische Unternehmen zu öffnen, dann werden wir einen niedrigeren Zoll erheben." Man sei in ernsthaften Verhandlungen.
Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angedeutet, dass im Handelsstreit zwischen der EU und den USA eine Einigung bevorstehen könnte. Vor seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sagte er am Mittwochabend in Berlin, man werde unter anderem über die "aktuelle Handelspolitik" beraten, "zu der wir in diesen Minuten hören, dass es möglicherweise Entscheidungen geben könnte".
EU plant Gegenmaßnahmen bei Scheitern der Verhandlungen
Sollten die Verhandlungen scheitern, hat die EU bereits ein Paket von Gegenmaßnahmen vorbereitet. Ab dem 7. August könnten Zölle auf US-Produkte im Wert von 93 Milliarden Euro fällig werden. Diese Maßnahmen wurden von den EU-Mitgliedstaaten beschlossen, um auf mögliche US-Zölle von 30 Prozent zu reagieren, die Trump für den 1. August angekündigt hatte.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angedeutet, dass eine Einigung im Handelsstreit zwischen der EU und den USA bevorstehen könnte. Trump hatte kürzlich mit Japan Zölle von 15 Prozent vereinbart, was deutlich weniger ist als ursprünglich geplant. Die USA verhandeln seit Wochen mit der EU über einen Handelsdeal, um die angekündigten Zölle zu verhindern.
Fortschritte und Herausforderungen in den Verhandlungen
Die EU sieht die Möglichkeit eines Handelsabkommens mit den USA als "in Reichweite", während der 1. August, der Stichtag für die angedrohten Zölle, näher rückt. EU-Diplomaten haben angedeutet, dass die USA einen breiten Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten europäischen Importe vorgeschlagen haben. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich nicht zu den laufenden Gesprächen äußern, betonte jedoch, dass die Verhandlungen mit Hochdruck geführt werden.
US-Finanzminister Scott Bessent äußerte sich positiv über die Fortschritte in den Verhandlungen mit der EU. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, betonte, dass eine schnelle Lösung der Handelsunsicherheiten von Vorteil wäre. Der CEO der französischen Luxusgruppe LVMH und einer der reichsten Menschen der Welt, Bernard Arnault, warnte vor den Folgen eines Handelskriegs mit den USA, einem der wichtigsten Märkte für europäische Unternehmen.
Stahlzölle bleiben ein Streitpunkt
Ein neuer Vorschlag für ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA sieht keine Reduzierung der 50-prozentigen Strafzölle auf Stahlimporte vor, die Trump verhängt hat. Dies stellt einen Rückschlag für die europäische Stahlindustrie dar, die bereits unter hohen Energiekosten und Konkurrenz aus China leidet. Trump bestätigte, dass die Zölle auf eine Spanne von 15 bis 50 Prozent festgelegt werden.
Ein Brüsseler Diplomat bestätigte, dass der neue Vorschlag einen Basistarif von 15 Prozent für eine Reihe von Waren vorsieht, wobei Stahl eine Ausnahme bildet. Die EU strebt jedoch einen Kompromiss an, bei dem der 50-prozentige Tarif nur auf Stahl angewendet wird, der über eine bestimmte Quote hinaus exportiert wird. Die Verhandlungen über Ausnahmen und Zollsenkungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
Schließen Trump und die EU einen Deal?
Die Verhandlungen zwischen der EU und den USA gehen weiter und es bleibt abzuwarten, ob eine Einigung erzielt werden kann, die die angedrohten Zölle verhindert. Die EU strebt an, die Handelsbeziehungen zu stabilisieren und die Unsicherheiten für europäische Unternehmen zu reduzieren. Ein möglicher Durchbruch könnte auch Auswirkungen auf andere Handelsbeziehungen der EU haben, insbesondere mit China, wo Fortschritte bei der Versorgung mit seltenen Erden erzielt wurden.




