Pilot und Drohne im Sonnenuntergang
#Global Markets

Danger Zone: Warum wir den Drohnen-Hype geshortet haben

Author

Robert Fabian

Das Wichtigste in Kürze

  • Terra Drone kletterte von rund JPY 1000 im Januar auf JPY 11 700 im September.

  • In unserer roten Zielzone haben wir am 24. September eine Short-Position bei JPY 10 000 eröffnet.

  • Nach sieben Handelstagen haben wir die Position bei JPY 9080 mit 9.20% Profit geschlossen.

Noch bevor eine künstliche Intelligenz Arbeitsplätze bedrohte, erhielt Tom Cruise als Maverick im zweiten Teil von Top Gun eine Hiobsbotschaft. Admiral Chester Hammer Cain eröffnete ihm, dass die Zukunft der unbemannten Luftfahrt gehöre. Drohnen brauchen keinen Schlaf, keine Pausen und widersprechen keinem Befehl. Typen wie er würden schlicht nicht mehr gebraucht. Der Film brauchte gut zwei Stunden, um diese Prognose zu widerlegen. Und in der echten Welt?

Terra Drone brauchte nur etwas länger, nämlich acht Monate, um die These, die bei Top Gun noch widerlegt wurde, an der Börse zumindest vorerst zu bestätigen: In einem fulminanten Aufstieg kletterte die Aktie von rund JPY 1000 im Januar auf JPY 11 700 im September. Eine glatte Verzehnfachung. Dann verlor sie konstant an Flughöhe. Mit einem Short-Trade profitierten Abonnenten unseres Asia+ Titans-Analysepakets innerhalb kürzester Zeit. Laut unserer Analyse ist der Sturzflug noch nicht vorbei.

Was hinter Terra Drone steckt

Terra Drone wurde 2016 in Tokio gegründet und hat sich auf Drohnen für die Industrie spezialisiert. Das Unternehmen vermisst mit seinen Fluggeräten Baustellen und Minen, prüft Tanks, Kessel und Leitungen in Chemieanlagen und Kraftwerken und unterstützt Landwirte bei der Überwachung ihrer Felder. Mit der Terra Xross 1 hat Terra Drone zudem eine eigene Drohne für Inspektionen in Innenräumen entwickelt, die inzwischen auch über Vertriebspartner in Deutschland und Taiwan verkauft wird. Damit zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Anbietern von Drohnen-Dienstleistungen.

Ein zweites Standbein ist die Steuerung des Luftverkehrs. Terra Drone entwickelt Systeme, die den Flugbetrieb von Drohnen und künftig auch von Lufttaxis koordinieren, damit sich unbemannte Fluggeräte sicher den Luftraum teilen können. Neue Aufträge aus dem Verteidigungsbereich befeuerten 2026 zusätzlich die Fantasie der Anleger. Finanziell steht das Unternehmen allerdings noch am Anfang: Bei einem Jahresumsatz von rund 5 Mrd. Yen schreibt Terra Drone weiterhin Verluste.


Landwirtschaft Drohne
Drohnen im Einsatz über einem Reisfeld: Auch die Landwirtschaft gehört zu den Geschäftsfeldern von Terra Drone.

Mit Vollgas in die Danger Zone

Wie überhitzt die Lage war, zeigte sich spätestens Ende August. Am 26. August schoss der Kurs nach einer Unternehmensmeldung um 21% in die Höhe und erreichte damit das maximal zulässige Tagesplus an der Tokioter Börse. Trotz anhaltender Verluste bewertete die Börse Terra Drone zu diesem Zeitpunkt mit fast dem 37-Fachen des Buchwerts.

Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf die Anleger. Ende August standen über 1.2 Millionen auf Kredit gekauften Aktien gerade einmal 2800 leerverkaufte gegenüber. Auf jede Wette gegen die Aktie kamen damit mehr als 400 Wetten auf weiter steigende Kurse. Fast alle saßen im Cockpit und gaben Vollgas.

In der Atmosphäre verglüht

Für uns hatte die Danger Zone eine klare Farbe: Rot. Mithilfe der Elliott-Wellen-Theorie hatten wir im Chart von Terra Drone eine rote Zielzone definiert, also einen Bereich, in dem wir das Ende des Höhenflugs erwarteten. Die Kursstruktur sprach dafür, dass dem Anstieg allmählich die Luft ausging.

Am 24. September erreichte der Kurs unsere Zielzone und wir eröffneten bei JPY 10 000 eine Short-Position. Wenige Tage später teilte Terra Drone seine Aktien im Verhältnis 2:1. Der Preis je Aktie halbierte sich, an unserem Szenario änderte das jedoch nichts. Eine Aktie wird schließlich nicht günstiger, nur weil ihr Preis optisch halbiert wird.



Der abgeschlossene Short-Trade auf Terra Drone in unserem Tradingdepot: Einstieg bei JPY 10 000, Ausstieg bei JPY 9080.

Landung im HKCM-Hangar nach sieben Handelstagen

Danach ging es zügig abwärts und die Aktie fiel planmäßig aus unserer roten Zielzone heraus. Am 2. Oktober haben wir die Position bei JPY 9080 geschlossen.

Unser ursprüngliches Kursziel lag sogar noch etwas tiefer. Die jüngste Kursstruktur sprach jedoch dafür, den Profit vorzeitig zu sichern. Auch das gehört zu einem guten Trade: Wer landet, solange noch genug Treibstoff im Tank ist, muss keine Turbulenzen fürchten. Inzwischen notiert die Aktie deutlich unter unserem Ausstiegskurs.

Der Sinkflug ist aus unserer Sicht noch nicht beendet. Wir rechnen damit, dass Terra Drone weiter nachgibt, bevor sich die Aktie längerfristig stabilisieren kann. Für diesen Fall haben wir bereits einen Langfrist-Einstiegsbereich deutlich unterhalb des aktuellen Kurses definiert. Wo genau er liegt und wie sich das Szenario weiterentwickelt, erfahren Mitglieder unseres Asia+ Titans-Analysepakets in den laufenden Updates.

Terra Done Chart
Terra Drone (4h): Der Sinkflug geht weiter.


Terra Drone zeigt, wie schnell eine Zukunftsgeschichte einen Höhenflug auslösen kann und wie schnell sich die Richtung nach einem Hype auch wieder ändern kann. Für uns war nicht die Story entscheidend, sondern die Kursstruktur. Denn bei HKCM setzen wir nicht auf unbemannte Analyse: Bei uns sitzen erfahrene Analysten im Cockpit. Wenn Sie den nächsten Höhen- oder Sinkflug nicht verpassen möchten, werfen Sie einen Blick auf unser Asia+ Titans-Analysepaket.


LESEEMPFEHLUNG: Unser Analyst warnt: Die Börsenrally ruht auf zu wenigen Schultern


Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern eine charttechnische Einschätzung zu Informationszwecken. Börsengeschäfte sind risikobehaftet. Treffen Sie Entscheidungen stets eigenverantwortlich.

Author

Robert Fabian

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.