Oracle-Aktie explodiert trotz Gewinn-Enttäuschung
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Oracle-Aktie explodiert trotz Gewinn-Enttäuschung

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

Oracle hat im jüngsten Quartal zwar die Gewinnerwartungen knapp verfehlt, aber mit einem Auftragsbestand von 455 Milliarden US-Dollar einen Rekord gemeldet. Der Konzern prognostiziert, den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur von rund zehn Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 bis 2030 auf 144 Milliarden US-Dollar zu steigern. Diese Aussicht löste an der Börse einen Kurssprung von 30 Prozent aus – den stärksten seit dem Dotcom-Boom.

 

Die Zahlen, die niemanden beeindruckten

Eigentlich begann der Tag für Oracle unspektakulär. Mit einem Quartalsumsatz von 14.93 Milliarden US-Dollar blieb der Konzern knapp unter den Erwartungen, auch beim Gewinn pro Aktie von 1.47 US-Dollar gab es ein leichtes Verfehlen. Der Nettogewinn stagnierte bei 2.93 Milliarden US-Dollar – exakt auf Vorjahresniveau. Normalerweise wären das nüchterne, fast enttäuschende Daten.

Doch kaum waren die Zahlen veröffentlicht, richteten sich die Blicke nicht mehr auf das Hier und Jetzt, sondern auf die Zukunft. Denn was Oracle in seinen Prognosen präsentierte, ließ selbst erfahrene Analysten sprachlos zurück. Aus einem routinierten Quartalsbericht wurde binnen Minuten ein Ereignis, das die Börse in Aufruhr versetzte.

Die Zukunft, die alles verändert

Oracle meldete, dass seine noch nicht verbuchten, aber vertraglich gesicherten Aufträge auf 455 Milliarden US-Dollar angeschwollen sind – ein Anstieg von 359 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Diese Zahl allein markiert eine tektonische Verschiebung. Hinter ihr stehen vier Multimilliarden-Deals mit drei Großkunden sowie ein spektakulärer Vertrag mit OpenAI, der den Bau von 4.5 Gigawatt Rechenzentrumsleistung in den USA vorsieht.

Noch eindrucksvoller sind die Wachstumsprognosen: Von derzeit rund zehn Milliarden US-Dollar Cloud-Infrastrukturumsatz will Oracle bis 2026 auf 18 Milliarden steigen. Drei Jahre später sollen es 73 Milliarden sein, bevor im Jahr 2030 das Ziel von 144 Milliarden erreicht wird. Analysten überboten sich mit Superlativen, sprachen von einem „seismischen Shift“ in der Branche. Die Börse reagierte entsprechend: Die Aktie schnellte nachbörslich um 30 Prozent nach oben und steht damit vor dem größten Tagesgewinn seit dem Dotcom-Boom.

Im Zuge der gestrigen Präsentation der jüngsten Quartalszahlen schoss die Oracle-Aktie kurzerhand über 30% nach oben. Wir räumen der giftgrünen Welle [I] in der weiteren Abfolge noch reichlich Platz auf der Oberseite ein, ehe sich eine große Welle-[II]-Korrektur einstellen dürfte.

Die neue Rolle von Oracle

CEO Safra Catz und Mitgründer Larry Ellison ließen keinen Zweifel daran, dass Oracle im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz nicht nur mithalten, sondern prägen will. Ellison kündigte für Oktober eine neue AI Database an, die es ermöglicht, OpenAI-Modelle direkt auf Oracle-Daten laufen zu lassen. Parallel gab man bekannt, dass Googles Gemini-Modelle künftig in der Oracle-Cloud verfügbar sein werden – ein Signal, dass selbst Konkurrenten auf die Infrastruktur des einstigen Datenbankspezialisten setzen.

„Früher sprachen wir nicht mit CEOs. Heute sprechen wir mit Staatschefs, weil KI so wichtig ist“, erklärte Ellison und machte klar, dass Oracle seinen Anspruch erweitert: vom reinen Technikanbieter hin zum geopolitischen Schwergewicht. Mit Kapitalausgaben von 35 Milliarden US-Dollar für neue Infrastruktur wagt das Unternehmen einen enormen Kraftakt. Doch genau dieser Mut, kombiniert mit strategischen Partnerschaften, treibt die Fantasie der Märkte an. Oracle zeigt, dass selbst ein Traditionsriese des Silicon Valley nicht in der Vergangenheit verharren muss – sondern noch einmal ganz vorne mitspielen kann.

 

FAQ

Wie ist die Oracle-Prognose für 2025?
Oracle erwartet für das Geschäftsjahr 2025 ein starkes Wachstum im Cloud-Infrastrukturgeschäft: Der Umsatz aus Oracle Cloud Infrastructure (OCI) soll um 77 Prozent auf 18 Milliarden US-Dollar steigen. Langfristig peilt das Unternehmen sogar 144 Milliarden US-Dollar in etwa vier Jahren an. Diese Prognosen basieren auf einem massiven Anstieg der gebuchten Aufträge (Remaining Performance Obligations), die aktuell bei 455 Milliarden US-Dollar liegen.

Ist Oracle eine gute Aktie?
Viele Analysten bewerten Oracle derzeit positiv, da es zurzeit massiv vom Boom im KI-gestützten Cloud-Bereich profitieren kann. Die aggressive Wachstumsstrategie bei OCI, strategische Partnerschaften (u. a. mit OpenAI, Google, Amazon, Microsoft) und ein riesiger Auftragsbestand stützen diese Einschätzung deutlich (keine Finanzberatung!).

Wird Oracle steigen?
Die Aktie könnte weiterhin steigen, wenn das Unternehmen seine ambitionierten Cloud-Ziele erreicht. Analysten haben die Kursziele teils deutlich angehoben – beispielsweise Bernstein auf 308 US-Dollar, Jefferies auf 270 US-Dollar – was mittel- bis langfristig einem ordentlichen Aufwärtspotenzial entspricht.

Wie hoch ist das Kursziel für Oracle im Jahr 2025?
Die Preisspanne unter Analysten ist breit: 12-Monats-Kursziele liegen zwischen 167 US-Dollar und 325 US-Dollar, mit einem Durchschnitt von etwa 219 US-Dollar. Einige optimistische Prognosen, etwa von Bernstein oder Jefferies, bewegen sich im höheren Bereich.

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Esma Sakalli

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