Ciao, Vierjahreszyklus? Auf diese drei Signale haben Bitcoin & Altcoins gewartet [Part 3]
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Ciao, Vierjahreszyklus? Auf diese drei Signale haben Bitcoin & Altcoins gewartet [Part 3]

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Simeon Koch

Das Wichtigste in Kürze

  • Zurückkehrende Risikofreude haucht dem Kryptomarkt neues Leben ein
  • Technische Signale bei Ethereum und Altcoins ähneln 2017 und 2021
  • Bitcoins Marktdominanz schwächelt und könnte weiter an Momentum verlieren

In der Nacht auf den heutigen Montag hat Bitcoin den höchsten Wochenschluss seit Mitte Januar hingelegt. Am Wochenende kletterte der Kurs auf über 82 000 Dollar und selbst die zuletzt so schwachen Altcoins haben ein bisschen Momentum abbekommen. Noch vor zwei Monaten schien der gesamte Kryptomarkt klinisch tot – nun scheint ein Comeback plötzlich wieder möglich. Und das ist kein Zufall. Denn während in den letzten Wochen und Monaten Panik herrschte, haben sich die fundamentalen Daten für Bitcoin und Altcoins stetig verbessert.


Die Stimmung im Kryptomarkt ist mies. Blickt man durch die oberflächliche Panik, offenbaren sich technische Bullrun-Signale wie 2017 und 2021.


Was sich genau für den Kryptomarkt verändert hat, spiegelt sich in drei wichtigen Bullrun-Indikatoren, die zum ersten Mal seit Jahren auf Expansion stehen. In den ersten beiden Teilen dieser Miniserie haben wir uns dem Preisverhältnis zwischen Kupfer und Gold sowie der globalen (Zentralbank-) Liquidität gewidmet. Im dritten und letzten Teil stehen nun technische Signale im Zentrum, die neben dem Altcoin-Marktführer Ethereum vor allem kleinere Kryptowährungen und die Marktdominanz von Bitcoin betreffen.

Totgesagte steigen stärker: Ist Ethereum bereit für den Bullrun?

Das Wichtigste zu Beginn: Die Indikatoren, die in dieser Miniserie beleuchtet werden, sind keine Garantie für künftige Preisentwicklungen. Sie offenbaren auffällige bullische Muster, die in früheren Krypto-Zyklen zu entscheidenden bullischen Expansionsbewegungen geführt haben. Wichtig zu verstehen ist dabei, dass es sich um übergeordnete Signale handelt, die sich auf langfristige Preisentwicklung fokussieren.

Tipp: Hier geht’s zu Teil 1 und Teil 2 dieser Miniserie!

Kurzfristige Volatilität ist weiterhin möglich, wie die vergangenen Monate gezeigt haben (während ein Teil dieser Signale bereits anschlug). Wer im Kryptomarkt erfolgreich sein möchte, muss verstehen, wie diese Indikatoren funktionieren: Sie zeigen fundamentale (bullische) Verschiebungen im Kryptomarkt, sind aber keine akuten Kaufsignale. Langfristig profitabel ist in diesem hochvolatilen und riskanten Marktumfeld nur, wer zu jeder Zeit eine verantwortungsvolle Positionierung priorisiert.


Die bekannte Psychologie von Marktzyklen: Wer erst einsteigt, wenn alle euphorisch sind, kommt zu spät. Die Kunst besteht darin, (technische) Risk-On-Signale früh zu sehen.


Was braucht der Kryptomarkt für einen explosiven Bullrun wie 2017 oder 2021? Richtig: einen Finanzmarkt, der vor Risikofreude nur so strotzt. Das Problem: Wer erst bei großer Euphorie einsteigt (so wie die große Masse der Kleinanleger), hat beste Chancen, sehr viel Geld zu verlieren. Sobald jeder die bullische These sieht, ist es zu spät. Deshalb sollte man die ersten Ansätze zurückkehrender Risikofreude so früh wie möglich erkennen. Börsenerfolg entsteht in stillen Phasen. Und in Sektoren, die gerade nicht im Fokus der Masse stehen.

Leseempfehlung: Nie mehr Altcoin-Season? Was zuletzt steigt, steigt am stärksten!

Das allein könnte schon Indikator genug sein: Durch Spot-ETFs, Stablecoins und Tokenisierung erlebt der Kryptomarkt die größte Adaptionswelle seiner Geschichte – und steckt gleichzeitig seit Monaten im (Altcoin-) Bärenmarkt. Doch die ersten Zeichen zurückkehrender Stärke machen sich technisch bemerkbar, vor allem bei der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum. Im Verhältnis zu Bitcoin zeigt ETH nämlich eine sehr ähnliche Abfolge technischer Signale wie im Krypto-Bullrun 2021.


Bottom, Breakout, Retest – Altcoin-Season? Bei ETH/BTC wiederholt sich ein ähnliches Muster wie schon 2021. Ist der Ausgang ebenso ähnlich?


Nicht nur erreichte die ETH/BTC-Valuation ihr (bisheriges) Zyklustief in derselben Preisregion wie schon 2020 (rote Boxen); auch ähneln sich die anschließenden Konsolidierungsphasen (gelbe Boxen) auffällig. Zusätzlich gestärkt wird die Signalwirkung durch die Momentum-Indikatoren RSI und MACD. Der RSI (rote Linie) zeigt das Preismomentum über längere Zeit und wird in Relation zu einer gleitenden Durchschnittslinie (Signallinie) interpretiert. Der MACD besteht ebenfalls aus einer blauen Leit- und einer orangen Signallinie.

Bei beiden gilt: Ein Ausbruch der Leitlinie über die Signallinie ist ein bullisches Signal und weist auf Kursstärke hin (braucht aber bullische Bestätigung, da Fakeouts möglich sind, wie wir gleich sehen werden). Der RSI reagiert dabei sensibler auf kurzfristige Preisbewegungen und schwankt daher stärker. Im RSI von ETH/BTC wiederholt sich seit dem bisherigen Zyklustief im Sommer 2025 ein ähnliches Muster wie 2019 und 2020: Nach seinem Tiefpunkt brach der Indikator über die gelbe Signallinie aus und scheint sie nun von oben her zu testen.


Fakeout, Tief, Breakout – Altcoin-Season? Analog zu ETH/BTC gewinnt der Altcoin-Sektor gegen Bitcoin an Stärke. Auch hier auffällige Parallelen zu 2017 und 2021.


2020 begann nach diesem bullischen Retest des Ethereum-RSI auf Monatsebene die letzte große Altcoin-Season. Wie passend, dass aktuell auch der breite Altcoin-Sektor (in Relation zu Bitcoin) ein seltenes Bullrun-Signal sendet, das in dieser Form zuletzt 2017 und 2021 zu beobachten war. Das Signal besteht aus vier Schritten im Verhältnischart von Others (kumulierte Marktkapitalisierung kleiner Altcoins außerhalb der Krypto-Top-10) zu Bitcoin.

Im Jahr vor den Bullruns 2017 und 2021 brach der zugehörige RSI jeweils über seine Signallinie aus, fiel dann wieder darunter zum finalen Zyklustief und brach schließlich final aus. Auf diesen finalen Breakout folgte jeweils eine Altcoin-Season. Einem ähnlichen Muster folgt der RSI auch dieses Mal, allerdings über eine deutlich längere Zeitspanne: Das Fakeout geschah bereits bei der Altcoin-Rallye Anfang 2024, das (bisherige) Tief erreichte der RSI Mitte 2025. Zum Jahreswechsel erfolgte ein neuerlicher Breakout.

Bitcoin-Dominanz: Bereit zum Absturz?

Ob (und wenn ja, wann) sich nun auch der finale Part der Zyklen 2017 und 2021 in Form einer voll entfalteten Altcoin-Season wiederholt, bleibt vorerst offen. Gestützt werden die bullischen Signale im Altcoin-Sektor von gleichzeitig bärischen Tendenzen bei der Bitcoin-Dominanz (BTC.D). Die stärksten Altcoin-Phasen der vergangenen Zyklen waren jeweils begleitet von einem tiefen Einbruch des Marktanteils von Bitcoin. Und auch hier geben RSI und MACD derzeit spannende Aufschlüsse.


Bärenmarkt, Breakdown, Retest – Altcoin-Season? Die Entwicklung in der Bitcoin-Dominanz spiegelt die Stärke-Signale im Altcoin-Sektor. Ist der Vierjahreszyklus damit vorbei?


Denn ähnlich wie bei Others/BTC folgten die Momentum-Indikatoren auch bei der Bitcoin-Dominanz in den letzten beiden Zyklen einem sehr ähnlichen Drehbuch wie aktuell: Über die Bärenmärkte 2014/15 und 2018/19 hinweg blieb der BTC.D-RSI jeweils über der gelben Signallinie. Der erste Sturz unter die gelbe Linie in den Jahren 2016 und 2020 war gefolgt von einem neuerlichen Anstieg zurück an (oder sogar knapp über) die gelbe Signallinie für einen bärischen Retest. Danach begannen 2017 und 2021 die Altcoin-Seasons inklusive deutlicher BTC.D-Korrekturen.

Auch diesmal blieb der RSI der Bitcoin-Dominanz für den gesamten (Altcoin-) Bärenmarkt oberhalb seiner gelben Signallinie. Auf den ersten Breakdown Mitte 2025 (parallel zum ETH/BTC-Breakout) folgte eine Phase unterhalb der Signallinie und nun ein neuerlicher Anstieg für einen möglichen Retest. Spiegelbildlich zu ETH/BTC ist nun also Crunchtime: Um das Muster wie 2017 und 2021 fortzusetzen, müsste der RSI von ETH/BTC seine Signallinie verteidigen und der BTC.D-RSI gleichzeitig am Retest scheitern. Das wäre gleichbedeutend mit relativer Stärke von Ethereum gegenüber Bitcoin, während sich der zuletzt bärische Trend bei Bitcoins Marktanteil fortsetzen würde.

Auf diese drei Signale haben Bitcoin und Altcoins gewartet!

Im Prinzip ist es also gar nicht so schwierig: Der breite Altcoin-Sektor wartet seit fünf Jahren darauf, endlich mal wieder stärker zu performen als Bitcoin (so wie in den finalen Zyklusphasen 2017 und 2021). Dafür müssten die kleineren Altcoins (Others) und Ethereum ihre bullischen Ausbrüche auf den Momentum-Indikatoren verteidigen und die Bitcoin-Dominanz mittelfristig zurückdrängen. Die diskutierten Retests müssen nicht unbedingt exakt an den jeweiligen Signallinien erfolgen, wie etwa der Zyklus 2021 im BTC.D-RSI gezeigt hat.


Langsam kommt der Risikohunger zurück. Folgt auf den Ausbruch im Russell 2000 auch diesmal eine Krypto-Expansion? Diesmal nicht vier, sondern fünf Jahre später?


Dass diese technischen Stärkesignale im Altcoin-Sektor überhaupt möglich sind, liegt vor allem an langsam zurückkehrender Risikofreude im breiten Finanzmarkt. Diese Entwicklung wird durch positive Signale im Konjunkturzyklus (erklärt in Teil 1) und in der globalen Liquidität (Teil 2) untermauert. Das jüngste Resultat dieser aufkeimenden Risikofreude ist der fulminante Ausbruch des Russell 2000 (US-Index für Smallcap-Aktien) auf neue Allzeithochs. Auch hierauf folgte 2017 und 2021 jeweils eine Altcoin-Season. Auch der Russell 2000 hat diesmal fünf und nicht vier Jahre gebraucht, um wieder nachhaltig nach oben auszubrechen.

Ebenso wie der Russell 2000 haben auch die drei in dieser Miniserie vorgestellten Bullrun-Signale in diesem Zyklus länger gebraucht als in früheren Bullenmärkten – nämlich fünf statt der bisherigen vier Jahre. Ob der Vierjahreszyklus nun Geschichte ist, wird nur die Zukunft zeigen. Man kann sich einer seriösen Prognose mithilfe technischer Hilfsmittel annähern; absolute Sicherheit gibt es im Finanzmarkt jedoch nicht. Der Kryptosektor bleibt volatil, neue Zyklustiefs sind möglich – aber wichtige übergeordnete Indikatoren senden bullische Signale. Wichtig ist und bleibt die eigene Recherche vor jedem Investment. Unsere Analysen sind keine Anlageberatung.

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