Deflation und sinkende Kredite belasten Chinas Wirtschaft
Chinas Kreditvergabe ist im Juli auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2007 gefallen. Laut Daten der Notenbank PBOC vergaben Banken nur neue Kredite in Höhe von 49.9 Milliarden Yuan, deutlich weniger als die erwarteten 300 Milliarden. Auch die Gesamtfinanzierung lag mit 1.2 Billionen Yuan unter den Prognosen. Gründe sind schwache Binnennachfrage, eine anhaltende Deflation und saisonale Zurückhaltung der Banken bei der Zielerreichung. Die schwache Kreditvergabe zeigt, wie stark die Deflation die chinesische Wirtschaft bremst.
Deflation bedeutet, dass Preise sinken, was Konsum und Investitionen hemmen kann. Zusätzlich verschärft Trumps Handelskrieg den Preisdruck, da Exporteure ihre Waren günstiger abgeben müssen. Trotz offiziell solidem Wirtschaftswachstum zögern die politischen Entscheidungsträger mit neuen Konjunkturmaßnahmen. Analysten erwarten erst im vierten Quartal weitere geldpolitische Lockerungen, um die Wirtschaft zu stützen.
Zins-Appell von Scott Bessent pusht Yen und Gold
Der Yen hat am Donnerstag gegenüber allen wichtigen Währungen zugelegt, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of Japan (BOJ) zu einer Anpassung ihrer Zinspolitik aufgerufen hat. Bessent forderte die Fed auf, die Leitzinsen um mindestens 1.5 Prozentpunkte zu senken, und kritisierte die BOJ, sie reagiere zu langsam auf die Inflation. Zeitgleich stieg Gold den dritten Tag in Folge auf fast 3400 US-Dollar je Unze, getrieben von sinkenden Anleiherenditen und verstärkten Spekulationen über eine Zinssenkung im September.
Bessents Worte wiegen schwer, da niedrigere US-Zinsen tendenziell den Dollar schwächen und damit den Yen stärken, während Gold als zinsloses „sicheres Investment“ attraktiver wird. In Japan wächst nun die Erwartung, dass die BOJ bereits im Oktober statt erst im Dezember an der Zinsschraube dreht. Gold profitiert zusätzlich von geopolitischen Spannungen und Käufen durch Zentralbanken. Das Zusammenspiel dieser Faktoren sorgt aktuell für Bewegung an den Devisen- und Rohstoffmärkten, mit klaren Gewinnern in Yen und Gold.
Attacke auf Apple? BYD baut Tablets
Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat sein erstes selbst entwickeltes Tablet vorgestellt, das im neuen Plug-in-Hybrid-SUV Tai 7 der Premium-Submarke Fang Cheng Bao verbaut wird. Das Gerät lässt sich mit dem Fahrzeugbetriebssystem vernetzen, um eine nahtlose Verbindung zwischen Auto-Display und mobilem Endgerät zu ermöglichen. In China startet der Tai 7 im vierten Quartal, während in Europa die Submarke noch in diesem Jahr unter dem Namen Denza eingeführt wird.
BYD hat damit einen weiteren Schritt getan, um im boomenden Markt für vernetzte Unterhaltungselektronik in Fahrzeugen mitzuspielen. In China setzen Konkurrenten wie Nio auf eigene Smartphones, um Kunden enger an sich zu binden, während Elektronikriesen wie Xiaomi und Huawei mit ihrem Know-how ins Autogeschäft drängen. BYD könnte in naher Zukunft also auch zu einem Konkurrenten für Apple im Tablet-Markt werden. Übrigens: Der Elektronikzweig des chinesischen Autoriesen BYD Electronics ist ein wichtiger Zulieferer für Apple. Genauer gesagt montiert das Unternehmen über 30 Prozent der iPads für die Kalifornier.
Xiaomi bringt neues Smartphone und Super-Akku
Xiaomi plant den Akku-Standard im Smartphone-Markt neu zu definieren: Der chinesische Hersteller testet ein Gerät mit einer Kapazität zwischen 8.500 und 9.000 mAh – fast doppelt so viel wie aktuelle Topmodelle von Samsung oder Google. Möglich machen soll dies eine neue Silizium-Kohlenstoff-Anodentechnologie, die mehr Energie bei gleichem Volumen speichert. Trotz des XXL-Akkus soll das Gehäuse nur 8.5 Millimeter dick bleiben. Erste Modelle wie das Xiaomi 16 und ausgewählte Redmi-Geräte könnten von der Technik profitieren.
Damit setzt Xiaomi ein klares Zeichen im Wettlauf um längere Akkulaufzeiten und höhere Leistungsreserven. Silizium-Kohlenstoff-Akkus bieten eine höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien mit Graphit-Anoden. Langfristig arbeitet Xiaomi zudem an Feststoffbatterien, die noch mehr Energie speichern und durch den Verzicht auf brennbare Flüssigelektrolyte sicherer sein sollen. Diese Technologie könnte laut dem Unternehmen nicht nur Smartphones, sondern auch Elektroautos wie den Xiaomi SU7 revolutionieren.
Neuer Top-SUV soll Tesla-Konkurrenten Nio retten
Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio hat die dritte Generation seines Flaggschiff-SUV ES8 vorgestellt, um den anhaltenden Rückgang der Verkaufszahlen zu stoppen und den Aktienkurs zu beleben. Denn die Verkäufe liegen im bisherigen Jahresverlauf rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Das neue Modell, das am 21. August in Chengdu präsentiert wird, ist größer, bietet mehr Platz und kommt mit einem 102-kWh-Akku für bis zu 635 Kilometer Reichweite. Eine Testfahrt zum Mount Everest soll die Leistungsfähigkeit unter Extrembedingungen beweisen.
Die Premiere kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Nio hat zuletzt deutlich Marktanteile in China verloren und steht unter dem Druck schwacher Gesamtverkäufe und eines skeptischen Aktienmarkts. Der neue ES8 zielt klar auf das Premium-Segment für Familienfahrzeuge und soll mit Technologie, Raumangebot und Reichweite punkten. Ob das reicht, um den erhofften Turnaround einzuleiten, wird sich zeigen, die Erwartungen von Anlegern und Kunden sind jedenfalls hoch.
Das war's schon mit unserem China-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.







