Chinas Exporte überraschen: Peking droht den USA
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Chinas Exporte überraschen: Peking droht den USA

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Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

Trotz des anhaltenden Handelsstreits mit den USA verzeichnet China im September 2025 ein starkes Exportwachstum von 8.3 Prozent und einen Importanstieg von 7.4 Prozent. Während die Ausfuhren in die USA um 27 Prozent einbrachen, weicht China zunehmend auf Märkte in Südostasien und Afrika aus. Gleichzeitig verschärft sich der Konflikt: Washington verhängt neue Zölle von 100 Prozent und Peking reagiert mit Exportbeschränkungen für seltene Erden und Sondergebühren im Schiffsverkehr. Hinter den robusten Handelszahlen steht jedoch eine schwache Binnenwirtschaft mit geringer Nachfrage, Überkapazitäten und hoher Jugendarbeitslosigkeit.

Chinas Handel trotzt dem Zollkrieg

Trotz scharfer Zolldrohungen aus Washington zeigt sich Chinas Außenhandel widerstandsfähiger als erwartet. Im September legten die Exporte um 8.3 Prozent und die Importe um 7.4 Prozent zu – ein überraschender Anstieg, der selbst Analysten überraschte. Der Handelsüberschuss belief sich auf rund 90 Milliarden US-Dollar. Während die Ausfuhren in die USA um 27 Prozent einbrachen, verlagert China seine Absatzmärkte zunehmend nach Südostasien und Afrika. Die Exporte in die ASEAN-Staaten stiegen um 15.6 Prozent, nach Afrika sogar um 56 Prozent.

Damit verschifft die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre Waren gezielt dorthin, wo weniger politische Risiken lauern. Das Exportwachstum wird dabei vor allem von der Industrie getragen, insbesondere durch den Boom bei Elektroautos, Landmaschinen und Hightech-Produkten. Doch hinter den positiven Zahlen verbirgt sich auch strategisches Kalkül: Peking reagiert auf den Druck aus den USA mit einer Neuausrichtung seiner Handelsbeziehungen – und nutzt den Konflikt, um neue wirtschaftliche Abhängigkeiten aufzubauen.

Ein Handelskrieg mit neuen Fronten

Der Streit zwischen Washington und Peking ist längst kein bloßer Zollkonflikt mehr – er hat sich zu einem vielschichtigen Wirtschaftskrieg ausgeweitet. US-Präsident Donald Trump kündigte Anfang Oktober neue Zölle in Höhe von 100 Prozent auf chinesische Importe an und drohte zudem mit Exportbeschränkungen für Software. Peking reagierte umgehend: Fünf weitere seltene Erden dürfen künftig nur noch mit Genehmigung exportiert werden – ein empfindlicher Hebel, denn diese Rohstoffe sind für Halbleiter, Rüstung und Elektromobilität unverzichtbar.

Der Hang-Seng-Futures-Kurs musste zuletzt Rücksetzer hinnehmen. Abonnenten des HCKM-Pakets Hang Seng erhalten konkrete Zielzonen für Einstiege.

Der Konflikt erreichte eine neue Dimension, als beide Länder Mitte Oktober begannen, Sondergebühren auf Frachtschiffe zu erheben. Betroffen sind mehr als zehn Prozent der weltweiten Flotte. Die gegenseitigen Abgaben drohen, die globalen Frachtströme zu verzerren und Handelsrouten neu zu ordnen. Während Trump betont, er wolle China „nicht schaden, sondern helfen“, verschärfen sich die Maßnahmen stetig. Selbst deutsche Unternehmen geraten unter Druck – etwa durch neue Exportauflagen für Produkte mit seltenen Erden.

Starke Zahlen, schwache Basis

Hinter Chinas Exporterfolgen steckt ein fragiles Gleichgewicht. Zwar signalisiert der Handel eine gewisse Robustheit, doch die strukturellen Probleme bleiben gravierend. Im Inland kämpft die Wirtschaft mit geringer Nachfrage, sinkenden Preisen und Überkapazitäten. Branchen wie die Auto- und Stahlindustrie liefern sich ruinöse Preiskämpfe, während die Regierung versucht, durch Preisuntergrenzen und Produktionsdrosselungen gegenzusteuern.

Zugleich schwächt die hohe Jugendarbeitslosigkeit das Vertrauen der Konsumenten, und der Immobiliensektor bleibt ein Risikofaktor. Peking strebt in diesem Jahr ein Wachstum von rund fünf Prozent an – ein Ziel, das zunehmend durch politische Steuerung statt durch Marktkräfte erreicht werden soll. Der Außenhandel stabilisiert kurzfristig die Zahlen, doch er kaschiert eine wachsende Abhängigkeit von staatlichen Eingriffen. Der Handelskonflikt mit den USA beschleunigt diesen Trend – und macht deutlich, dass Chinas ökonomische Stärke auf einem zunehmend wackligen Fundament ruht.

FAQ

Wird China die USA überholen?
China wächst weiterhin, aber langsamer als früher. Ökonomen erwarten, dass China die USA wirtschaftlich nicht kurzfristig überholen wird. Gründe sind die alternde Bevölkerung, hohe Schulden, schwache Binnennachfrage und strukturelle Probleme. Die USA bleiben vorerst die größte Volkswirtschaft der Welt.

Wer hat mehr Geld, USA oder China?
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben die USA deutlich mehr wirtschaftliche Leistung: rund 28 Billionen US-Dollar, China etwa 18 Billionen (Stand 2025). Beim Vermögen privater Haushalte und Kapitalmärkten liegen die USA ebenfalls weit vorne. China hat jedoch höhere Devisenreserven und produziert mehr Güter.

Sind China und die USA befreundet?
Die Beziehungen zwischen China und den USA sind angespannt. Beide Länder sind wirtschaftlich eng verflochten, stehen aber politisch und technologisch im Wettbewerb. Es gibt Kooperationen, etwa beim Handel, aber gleichzeitig Konflikte über Zölle, Technologie und geopolitischen Einfluss.

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Esma Sakalli

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