China/Rohstoffe: Valorant, Stablecoins, Alibaba, Sozialreform, Ölpreise
#Global Markets

China/Rohstoffe: Valorant, Stablecoins, Alibaba, Sozialreform, Ölpreise

Author

Carlo Schmid

Valorant Mobile stürmt iPhone-Charts mit Millionendebüt

Tencent hat mit der Mobile-Version seines bekannten PC-Spiels Valorant einen starken Start hingelegt. Am ersten Tag nach Veröffentlichung in China erzielte das Spiel rund 1 Million US-Dollar Umsatz durch In-App-Käufe und erreichte über 170 000 Downloads. Damit sprang es direkt an die Spitze der iPhone-Download-Charts und liegt aktuell auf Platz sechs der umsatzstärksten Spiele, wie Appfigures berichtet. Entwickelt wurde die Mobile-Version gemeinsam von Riot Games und Lightspeed Studios. Ein weltweiter Release ist bisher nicht angekündigt.

Das Spiel setzt auf das gleiche Geschäftsmodell wie andere Tencent-Hits: kostenloser Zugang, aber Einnahmen über Skins und Extras für Spielfiguren. Analysten wie Zeng Xiaofeng von Niko Partners bewerten den Start als "im Rahmen der Erwartungen" und sehen darin eine langfristige Strategie, die nicht auf schnelle Monetarisierung abzielt. Spannend bleibt, ob das schnelle, präzisionslastige Gameplay von Valorant, das auf dem PC zum Erfolg wurde, auch langfristig auf Smartphones funktioniert – vor allem, da die Steuerung über Touchscreens oft weniger exakt ist.

Chinas Kurswechsel: Yuan-gebundene Stablecoins im Gespräch

China hat erstmals ernsthaft erwogen, die Einführung von Yuan-gestützten Stablecoins zuzulassen, wie Insider berichten. Das Thema soll noch in diesem Monat im Staatsrat, dem höchsten Entscheidungsgremium des Landes, geprüft werden. Ziel sei es, den Yuan international stärker zu etablieren und den Einfluss des US-Dollars zurückzudrängen. Hongkong und Shanghai sollen bei der Umsetzung eine Vorreiterrolle übernehmen, während das Thema auch auf dem anstehenden Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Tianjin auf der Agenda steht.

Damit vollzieht Peking eine bemerkenswerte Kehrtwende: Noch 2021 hatte China den Handel und das Mining von Kryptowährungen verboten. Stablecoins – digitale Währungen, die meist an staatliche Währungen wie den Dollar gekoppelt sind – gelten als stabilere Alternative zu klassischen Kryptowährungen. Weltweit dominieren bisher US-Dollar-Stablecoins mit über 99 Prozent Marktanteil. Ein Yuan-gestützter Stablecoin könnte also Chinas Ambitionen befeuern, den Yuan global stärker als Zahlungsmittel zu etablieren.

Alibaba bringt Banma nach Hongkong – Smart-Car-Spezialist plant Börsengang

Alibaba hat angekündigt, dass Banma, ein Anbieter von Smart-Car-Technologien, an dem der Konzern beteiligt ist, Aktien an der Börse in Hongkong listen will. Das 2015 in Shanghai gegründete Unternehmen entwickelt vor allem sogenannte Smart Cockpit Solutions, also digitale Fahrzeuginnenräume mit vernetzter Technik. Alibaba hält aktuell rund 45 Prozent der Anteile und will nach dem Börsengang weiterhin über 30 Prozent besitzen. Ob und wann die Platzierung tatsächlich stattfindet, ist aber noch offen.

Banma arbeitet eng mit Partnern wie BMW zusammen und entwickelt unter anderem KI-gestützte Lösungen für Autos. Neben Alibaba zählen auch der chinesische Autobauer SAIC Motor und die von Jack Ma gegründete Investmentfirma Yunfeng Capital zu den Investoren. Der Schritt an die Börse in Hongkong passt in den Trend chinesischer Tech-Firmen, sich Kapital außerhalb der USA zu sichern. Hintergrund sind geopolitische Spannungen und strengere Vorgaben, die viele Unternehmen veranlassen, den Börsengang näher an der Heimat zu suchen.

Chinas Sozialversicherungspflicht bringt kleine Firmen in Not

Chinas oberstes Gericht hat entschieden, dass Unternehmen und Beschäftigte ab dem 1. September keine Sozialversicherungsbeiträge mehr umgehen dürfen. Damit sollen leere Rentenkassen aufgefüllt und langfristig ein stabileres Sozialsystem geschaffen werden. Doch für viele kleine Firmen und ihre Angestellten bedeutet das zusätzliche Belastung. Analysten warnen, dass die neuen Vorschriften rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten könnten, was Jobs gefährdet und die Kaufkraft schwächt.

Die Reform ist für Peking ein Balanceakt: Einerseits soll sie Chinas alternde Gesellschaft absichern, andererseits droht sie das ohnehin schwächelnde Wachstum zu bremsen. Sozialabgaben machen für Beschäftigte rund zehn Prozent und für Arbeitgeber etwa ein Viertel des Einkommens aus – ein hoher Wert im internationalen Vergleich. Viele Firmen und Arbeiter hatten sich bisher informell geeinigt, Beiträge zu sparen. Kritiker befürchten nun Massenentlassungen, Lohnkürzungen und sinkendes Vertrauen in die staatliche Verwaltung der Gelder.

Ölpreise steigen nach Lagerbestandsrückgang und Ukraine-Gesprächen

Die Ölpreise sind am Mittwoch um rund zwei Prozent gestiegen, nachdem die US-Energiebehörde einen deutlich stärkeren Rückgang der Rohölvorräte meldete als erwartet. Brent-Öl kletterte auf 66.84 Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI bei 63.21 Dollar lag. Ausschlaggebend waren ein Abbau von sechs Millionen Barrel in den US-Lagern sowie die gespannte Aufmerksamkeit der Anleger auf mögliche Fortschritte in den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg, während Sanktionen gegen russisches Öl weiter bestehen.

Hintergrund ist, dass die täglichen Meldungen zu den Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine die Ölpreise stark schwanken lassen. Ein möglicher Frieden könnte mehr russisches Öl auf die Weltmärkte bringen und damit die Versorgungslage entspannen. Doch bislang zeigen sich Moskau und Washington uneins. Analysten betonen, dass der Konflikt noch lange nicht gelöst sei. Hinzu kommen weltweite Entwicklungen wie niedrigere Exporte aus Saudi-Arabien oder Unsicherheit um mögliche Atomgespräche mit dem Iran.

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.