Chinas Exporte wachsen trotz Zollstreitigkeiten
China hat im Juli 2025 seine Exporte überraschend um 7.2 Prozent auf 322 Milliarden US-Dollar gesteigert, der stärkste Anstieg seit April. Obwohl die Ausfuhren in die USA zum vierten Mal in Folge zweistellig zurückgingen (minus 22 Prozent), konnte China das Minus durch höhere Lieferungen nach Europa, Südostasien, Australien und Afrika mehr als ausgleichen. Das geht aus aktuellen Daten der chinesischen Zollbehörde hervor.
Laut der Ökonomin Jacqueline Rong (BNP Paribas) profitiert China besonders von seiner Wettbewerbsfähigkeit und einem schwächeren Yuan, der Exporte verbilligt. Zugleich weichen viele Firmen auf Drittstaaten wie Vietnam oder Mexiko aus, um Zölle zu umgehen. Trotz der Unsicherheiten rund um neue US-Zölle zeigt sich Chinas Außenhandel robust, doch Analysten warnen vor einem möglichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte.
Trump stellt erneute Zollpause mit China in Aussicht…
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, „sehr nah an einem Deal“ mit China zu sein, um die bestehende Zollpause zu verlängern. Das aktuelle Abkommen, das am 12. August ausläuft, hatte gegenseitige Strafzölle begrenzt und Exportauflagen gelockert. Ein Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping ziehe Trump nur in Betracht, wenn es dabei helfe, den Deal unter Dach und Fach zu bringen. Die Entscheidung über eine Verlängerung liege laut US-Finanzminister Scott Bessent allein bei Trump.
Der Handelsstreit zwischen den USA und China hatte in der Vergangenheit die weltweiten Märkte belastet. Die Zollpause sollte die Eskalation stoppen und Spielraum für Gespräche über Streitpunkte wie Exportbeschränkungen und den Kampf gegen Fentanyl-Schmuggel schaffen. Trotz positiver Signale nach dem jüngsten Treffen in Stockholm bleibt der Deal laut Bloomberg-Bericht fragil.
... und droht mit neuen Zöllen gegen Peking
Trotz der in Aussicht gestellten Verlängerung der Zollpause mit China hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch angedeutet, neue Strafzölle auf chinesische Importe zu erwägen. Als Vorbild gelten dabei die neuen 25-Prozent-Zölle gegen Indien (insgesamt nun 50 Prozent). Der Grund: Indiens und Chinas anhaltende Käufe von russischem Öl. Konkrete Details nannte Trump nicht, sagte aber laut Reuters, dass es „passieren könnte“ und verwies dabei auf geplante Sekundärsanktionen gegen Länder, die Russlands Krieg in der Ukraine indirekt unterstützen.
Hintergrund ist der wachsende Druck der USA auf Länder, die trotz westlicher Sanktionen weiterhin russisches Öl importieren. Indien wurde bereits mit höheren Zöllen belegt, China könnte nun folgen. Solche Maßnahmen gelten als Teil einer sogenannten Sekundärsanktionsstrategie, also Sanktionen gegen Drittstaaten, die Geschäfte mit sanktionierten Ländern machen. Damit will Washington Russland wirtschaftlich weiter isolieren.
Ölpreis steigt nach Unsicherheiten um russische Exporte
Die Ölpreise haben am heutigen Donnerstag leicht zugelegt. Brent-Öl notierte über 67 US-Dollar, US-Öl bei rund 65 Dollar pro Barrel. Grund dafür sind starke Lagerabbauten und eine hohe Nachfrage in den USA. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit: US-Präsident Trump kündigte neue Zölle auf indische Waren an, weil das Land weiterhin russisches Öl importiert und droht auch China mit Sanktionen. Gespräche mit Russlands Präsident Putin stehen ebenfalls im Raum, wie ein US-Beamter bestätigte.
Hintergrund der Spannungen ist der Versuch der USA, den russischen Ölhandel durch sogenannte Sekundärsanktionen zu unterbinden, also Sanktionen gegen Länder, die trotz westlicher Verbote weiterhin russisches Öl beziehen. Gleichzeitig stützen sinkende US-Lagerbestände den Markt: Laut der Energiebehörde EIA sind die US-Ölvorräte um drei Millionen Barrel gesunken, deutlich mehr als erwartet.
Goldpreis im Zwiespalt zwischen Zöllen und Zinsen
Der Goldpreis verengt sich in einer Seitwärtsbewegung, während Anleger auf neue Hinweise zur US-Zinspolitik und Trumps Handelspolitik reagieren. Die neuen Zölle gegen China und Indien, die wichtigsten Käufer von russischem Öl, weitere Unsicherheiten um die wirtschaftliche Entwicklung. Zudem stellte der Chef der Notenbank von Minneapolis, Neel Kashkari, kürzlich eine baldige Zinssenkung in Aussicht. Der Goldpreis lag zuletzt bei knapp 3400 US-Dollar je Unze.
Gold gilt in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen. Seit Jahresbeginn ist der Preis um 29 Prozent gestiegen, befeuert von geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten und einem schwächeren Vertrauen in den US-Dollar. Dennoch blieb der Kurs zuletzt unter seinem Rekordhoch von über 3500 Dollar aus dem April, da es an frischen Impulsen fehlt. Zinssenkungen machen Gold einerseits attraktiver, weil es keine Zinsen abwirft, anders als Anleihen. Andererseits könnte wachsende konjunkturelle Zuversicht bei lockerer Geldpolitik den Fokus der Anleger auf riskantere Anlagen lenken. Handelszölle wiederum erhöhen globale Unsicherheiten und stärken die Nachfrage nach Gold. Die Situation bleibt verzwickt.
Das war's schon mit dem China- und Rohstoffe-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.







