China/Rohstoffe: Nasdaq verschärft Regeln für Chinesen, China setzt auf Indien und Brasilien
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China/Rohstoffe: Nasdaq verschärft Regeln für Chinesen, China setzt auf Indien und Brasilien

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Carlo Schmid

Nasdaq verschärft Regeln für chinesische Aktien

Die Nasdaq hat strengere Vorschriften für Börsengänge vorgeschlagen, um vor allem chinesische Unternehmen ins Visier zu nehmen. Firmen, die überwiegend in China tätig sind, sollen künftig mindestens 25 Millionen Dollar durch den Börsengang einwerben müssen, um zugelassen zu werden. Zudem will die Börse eine schnellere Aussetzung und Streichung von Unternehmen einführen, deren Börsenwert unter 5 Millionen Dollar fällt. Die Vorschläge wurden der US-Börsenaufsicht SEC zur Prüfung vorgelegt und könnten nach deren Zustimmung rasch umgesetzt werden.

Die Änderungen haben ihren Ursprung in wachsender Sorge über riskante Börsengänge und mögliche „Pump-and-Dump“-Muster, bei denen Aktienkurse künstlich aufgebläht und anschließend abgestoßen werden. Mehr als 100 chinesische Unternehmen, darunter Schwergewichte wie Alibaba oder Baidu, sind bereits in den USA gelistet – mit einem Gesamtwert von rund einer Billion Dollar. Dass ausgerechnet jetzt verschärft wird, hängt auch mit einem Boom an Neuemissionen zusammen, da viele Firmen angesichts strenger Regeln in China in die USA ausweichen.

„Partner statt Gegner“: Indien und China rücken enger zusammen

Indiens Premierminister Narendra Modi und Chinas Präsident Xi Jinping haben am Rande des Gipfels der Shanghai Cooperation Organisation in Tianjin betont, dass ihre Länder Partner und keine Rivalen seien. Beide Seiten wollen ihre Handelsbeziehungen ausbauen und gleichzeitig für Stabilität an der umstrittenen Himalaya-Grenze sorgen. Das Treffen fand wenige Tage nach den neuen US-Strafzöllen gegen Indien statt, die Washington als Reaktion auf Neu-Delhis Ölkäufe aus Russland verhängt hatte.

Die Annäherung hat für Aufsehen gesorgt, weil die Beziehungen seit einem tödlichen Grenzkonflikt 2020 stark belastet waren. Nun setzen beide Länder auf Entspannung: Direktflüge sollen wieder aufgenommen, Handelsbeschränkungen gelockert und die Zusammenarbeit bei globalen Themen wie Terrorismus und fairem Handel verstärkt werden. Für Modi und Xi geht es laut Analysten nicht nur um bilaterale Fragen, sondern auch darum, dem Druck aus dem Westen geschlossen entgegenzutreten.

Chinas Investitionen in Brasilien verdoppeln sich

Brasilien ist 2024 zum drittgrößten Ziel chinesischer Investitionen weltweit aufgestiegen. Laut einer Studie des Brasilien-China Business Council flossen 4.2 Milliarden Dollar in 39 Projekte, doppelt so viel wie im Vorjahr. Besonders gefragt waren Energieprojekte, aber auch neue Felder wie Elektroautos und Essenslieferdienste. Damit hat Brasilien Länder wie Deutschland überholt, nur Großbritannien und Ungarn ziehen noch mehr chinesisches Kapital an.

Die Verdopplung der Investitionen hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Möglich wurde sie durch engere politische Beziehungen: Präsident Lula da Silva und Xi Jinping haben gleich zweimal Partnerschaften vereinbart, während die USA unter Präsident Trump die Handelskonflikte verschärften. Doch der Boom hat laut Reuters auch Schattenseiten: Viele Fabriken importieren weiterhin Teile aus China, was weniger Jobs schafft. Zudem gibt es Streit über Arbeitsbedingungen und die strengen brasilianischen Arbeitsgesetze.

Experten besorgt: BYD kürzt Verkaufsziele deutlich

BYD hat sein Verkaufsziel für 2025 um bis zu 16 Prozent gesenkt. Von ursprünglich 5.5 Millionen Fahrzeugen auf nun 4.6 Millionen. Laut Insidern reagiert Chinas größter Autobauer damit auf das schwächste Wachstum seit fünf Jahren und wachsenden Konkurrenzdruck von Herstellern wie Geely und Leapmotor. Die Ankündigung hat die Aktienkurse belastet, zumal BYD zuletzt auch einen Gewinnrückgang von 30 Prozent hinnehmen musste.

Damit hat sich erstmals seit Jahren ein deutlicher Dämpfer im rasanten Expansionskurs des Elektroauto-Herstellers gezeigt. Der Hintergrund: In China schwächelt die Nachfrage wegen einer langen Immobilienkrise, während ein erbitterter Preiskampf die Margen drückt. Analysten wie die Deutsche Bank und Morningstar hatten zwar ebenfalls niedrigere Zahlen erwartet, doch selbst deren Prognosen lagen über BYDs neuen internen Zielen. Für Anleger und Beobachter ist klar: Das goldene Wachstumstempo von BYD könnte an seine Grenzen stoßen.

Fast-Fashion-App Shein kassiert Millionenstrafe in Frankreich

Der in China gegründete Online-Modehändler Shein ist in Frankreich zu einer Strafe von 150 Millionen Euro verurteilt worden. Die Datenschutzbehörde CNIL wirft dem Unternehmen vor, Cookies – also kleine Dateien zur Nutzererkennung und Werbeverfolgung – auch dann gesetzt zu haben, wenn Nutzer ausdrücklich widersprochen hatten. Betroffen sind monatlich Millionen von Besuchern der französischen Website. Shein kündigte an, die Strafe anzufechten, und bezeichnete die Entscheidung als politisch motiviert.

Verhängt wurde die Strafe auf Grundlage der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR). Sie besagt, dass Cookies nur mit Zustimmung genutzt werden dürfen, da sie als personenbezogene Daten gelten. Die Höhe der Strafe entspricht etwa zwei Prozent des Shein-Umsatzes in Europa im Jahr 2023. Shein betont, bereits Maßnahmen ergriffen zu haben und die Regeln einzuhalten. Der Fall ist brisant, weil in Frankreich ohnehin über strengere Gesetze gegen Fast Fashion diskutiert wird, bis hin zu einem möglichen Werbeverbot.

Das war's schon mit dem China- und Rohstoffe-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.

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