China/Rohstoffe: Gold und Öl als Inflationsschutz, DeepSeek Ki-Update, Hongkong und Saudi-Arabien mit Börsen-Partnerschaft
#Global Markets

China/Rohstoffe: Gold und Öl als Inflationsschutz, DeepSeek Ki-Update, Hongkong und Saudi-Arabien mit Börsen-Partnerschaft

Author

Carlo Schmid

Goldman Sachs rät zu Gold und Öl als Schutz vor Inflationsschüben

Goldman Sachs hat Anlegern empfohlen, verstärkt auf Gold und Öl zu setzen, um ihre Portfolios gegen Inflation und mögliche Versorgungsengpässe abzusichern. Analysten des US-Investmenthauses sehen in der langfristigen Beimischung von Edelmetall und Energie Rohstoffen wichtige Stabilisatoren, gerade wenn Aktien und Anleihen schwächeln. Dabei warnen sie vor einem möglichen Vertrauensverlust in US-Institutionen, der Goldpreise massiv treiben könnte – bis auf 4.000 Dollar pro Unze bis 2026.

Im Hintergrund steht die wachsende Sorge, dass das klassische 60/40-Portfolio – also 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen – nicht mehr funktioniert, weil Aktien und Anleihen sich nicht mehr gegenseitig ausgleichen. US-Staatsanleihen schwächeln wegen Schuldenproblemen und der Diskussion um die Unabhängigkeit der Notenbank. Gold hingegen profitiert laut Goldman von den Käufen durch Zentralbanken weltweit und von Privatanlegern, die zunehmend Schutz vor politischen Unsicherheiten suchen.

DeepSeek legt nach: Neues KI-Update wirbelt Markt auf

Das chinesische KI-Startup DeepSeek hat am frühen Donnerstag ein Update für sein R1-Reasoning-Modell veröffentlicht und damit die Konkurrenz erneut herausgefordert. Das Modell, das über die Plattform Hugging Face bereitgestellt wurde, landet in einem Benchmark-Vergleich knapp hinter OpenAI und vor Alibaba und xAI. Offizielle Ankündigungen oder detaillierte Infos fehlen bisher, doch der Schritt gilt als wichtiges Signal im Wettlauf der KI-Riesen.

Hintergrund: DeepSeek hatte Anfang 2025 mit seinem R1-Modell US-Technologieaktien abstürzen lassen und bewiesen, dass auch China bei KI mitmischen kann und das deutlich günstiger. Experten sehen darin einen Beweis, dass für gute KI nicht unbedingt riesige Serverfarmen nötig sind. In den kommenden Monaten könnte DeepSeek sein Nachfolgemodell R2 präsentieren. Spannend bleibt, wie westliche Anbieter reagieren – Google hat schon Preissenkungen und schlankere KI-Modelle angekündigt.

Hongkong und Saudi-Arabien stärken Börsen-Partnerschaft

Hongkongs Börsenchefin Bonnie Chan und ihr saudischer Kollege Mohammed Al-Rumaih haben am Donnerstag Pläne zur engeren Zusammenarbeit ihrer Finanzmärkte vorgestellt. Auf einem gemeinsamen Forum in Hongkong betonten sie die Bedeutung von „mehr Konnektivität und Bewusstsein“ für Anleger. Während Hongkongs Aktienmarkt seit 2023 stark anzieht, verzeichnet Saudi-Arabien bislang ein Minus von 8 %. Zudem sind neue ETFs auf saudische Staatsanleihen an den Start gegangen, die jedoch bislang nur geringe Umsätze verzeichnen.

Der Schulterschluss beider Börsen soll helfen, mehr internationale Anleger zu gewinnen. Saudi-Arabien verfolgt mit seinem „Vision 2030“-Programm gezielt den Plan, mehr ausländisches Kapital ins Land zu holen und die Abhängigkeit von Öl zu reduzieren. Hongkong wiederum möchte seine Rolle als Finanzdrehscheibe zwischen China und dem Nahen Osten ausbauen.

Ölpreise steigen, nachdem US-Gericht Trumps Zölle kippt

Die Ölpreise haben deutlich zugelegt, nachdem ein US-Handelsgericht die globalen Zölle von Ex-Präsident Donald Trump für rechtswidrig erklärt hat. Brent-Öl kletterte auf fast 66 Dollar pro Barrel, während US-Rohöl ebenfalls kräftig zulegte. Gleichzeitig verzeichneten auch die Aktienmärkte ein Plus. Die Entscheidung betrifft unter anderem Strafzölle gegen China, die bisher die Märkte belastet haben. Laut Experten wird das Urteil von den Märkten als kurzfristig positiv aufgenommen.

Der Hintergrund: Seit Anfang 2025 leidet der Ölpreis unter Trumps Handelszöllen und der wieder hochgefahrenen Ölproduktion der OPEC+. Dass die US-Rohöllagerbestände zuletzt um 4,2 Millionen Barrel sanken, trug zusätzlich zur Marktberuhigung bei. Marktbeobachter rechnen nun mit einem möglichen weiteren Angebotsanstieg der OPEC+. Ein Thema, das am Wochenende bei einem Treffen der Gruppe besprochen wird.

Nvidia-Chef: China bleibt ein Sorgenkind

Nvidia-CEO Jensen Huang hat angekündigt, dass das Unternehmen bis Jahresende seine KI-Chips vollständig in den USA fertigen will. Gleichzeitig warnte er bei der Quartalsbilanz davor, dass Exportbeschränkungen gegen China die Vormachtstellung der USA bei KI-Technologien gefährden könnten. Huang betonte, dass Nvidia mit Partnern wie TSMC und Foxconn zusammenarbeitet und große Investitionen in die amerikanische Chipfertigung plant.

Hintergrund: Wegen US-Sanktionen darf Nvidia seine H20-Chips nicht mehr nach China liefern, was das Unternehmen Milliarden kostet. Huang kritisierte diese Politik, da China als einer der größten KI-Märkte für weltweiten Erfolg entscheidend sei. Außerdem seien nicht nur Chips wichtig, sondern auch die Software, die auf ihnen läuft. Laut Huang könnte die Abkopplung Chinas langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der USA schwächen und die nationale Sicherheit gefährden.

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.