China/Rohstoffe: China warnt Israel, Fed schürt Goldkäufe, Trump gibt TikTok Gnadenfrist
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China/Rohstoffe: China warnt Israel, Fed schürt Goldkäufe, Trump gibt TikTok Gnadenfrist

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Carlo Schmid

China fordert Deeskalation von Iran und Israel

China hat sich am Mittwoch deutlich zur Lage im Nahen Osten geäußert: Außenminister Wang Yi forderte nach einem Telefonat mit seinem ägyptischen Amtskollegen einen sofortigen Waffenstillstand – insbesondere von Israel – sowie eine Rückkehr zur Deeskalation. Das chinesische Außenministerium warnt vor einer weiteren Eskalation der Gewalt, die nicht nur die regionale Stabilität gefährdet, sondern auch international für Unsicherheit sorgt – etwa an den Ölmärkten, wo die Nervosität zuletzt spürbar zugenommen hat.

Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran haben zuletzt zu starken Kursschwankungen beim Rohöl geführt. Die Märkte zeigen sich zunehmend volatil wegen wachsender Sorgen um mögliche Lieferengpässe. Besonders kritisch wird die Lage an der Straße von Hormus beobachtet – einer der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Die Führung des Iran hatte bereits damit gedroht, die wichtige Straße zu blockieren. Das könnte zu schwerwiegenden Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten führen, weit über Rohöl und Erdgas hinaus.

Goldpreis steigt nach Fed-Warnung vor Stagflation

Der Goldpreis ist am Donnerstag erneut leicht gestiegen, nachdem Fed-Chef Jerome Powell vor anhaltendem Inflationsdruck gewarnt hatte. Zwar beließ die US-Notenbank die Zinsen unverändert, kündigte jedoch zwei mögliche Zinssenkungen bis Jahresende an – begleitet von düsteren Konjunkturprognosen mit schwächerem Wachstum, höherer Inflation und mehr Arbeitslosigkeit. Gold profitierte als sicherer Hafen und wurde von geopolitischen Spannungen zusätzlich gestützt.

Hintergrund ist die Sorge vor Stagflation, einer Kombination aus stagnierender Wirtschaft und steigenden Preisen. In einem solchen Szenario flüchten viele Anleger in Sachwerte wie Gold, das im Gegensatz zu Anleihen oder Aktien keinen Zins zahlt, aber bei Krisen als stabil gilt. Neben Gold legten auch Silber und Platin deutlich zu. Letzteres erreichte sogar den höchsten Stand seit über zehn Jahren, gestützt durch Angebotsengpässe und starke Nachfrage.

Trump gibt TikTok zweite Gnadenfrist

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das gesetzlich vorgesehene TikTok-Verbot erneut um 90 Tage auszusetzen. Eigentlich sollte die chinesische Mutterfirma ByteDance die US-Sparte der App verkaufen – sonst dürfte TikTok in den USA nicht weiterbetrieben werden. Doch die Frist für diesen Verkauf wird nun zum zweiten Mal verlängert. Laut Weißem Haus soll damit mehr Zeit bleiben, um eine Lösung zu finden, die den Datenschutz der rund 170 Millionen US-Nutzerinnen und Nutzer absichert. ByteDance ist zwar ein privates Unternehmen aus China, unterliegt dort aber den Gesetzen der chinesischen Regierung. Diese kann Firmen per Gesetz dazu zwingen, Daten herauszugeben, selbst wenn es sich um Nutzerdaten aus dem Ausland handelt.

Die USA befürchten deshalb, dass TikTok sensible Informationen von Amerikanern an die chinesische Regierung weitergeben könnte. TikTok selbst bestreitet das: Laut dem Unternehmen werden die Daten der US-Nutzer in Rechenzentren in den USA gespeichert, zusätzlich gebe es Sicherheitsvorkehrungen, damit niemand aus China darauf zugreifen kann. Trotzdem macht die US-Regierung großen Druck , dass ByteDance TikTok entweder ganz oder teilweise an ein US-Unternehmen verkauft. Eine Lösung wird jedoch erschwert, weil die chinesische Regierung nicht erlaubt, dass TikToks Herzstück, der berühmte Empfehlungsalgorithmus, mitverkauft wird.

XPeng baut KI für VW und wächst in Europa

Der chinesische Elektroautohersteller XPeng bringt seine überarbeiteten SUV-Modelle G6 und G9 nach Europa. Die neuen Fahrzeuge setzen auf ultraschnelles Laden, modernes Design und KI-gestützte Fahrassistenzsysteme. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2025 geplant. Parallel baut XPeng im Auftrag von Volkswagen hochentwickelte Ki-Software für autonomes Fahren, ein weiterer Schritt, um auch auf dem globalen Ki- und Software-Markt Fuß zu fassen.

XPeng gehört zu den innovativsten Herstellern Chinas im Bereich Elektromobilität. Die vorgestellten Modelle basieren auf einer 800-Volt-Architektur mit neuer Batterietechnik, die ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel auskommt. Gleichzeitig sorgt XPengs neue Innenraumgestaltung laut eigenen Aussagen für mehr Komfort und Konnektivität, inklusive Apple CarPlay und Googles Android Auto.

Alibaba: Apple-KI und EU-Streit

Alibaba hat am Montag eine neue Version seiner KI-Modelle Qwen3 vorgestellt, die speziell für Apples MLX-Framework optimiert wurde. Damit macht der chinesische Tech-Konzern es möglich, dass Apples KI-Dienste wie Apple Intelligence auch in China laufen, wo westliche Lösungen wie ChatGPT wegen strenger Regulierung nicht erlaubt sind. Die Modelle sollen auf iPhones, iPads und Macs funktionieren und Apple helfen, sich in einem zunehmend schwierigen chinesischen Markt besser zu behaupten.

Hintergrund: Für Alibaba ist die Partnerschaft mit Apple strategisch wichtig, da das Unternehmen seine Cloud-Sparte und KI-Kompetenz international ausbauen will. Gleichzeitig steckt Alibaba mit seinem Online-Marktplatz AliExpress in einem Rechtsstreit mit der EU-Kommission. Brüssel wirft der Plattform vor, nicht genug gegen den Verkauf illegaler Produkte zu tun. Die EU hat deshalb ein Verfahren nach dem Digital Services Act (DSA) eingeleitet, das AliExpress zu mehr Transparenz und strengeren Kontrollen verpflichtet.

Das war's schon mit dem China- und Rohstoffe-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag.

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Carlo Schmid

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