China/Rohstoffe: China kontert Trump, Xpeng und JD wollen nach Europa, EU gegen Billigware
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China/Rohstoffe: China kontert Trump, Xpeng und JD wollen nach Europa, EU gegen Billigware

XPeng expandiert mit Hedin in Europa

Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng forciert seine Europastrategie durch eine Partnerschaft mit der schwedischen Hedin Mobility Group, einem führenden europäischen Mobilitätsanbieter mit 330 Vertriebsstandorten. Ab Februar 2025 vertreibt Hedin XPeng-Modelle in Deutschland an den Standorten Saarlouis und Schwetzingen und übernimmt in der Schweiz den exklusiven Import und Vertrieb.

Geplant ist, das deutsche Händlernetz bis Ende 2025 von 23 auf 60 Standorte auszubauen. Mit Modellen wie der Sportlimousine P7 und dem SUV G9 setzt XPeng auf Premiumsegmente, während Hedin von Erfahrungen mit BYD und Hongqi profitiert, einer chinesischen Luxusautomarke, die als ältester Pkw-Hersteller Chinas gilt. Neben Deutschland und der Schweiz ist Hedin bereits seit 2021 als XPeng-Händler in Belgien und Luxemburg aktiv.

EU verschärft Regulierung für Shein, Temu und AliExpress

Die Europäische Union plant umfassende Maßnahmen gegen chinesische E-Commerce-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress. Ab 2025 soll die zollfreie Import-Schwelle von 150 Euro entfallen, was vor allem Billigimporte aus China betrifft, die 91 Prozent der zollfreien Sendungen ausmachen. Zusätzlich führt die EU strengere Haftungsregeln für unsichere Produkte ein – betroffen sind bis zu 95 Prozent der Waren dieser Plattformen. Ein KI-gestütztes EU-Zollsystem soll künftig verdächtige Sendungen bereits vor der Einfuhr erkennen. 

Außerdem wird eine Pauschalgebühr pro Paket eingeführt, um die Kosten für intensivere Kontrollen zu decken. Shein und Temu stehen zudem unter Druck, da die EU im Rahmen des Digital Services Act (DSA) strengere Transparenzpflichten und Kontrollmechanismen vorschreibt. Diese betreffen unter anderem die Offenlegung von Algorithmen, den Umgang mit Werbung sowie transparente Preisdarstellungen. Bei Verstößen gegen den DSA können Bußgelder in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes verhängt werden.

JD.com plant Ceconomy-Übernahme

Der chinesische Online-Händler JD.com hat erneut Interesse an einer Übernahme der deutschen Ceconomy AG, Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, bekundet. Ziel ist es, sich über den Kauf von rund 1000 Filialen in Europa Zugang zum EU-Markt zu sichern und potenzielle Handelsbarrieren zu umgehen.

JD.com führt Gespräche mit Großaktionären wie der Haniel-Gruppe, einer Holding mit Investitionen in große deutsche Unternehmen wie Emma und BauWatch, sowie dem Mobilfunkanbieter Freenet, deren Ceconomy-Anteile stark an Wert verloren haben. Eine Übernahme würde JD.com ermöglichen, chinesische Produkte direkt über europäische Handelskanäle zu vertreiben und so Zölle zu umgehen.

China kontert Trump mit Zöllen auf Öl, Gas und Kohle

China reagiert auf die Strafzölle, die Donald Trump Anfang der Woche gegen die wichtigsten Handelspartner der USA verhängt hat, mit Zöllen von 15 Prozent auf US-Flüssiggas, Kohle und zehn Prozent auf Rohöl. Während der direkte Effekt begrenzt ist – US-Flüssiggas deckt nur fünf bis sechs Prozent von Chinas Bedarf – plant Peking, Lieferströme umzuleiten. Chinesische Importeure könnten vertraglich gebundenes US-Flüssiggas verstärkt nach Europa liefern, um Zölle zu umgehen und von höheren Preisen zu profitieren.

2024 gingen bereits 49 Prozent der amerikanischen Flüssiggas-Exporte nach Europa, eine Quote, die nun aufgrund der Zölle weiter steigen dürfte. Dies betrifft auch langfristige Verträge von US-Energiekonzernen wie Venture Global und Cheniere Energy, deren Finanzierungspläne von chinesischen Abnahmegarantien abhängig sind.

Trumps Iran-Sanktionen treiben Ölmarkt in die Zange

US-Präsident Donald Trump hat am 5. Februar 2025 die Maximum Pressure-Sanktionen gegen den Iran verschärft, um dessen Ölexporte auf null zu senken. Der Iran exportiert derzeit rund 1.7 Millionen Barrel pro Tag, vorwiegend über Schattenflotten-Tanker nach China. Trotz erster Preissprünge fiel der Brent-Preis wieder, da Zweifel an der strikten Durchsetzung bestehen.

China reagierte mit 15 Prozent Strafzöllen auf US-Flüssiggas und Kohle sowie zehn Prozent auf Rohöl. Gleichzeitig weicht Peking verstärkt auf russische und westafrikanische Rohöle aus, um dem US-Druck zu entgehen. Die OPEC plant ab April 2025 eine Fördersteigerung ihrer Ölmengen, um die Ausfälle zu kompensieren.

Das war’s schon mit dem China/Rohstoffe-Newsflash. Der nächste wird wie gewohnt am kommenden Donnerstag erscheinen.

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