China ist der Wachstumsmarkt schlechthin und einer der größten Verbraucher von Brennstoffen und Industriemetallen. Der Rohstoffe- und China-Newsflash liefert die wichtigsten Nachrichten aus beiden Märkten.
China hält Leitzinsen stabil
China hat die Benchmark-Kreditzinsen im März zum fünften Mal in Folge unverändert gelassen. Die Entscheidung entspricht den Erwartungen der Märkte, da sich erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zeigen und Banken weiterhin unter Druck stehen.
Der Referenzzins für einjährige Bankkredite bleibt bei 3.1 Prozent, das fünfjährige Pendant bei 3.6 Prozent. Wirtschaftsdaten wie Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze zeigen positive Signale für eine anhaltende Erholung. Gleichzeitig hat Peking neue Stimulusmaßnahmen (staatliche Anreize zur Wirtschaftsförderung) angekündigt, um den Binnenkonsum anzukurbeln. Die chinesische Zentralbank erklärte letzte Woche, dass sie Maßnahmen geldpolitischer Lockerung zu gegebener Zeit in Betracht ziehen werde, um die Liquidität nationaler Banken zu sichern.
Alibaba kooperiert mit KI-Startup Manus
Um den chinesischen KI-Shootingstar Deepseek in die Schranken zu weisen, hat der Internet-Konzern Alibaba eine strategische Partnerschaft für KI-Entwicklung mit dem Startup Manus AI geschlossen. Manus soll das Team hinter Alibabas hauseigenen Qwen-Modellen unterstützen, die bereits im Herbst letzten Jahres für Furore gesorgt hatten.
Ziel der Kooperation ist laut Medienberichten, den weltweit ersten allgemeinen KI-Agenten zu entwickeln – also einen selbstlernenden, autonomen Algorithmus, der komplexe Aufgaben in unterschiedlichsten Betätigungsfeldern selbstständig erledigen kann. Aktuelle KI-Agenten verfügen etwa über die Fähigkeit, Social-Media-Profile zu betreiben oder Musik zu produzieren. In den nächsten drei Jahren will Alibaba umgerechnet rund 50 Milliarden US-Dollar in die KI-Entwicklung investieren.
Xiaomi baut Smart-Kameras mit JD.com
Xiaomi schließt eine strategische Partnerschaft mit JD.com, um den Markt für Smart-Kamera-Systeme zu revolutionieren. Ziel der Kooperation für die nächsten drei Jahre: 20 Millionen Smart-Kameras verkaufen. Beide Unternehmen arbeiten an der Entwicklung stromsparender und datenunabhängiger Kameraprodukte und wollen neue Industriestandards etablieren.
Zur Unterstützung ihrer Markteinführungsstrategien investieren Xiaomi und JD über 640 000 Euro in gemeinsame Marketingkampagnen. Seit Jahresbeginn verzeichnete die Aktie einen Wertzuwachs von rund 60 Prozent. Das spiegelt sich auch in Xiaomis Quartalszahlen wider. Das Unternehmen meldete für das abgelaufene vierte Quartal starke Ergebnisse: Der Umsatz stieg um 49 Prozent, der Nettogewinn um beeindruckende 90 Prozent.
Tencent dank Videospielen mit Top-Quartal
Der Multimedia-Gigant Tencent hat mit seinen gestern veröffentlichten Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im abgelaufenen vierten Quartal stieg der Umsatz um kräftige elf Prozent auf 172 Milliarden Yuan (23.8 Milliarden US-Dollar), die Prognosen waren von rund 169 Milliarden Yuan (23.4 Milliarden US-Dollar) ausgegangen.
Der Nettogewinn stieg um kräftige 90 Prozent auf gut 51 Milliarden Yuan (7.1 Milliarden US-Dollar) und lag damit rund zehn Prozent über den Erwartungen von 46 Milliarden Yuan (6.4 Milliarden US-Dollar). Zu verdanken hatte Tencent die starken Zahlen vor allem dem stetigen Wachstum der Gaming-Sparte. Innerhalb Chinas stiegen die Umsätze mit Videospielen um ein Viertel, international um 15 Prozent.
PDD verfehlt Umsatzerwartungen
Die chinesische E-Commerce-Firma PDD Holdings, Betreiber von Pinduoduo und Temu, hat im letzten Quartal die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlt. Trotz hoher Rabatte und staatlicher Maßnahmen zur Steigerung des Konsums bleibt die Nachfrage in China schwach. PDDs Umsatz lag bei 110.61 Milliarden Yuan (15.3 Milliarden US-Dollar) und damit unter der Prognose von 115.38 Milliarden Yuan.
Während Temu international stark wächst, steht PDD in China unter Druck durch Konkurrenten wie Alibaba und JD.com, die zuletzt bessere Zahlen vorgelegt haben. Zudem könnte eine Änderung der US-Zollregelung die Wachstumsstrategie von Temu gefährden. Bisher werden kleine Lieferungen von chinesischen Händlern begünstigt.
Zoll-Spekulation treibt Kupfer-Nachfrage
Die Kupferpreise halten sich stabil auf Rekordhochs nahe 10 000 US-Dollar pro Tonne. Steigende Nachfrage und Unsicherheit durch mögliche US-Zölle auf Kupfer befeuerten die Preissteigerung. Händler reagieren auf potenzielle 25 Prozent US-Importzölle, die bis Ende 2025 erwartet werden, indem Lieferungen in die USA verlagert wurden, um den Zöllen zuvorzukommen.
Dies führte zu einer Angebotsverknappung in anderen Regionen. Auch der wirtschaftliche Aufschwung in Chinas Caixin-Index für das produzierende Gewerbe führte zu einer gesteigerten Nachfrage. An der LME erreichte Kupfer 10 046 US-Dollar, während auch die Comex-Preise in New York Rekordhöhen verzeichneten. Experten betonen, dass auch der schwächerer Dollar die Rally weiter unterstützen.
Das war's schon mit dem China/Rohstoffe-Newsflash.
Der nächste wird wie gewohnt am kommenden Donnerstag erscheinen.







