China warnt Autohersteller: Risiken beim Bau von Übersee-Werken
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China warnt Autohersteller: Risiken beim Bau von Übersee-Werken

Das chinesische Handelsministerium hat die heimischen Automobilhersteller bei einem Treffen im Juli vor den Risiken von Auslandsinvestitionen gewarnt. Dies berichteten zwei Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Den Herstellern wurde empfohlen, Auslandsfabriken auf die Endmontage von Fahrzeugen zu beschränken, deren Komponenten aus China stammen. Diese Empfehlungen kommen zu einer Zeit, in der die Automobilhersteller ihre Expansionspläne für ausländische Werke vorantreiben, um ihre Elektrofahrzeuge auf den internationalen Märkten besser positionieren zu können. Chinesische Autohersteller suchen aufgrund wachsender Überkapazitäten und sinkender Nachfrage auf dem heimischen Markt verstärkt nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland, auch, um den Strafzöllen auf chinesische Exporte zu entgehen, die nun verworfen werden könnten. Die Ankündigung könnte auch ein Schlag für die europäischen Länder sein, die sich um chinesische Autohersteller bemühen, weil sie sich von ihrer Präsenz Arbeitsplätze und einen wirtschaftlichen Aufschwung vor Ort erhoffen. Zum Beispiel hatte BYD im Juli den Bau einer neuen Fabrik in der Türkei angekündigt, in der jährlich bis zu 150 000 Autos vom Band rollen könnten und rund 5000 Jobs mit sich bringt.

Konkret wurde den Autoherstellern unter Berufung auf eine Anweisung der Zentralregierung geraten, nicht in Indien zu investieren, und von Investitionen in Russland und der Türkei wurde „dringend abgeraten“. In einem sanfteren Ton wurde auf die Risiken beim Bau von Fabriken in Europa und Thailand hingewiesen. Während des Treffens sagte das Ministerium, dass die Länder, die chinesische Autohersteller zum Bau von Fabriken einladen, in der Regel diejenigen sind, die Handelsschranken gegen chinesische Fahrzeuge errichten oder dies in Erwägung ziehen. Die Beamten sagten den Teilnehmern, dass die Hersteller nicht blindlings Trends folgen oder solchen Aufrufen ausländischer Regierungen zu Investitionen glauben sollten. Unklar ist derzeit noch, ob es eine Anweisung aus dem Ministerium gegeben hat, um sicherzustellen, dass die Schlüsseltechnologien für Elektrofahrzeuge zukünftig gänzlich im Land bleiben sollen. Dies hatte die Nachrichtenseite Bloomberg News am Donnerstag zunächst berichtet, Quellen von Reuters dementierten dies jedoch. Eine solche Anweisung hätte schwerwiegende Folgen für die internationale Expansion chinesischer Autohersteller.

Fabriken in der EU sollen Zölle umgehen

Mehrere chinesische Unternehmen haben bereits Werke in der Europäischen Union errichtet, um Zölle zu umgehen. Länder wie Spanien und Italien bemühen sich aktiv, chinesische Autohersteller für Investitionen zu gewinnen. Geely, der nach Umsatz zweitgrößte chinesische Autohersteller, prüft derzeit mögliche Standorte für ein europäisches Werk, hat jedoch laut Führungskräften noch keine endgültige Entscheidung über den Bau einer lokalen Produktionsstätte getroffen. Für BYD ist die geplante Fabrik in der Türkei ein Weg, den Zugang zur Europäischen Union zu verbessern. Die Türkei ist zwar selbst kein Mitgliedsstaat, hat jedoch ein Zollabkommen mit den EU-Mitgliedsstaaten. Doch diese Expansionspläne stoßen auf Bedenken innerhalb der EU. Valdis Dombrovskis, geschäftsführender Vizepräsident der Europäischen Kommission, warnte kürzlich, dass solche Schritte nur funktionieren würden, wenn die Unternehmen die Anforderungen der Herkunftsregeln erfüllen, die vorschreiben, dass ein Mindestmaß der Wertschöpfung in der EU erfolgen muss. „Wie viel der Wertschöpfung wird in der EU geschaffen, wie viel des Know-hows wird in der EU sein? Ist es nur ein Montagewerk oder eine Autofabrik? Das ist ein ganz erheblicher Unterschied“, sagte Dombrovskis letzten Monat der Financial Times.

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