Cannabis-Aktien steigen nach Trumps Ankündigung deutlich
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Cannabis-Aktien steigen nach Trumps Ankündigung deutlich

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Esma Sakalli

Am Montag sorgte US-Präsident Donald Trump für Aufsehen: Er kündigte an, die gesetzliche Einstufung von Cannabis überprüfen zu wollen. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Der AdvisorShares Pure U.S. Cannabis ETF (MSOS) kletterte um rund 28 Prozent und verbuchte damit seinen besten Tag seit 2022. Der Amplify Alternative Harvest ETF (MJ) legte über 26 Prozent zu – der größte Tagesgewinn in seiner Geschichte. Besonders auffällig waren die Einzelwerte: Tilray Brands schoss um mehr als 41 Prozent nach oben und verzeichnete damit den stärksten Anstieg seit 2021, während Canopy Growth über 26 Prozent zulegte. Auch Cronos Group konnte kräftig zulegen und erreichte mit einem Plus von rund 16 Prozent ein neues 52-Wochenhoch.

Trump erklärte, seine Regierung prüfe, Cannabis künftig als weniger gefährlich einzustufen. Das könnte große Veränderungen bringen: geringere Steuern für die Branche, mehr Investoreninteresse und neue Chancen für Wachstum. Tilray-Chef Irwin Simon schätzt, dass der Prozess etwa ein Jahr dauern könnte – genug Zeit für Unternehmen und Anleger, sich neu aufzustellen.

Was eine Herabstufung bedeuten würde

Momentan gilt Cannabis in den USA noch als Schedule I-Droge – in derselben Kategorie wie Heroin. Hoch gefährlich und ohne medizinischen Nutzen. Eine Herabstufung, etwa zu Schedule III, würde eine völlig neue rechtliche Grundlage schaffen.

Für Unternehmen würde dies gleich mehrere Vorteile bringen: Steuererleichterungen, erleichterte medizinische Forschung und vor allem die Möglichkeit, auf reguläre Bankdienstleistungen zuzugreifen. Bisher ist die Zusammenarbeit zwischen Banken und Cannabisunternehmen stark eingeschränkt, da die Branche auf Bundesebene als illegal gilt. Eine Änderung dieser Klassifizierung könnte also zu einem Zufluss neuer Investitionen führen.

Laut Berichten hat Trumps Stabschefin Susie Wiles bereits wichtige Behörden angewiesen, ihre Positionen zu dieser Frage vorzulegen. Das deutet darauf hin, dass das Thema in Washington ernsthaft vorangetrieben wird.

Wirtschaftliche Tragweite einer Herabstufung

Die Auswirkungen einer solchen Reform würden weit über die Börse hinausgehen. Ein Wechsel zu Schedule III würde nicht nur den legalen Rahmen lockern, sondern auch den Zugang zu Kapital erleichtern. Banken könnten Kredite vergeben, Investoren könnten ohne rechtliche Grauzonen in Unternehmen einsteigen, und Forschungsinstitute könnten neue Studien starten.

Auch der Fiskus könnte profitieren: Durch die reguläre Besteuerung der Branche ließen sich erhebliche Mehreinnahmen erzielen. Gleichzeitig würden Strafverfolgungskosten sinken, da weniger Ressourcen für die Verfolgung von Cannabisdelikten benötigt würden.

Blick in die Geschichte: Was die Alkoholprohibition lehrt

Ein ähnlicher Wandel hat die USA schon einmal geprägt: 1933 endete die Alkoholprohibition. Nach über zehn Jahren Verbot – das vor allem Schwarzmarkt und Kriminalität befeuerte – entschied sich die Regierung, Alkohol wieder zu legalisieren. Die Folge: Der Staat konnte den Markt kontrollieren, Steuern erheben und illegale Geschäfte eindämmen.

Die Parallelen zur heutigen Cannabis-Debatte sind offensichtlich. Auch hier könnte eine Neuregelung wirtschaftlichen Aufschwung bringen, neue Einnahmen für den Staat schaffen und illegale Strukturen schwächen. Wirtschaftlich könnte eine Legalisierung neue Branchenimpulse setzen, ähnlich wie damals beim Alkohol.

Marktreaktionen: Euphorie und Vorsicht

Die Kursgewinne vom Montag erinnern an ähnliche Bewegungen in der Vergangenheit, als politische Signale kurzfristige Rallys auslösten. Oft folgten darauf Kurskorrekturen, wenn klar wurde, dass der Weg zu einer Gesetzesänderung länger und komplizierter ist als zunächst gedacht. Anleger, die früh einsteigen, setzen darauf, dass der politische Prozess diesmal zügig vorankommt.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass Cannabis auf Bundesebene auch nach einer Herabstufung nicht automatisch in allen Bereichen legal wäre. Die endgültige Ausgestaltung der Gesetze, Steuerregelungen und Zulassungsprozesse könnte von Bundesstaat zu Bundesstaat stark variieren.

Internationale Perspektive

Ein möglicher Kurswechsel der USA hätte auch internationale Folgen. Länder wie Kanada, Deutschland oder Thailand haben Cannabis bereits teilweise legalisiert. Sollten die USA ihre Gesetzgebung lockern, könnten sie zum größten regulierten Markt der Welt werden. Das würde nicht nur US-Unternehmen, sondern auch internationalen Produzenten und Investoren neue Chancen eröffnen.

Fazit: Chancenreich, aber mit Unsicherheiten

Trumps Ankündigung hat der Branche kurzfristig einen kräftigen Schub gegeben. Die möglichen Vorteile einer Herabstufung sind erheblich: geringere Steuern, mehr Forschung, leichterer Kapitalzugang und ein größerer legaler Markt. Gleichzeitig bleiben aber politische und rechtliche Hürden bestehen, die den Prozess verlangsamen oder abschwächen könnten.

Ob sich die Euphorie an den Börsen in eine langfristige Aufwärtsbewegung verwandelt, hängt nun davon ab, wie schnell und entschlossen die US-Regierung handelt – und ob sie die angekündigten Änderungen tatsächlich umsetzt.

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Esma Sakalli

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