Die wichtigsten Punkte
Boeing erzielte im dritten Quartal 2025 mit 23.27 Milliarden US-Dollar Umsatz das beste Ergebnis seit Jahren und verzeichnete erstmals seit 2023 wieder einen positiven Cashflow. Trotz Fortschritten belastet eine 4.9-Milliarden-Dollar-Abschreibung wegen erneuter 777X-Verzögerungen die Bilanz. CEO Kelly Ortberg treibt Qualitäts- und Effizienzprogramme voran. Die FAA hob Produktionslimits der 737 Max an, und neue Aufträge stärken den laufenden Turnaround.
Zurück in den positiven Cashflow
Boeing hat im dritten Quartal 2025 erstmals seit fast zwei Jahren wieder einen positiven freien Cashflow erzielt – ein entscheidendes Signal in der lang erwarteten Erholung des US-Luftfahrtkonzerns. Das Unternehmen meldete einen Quartalsumsatz von 23.27 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten.
Der operative Cashflow lag bei 1.12 Milliarden US-Dollar, während der freie Cashflow mit minus 238 Millionen US-Dollar deutlich besser ausfiel als prognostiziert. Damit stemmt Boeing den langjährigen Geldabfluss, der sich in den vergangenen Quartalen auf fast 17 Milliarden US-Dollar summiert hatte.
Verantwortlich für den Aufschwung sind steigende Auslieferungen: Insgesamt wurden 160 Flugzeuge ausgeliefert, darunter 121 Maschinen des Typs 737 Max, 24 787 Dreamliner und neun 777. Es sind die höchsten Produktionszahlen seit 2018 – und ein Hinweis darauf, dass Boeings Produktionslinien wieder Tritt fassen.
Milliardenabschreibung durch erneute 777X-Verzögerung
Trotz des positiven Trends bleibt die Bilanz belastet. Boeing verbuchte eine Abschreibung von 4.9 Milliarden US-Dollar auf das Programm der 777X, deren Auslieferung sich erneut verzögert. Der erste Flug des Großraumjets liegt bereits sechs Jahre zurück, doch die Zertifizierung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA wird nun erst für 2027 erwartet.
Die nicht zahlungswirksame Abschreibung führte zu einem Quartalsverlust von 4.78 Milliarden US-Dollar, besser als die 5.76 Milliarden US-Dollar Verlust im Vorjahr, aber über den Markterwartungen. CEO Kelly Ortberg, der im August 2024 die Unternehmensführung übernahm, nannte die Verzögerung „eine Enttäuschung“, betonte jedoch Fortschritte bei Qualität und Produktionsstabilität.
Unter seiner Führung hat Boeing die Fertigung neu organisiert und Lieferkettenprobleme schrittweise entschärft. Ortberg erklärte, der Fokus liege auf „Sicherheit, Zuverlässigkeit und langfristiger Stabilität“ – zentrale Punkte seines Restrukturierungsplans, der das Vertrauen von Regulierungsbehörden und Kunden zurückgewinnen soll.
Produktion, Aufträge und regulatorische Fortschritte
Die Auftragslage bleibt solide. Boeing gewann im Quartal neue Großbestellungen von Norwegian Group, Turkish Airlines, WestJet und Korean Air. Zugleich hob die FAA ihre Produktionsbeschränkung für die 737 Max auf 42 Maschinen pro Monat an, nachdem das Unternehmen die geforderten Qualitätsstandards erfüllt hatte.
Langfristig strebt Boeing eine Produktionsrate von 47 Jets pro Monat an. Die Zertifizierung der Varianten Max 7 und Max 10 wird voraussichtlich 2026 erfolgen. Auch im Verteidigungsbereich verzeichnete Boeing ein Umsatzwachstum von 25 Prozent auf 6.9 Milliarden US-Dollar, trotz eines anhaltenden Streiks von rund 3200 Beschäftigten im Werk St. Louis.
Die Sparte für globale Dienstleistungen legte um zehn Prozent auf 5.4 Milliarden US-Dollar zu. Ortberg zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen nach Jahren der Krisenphase nun „Schritt für Schritt Vertrauen zurückgewinnt“. Die Ergebnisse markieren damit den bisher deutlichsten Fortschritt in Boeings laufendem Turnaround.





