BlackRock plant ETF-Revolution nach Bitcoin-Erfolg
#Kryptowährungen

BlackRock plant ETF-Revolution nach Bitcoin-Erfolg

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

BlackRock prüft, wie börsengehandelte Fonds (ETFs) künftig tokenisiert und über die Blockchain handelbar gemacht werden können. Bereits 2024 brachte das Unternehmen mit BUIDL einen tokenisierten Geldmarktfonds auf den Markt, während sein Spot-Bitcoin-ETF zu den erfolgreichsten seiner Art zählt. Studien schätzen, dass der Markt für tokenisierte Real-World Assets bis 2030 auf 16 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Larry Fink verweist jedoch darauf, dass ein sicheres digitales Identitätsprüfsystem Voraussetzung für eine breite Umsetzung bleibt.

BlackRock prüft tokenisierte ETFs

BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, erwägt laut einem Bericht von Bloomberg, börsengehandelte Fonds (ETFs) auf die Blockchain zu bringen. Das Unternehmen untersucht, wie sich Anteile von ETFs, die an reale Vermögenswerte wie Aktien gekoppelt sind, digital abbilden lassen. Ob und wie das gelingt, hängt jedoch stark von regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Der Schritt würde nahtlos an frühere Initiativen anknüpfen: Bereits 2024 brachte BlackRock mit BUIDL einen tokenisierten Geldmarktfonds auf den Markt, der inzwischen über zwei Milliarden US-Dollar an Vermögen verwaltet. Ebenfalls 2024 startete der Konzern einen Spot-Bitcoin-ETF, der rasch zu den erfolgreichsten seiner Art wurde. In seinem Jahresbrief 2025 bekräftigte CEO Larry Fink erneut seine Überzeugung, dass langfristig jedes Finanzinstrument tokenisiert werden könne – ein Hinweis darauf, wie zentral das Thema für BlackRocks Strategie geworden ist.

Tokenisierung gewinnt an Bedeutung

Die Idee der Tokenisierung ist nicht nur auf BlackRock beschränkt, sondern findet zunehmend im gesamten Finanzsektor Widerhall. Darunter versteht man die digitale Abbildung traditioneller Finanzinstrumente auf einer Blockchain. Bei ETFs könnte dies ermöglichen, dass Anteile auch außerhalb der regulären Börsenzeiten handelbar werden, dass internationale Anleger leichter Zugang erhalten und dass Wertpapiere in Krypto-Netzwerken als Sicherheiten eingesetzt werden können. Animoca Brands berichtete, dass das Volumen tokenisierter Real-World Assets (RWA) 2025 bereits 26.5 Milliarden US-Dollar erreicht hat – ein Zuwachs von 70 Prozent seit Jahresbeginn.

Knapp 90 Prozent dieser Summe entfallen auf Private Credit und US-Staatsanleihen. Prognosen sehen den Markt langfristig in völlig neuen Dimensionen: Der Skynet RWA Security Report geht davon aus, dass bis 2030 ein Volumen von 16 Billionen US-Dollar möglich ist. Parallel entstehen neue Plattformen. Ondo Finance eröffnete im September 2025 ein Angebot für mehr als 100 US-Aktien und ETFs in tokenisierter Form. In Japan entwickelt SBI Holdings gemeinsam mit Startale eine institutionelle Plattform für tokenisierte Aktien und RWAs, mit einem geschätzten Potenzial von 18.9 Billionen US-Dollar bis 2033.

Herausforderungen bei Regulierung und Identität

Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie sich traditionelle Finanzstrukturen mit blockchainbasierten Modellen verbinden lassen. Klassische ETFs werden über zentrale Clearingstellen abgewickelt, während tokenisierte Vermögenswerte sofort übertragen werden – ein Spannungsfeld, das regulatorische und verwahrungstechnische Lösungen erfordert. Larry Fink betonte in seinem Jahresbrief, dass ohne ein funktionierendes digitales Identitätsprüfsystem eine breite Einführung kaum möglich sei.

Beispiele wie Indien, Estland, Singapur oder die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen, wie nationale Modelle funktionieren können, zugleich verdeutlichen Datenlecks und Cyberangriffe die Risiken zentralisierter Ansätze. In den USA setzt man bislang stärker auf dezentrale Verfahren wie biometrische Authentifizierung direkt auf mobilen Geräten. Dennoch steigt das Interesse der Aufsichtsbehörden: Sie signalisieren Offenheit für kontrollierte Tests von Blockchain-Märkten, und Nasdaq hat bereits beantragt, den Handel mit tokenisierten Aktien zu ermöglichen.

BlackRock selbst meldete für das zweite Quartal 2025 einen Anstieg seiner Digital-Assets auf 79.6 Milliarden US-Dollar bei insgesamt 12.5 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen – ein Zeichen, dass das Segment zwar noch klein ist, aber dynamisch wächst.

 

FAQ

Wer steckt wirklich hinter BlackRock?
BlackRock ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in New York. Es wurde 1988 gegründet, CEO ist seitdem Larry Fink. Da BlackRock an der Börse notiert ist, gehört es seinen Aktionären; die größten Anteile halten institutionelle Investoren wie Vanguard oder State Street sowie eine Vielzahl von Kleinanlegern.

Was besitzt BlackRock in Deutschland?
BlackRock besitzt in Deutschland keine klassischen Unternehmen, sondern hält als Vermögensverwalter Anteile an börsennotierten Konzernen. Über Fonds und ETFs ist BlackRock größter oder einer der größten Aktionäre bei DAX-Konzernen wie Deutsche Bank, Allianz, BASF oder Siemens. Die Anteile stammen aus dem Kapital von Fondsanlegern, nicht aus BlackRocks eigenem Geld.

Was genau macht BlackRock?
BlackRock verwaltet Vermögen für private, institutionelle und staatliche Anleger. Das Unternehmen bietet Investmentfonds, ETFs (vor allem die iShares-Produkte) und Beratungsleistungen an. Außerdem entwickelt und betreibt BlackRock die Risiko- und Analyseplattform Aladdin, die von vielen Banken und Investoren weltweit genutzt wird.

Was macht BlackRock so mächtig?
BlackRock verwaltet mit rund 12.5 Billionen US-Dollar (Stand 2025) mehr Kapital als jedes andere Finanzhaus weltweit. Damit ist es Großaktionär in Tausenden Unternehmen, darunter viele globale Konzerne. Durch diese Stimmrechte, seine ETF-Dominanz und die technologische Rolle von Aladdin hat BlackRock erheblichen Einfluss auf Finanzmärkte und Unternehmensentscheidungen.

Author

Esma Sakalli

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.