Bitcoin sei Dank: Coinbase-Aktie steigt trotz Gewinn-Einbruch
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Bitcoin sei Dank: Coinbase-Aktie steigt trotz Gewinn-Einbruch

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Simeon Koch

Das erste Quartal lief einigermaßen katastrophal für Kryptomarkt. Bitcoin und Ethereum erlebten den schwächsten Jahresstart seit 2018, der Altcoin-Sektor verlor ein ganzes Jahr an Zugewinnen und fiel auf das Level vom Frühjahr 2024 zurück. Viele Altcoins verloren mehr als die Hälfte ihres Kurswerts, manche stürzten um bis zu 90 Prozent von den Hochs im Dezember. Gleichzeitig nahm das breite Interesse am Kryptomarkt rapide ab, Handelsvolumina auf Börsen brachen ein. Das bekam auch die marktführende US-Börse Coinbase schmerzlich zu spüren: Im Vergleich zum Winter vergangenen Jahres ging der Umsatz deutlich zurück, der Gewinn kollabierte im Verhältnis zum Frühjahr 2024 um alarmierende 95 Prozent. Die Aktie dürfte trotzdem eine Erholungsrallye hinlegen.

Coinbase kauft Deribit

Coinbase hatte seine Quartalszahlen gestern noch nicht präsentiert, da vermeldete das Unternehmen bereits die Übernahme der weltgrößten Krypto-Derivatbörse Deribit für rund drei Milliarden US-Dollar. Deribit ist eine führende Handelsplattform für Bitcoin- und Ethereum-Derivate und ermöglicht es professionellen Anlegern, auf zukünftige Kursentwicklungen zu spekulieren, ohne die zugrunde liegenden Kryptowährungen direkt zu besitzen. Das Geschäftsmodell basiert vor allem auf Handelsgebühren, die bei jedem Abschluss anfallen, sowie auf Finanzierungskosten bei bestimmten Produkten.

Umsatz und Handelsvolumen wuchsen kräftig, der Gewinn implodierte: Coinbase mit gemischten Gefühlen nach einem harten ersten Quartal.

Im Vergleich zum klassischen Krypto-Spotmarkt gilt der Derivatehandel als deutlich profitabler. Für Coinbase eröffnet die Übernahme einen lukrativen Zugang zu diesem Marktsegment und ermöglicht es, professionellen Kunden weltweit ein deutlich breiteres Produktportfolio zu bieten. Zudem verschafft sich Coinbase damit einen stärkeren internationalen Fußabdruck, da Deribit seinen Sitz in Dubai hat und außerhalb der stark regulierten US-Märkte agiert. Die Akquisition stärkt Coinbases Position im globalen Wettbewerb, insbesondere gegenüber Plattformen wie Binance oder Bybit.

Die Coinbase-Aktie hat im Frühjahr gemeinsam mit dem Kryptomarkt gelitten, unterschritt die Tiefs vom Sommer 2024 aber nur marginal. Die Tendenz zeigt aufwärts.





An der Börse sorgte die Deribit-Übernahme für Aufsehen, das frische Momentum der COIN-Aktie kam kurz darauf aber wieder ins Stocken. Grund dafür waren die durchwachsenen Geschäftszahlen, die Coinbase nach Börsenschluss vorlegte. Der Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar lag zwar 23 Prozent über dem ersten Quartal des Vorjahres, verfehlte allerdings die Erwartungen der Analysten von 2.1 Milliarden. Einen Tiefschlag gab es beim Gewinn: Nur rund 70 Millionen Dollar blieben Coinbase unterm Strich – verschwindend gering im Vergleich zu de 1.2 Milliarden des ersten Quartals 2024.


„Stark für die nächsten zehn Jahre“

Trotz dieser ernüchternden Bilanz sprach Coinbase selbst in einer offiziellen Aussendung von „starken finanziellen Ergebnissen“ und verwies auf „bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung unserer künftigen Prioritäten“. Dazu zähle vor allem „Umsatzsteigerung, Steigerung des Nutzens und die Grundlagen für das nächste Jahrzehnt starken Wachstums zu schaffen“. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres habe man trotz der schwachen Krypto-Performance „weiter Marktanteile gewonnen, sowohl im globalen Spotmarkt und bei Derivaten“. Im Derivat-Sektor, also im Futures- und Optionshandel, dürfte Coinbase künftig vor allem von der Deribit-Übernahme profitieren.

Der Jahresstart war hart für Coinbase: Selbst ohne Berücksichtigung der internen Krypto-Verluste knickte die Bilanz im Vergleich zu Q4 2024 deutlich ein.


Dass Coinbase im ersten Quartal vor allem beim Gewinn ein so deutliches Minus einfuhr, lag auch an eigenen Krypto-Investments. Schmerzhaft war die mehrmonatige Korrektur zu Jahresbeginn also nicht nur für Kleinanleger. Bereinigt um die temporären Krypto-Verluste lag der Nettogewinn bei etwas mehr als einer halben Milliarde, der Gewinn je Aktie bei 1.96 US-Dollar. Das liest sich zwar schon deutlich besser als die knapp 70 Millionen Nettogewinn und 0.24 Dollar Profit pro Aktie im finalen Ergebnis, bedeutet aber immer noch einen Rückgang von je rund 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wie man es dreht und wendet: Der Jahresstart war hart für Coinbase.

Altcoin-Season verschoben: Volumen fällt

Die schwache Entwicklung des Kryptomarktes im ersten Quartal sorgte auch auf Coinbase für einen Rückgang des allgemeinen Interesses am Handel mit Bitcoin und Altcoins. Abzulesen war dieser Trendwechsel am fallenden Handelsvolumen, das bei Kleinanlegern um rund 17 Prozent auf 78 Milliarden US-Dollar zurückging. Das institutionelle Interesse war mit einem etwas geringeren Minus von neun Prozent auf 315 Milliarden US-Dollar ebenfalls rückläufig. Einmal mehr offenbart sich anhand dieser Zahlen: In Korrekturphasen verlassen vor allem private Käufer den Markt, während das institutionelle Interesse nicht so stark abkühlt.

Altcoins machten fast die Hälfte des Handelsvolumens auf Coinbase aus, der Risikoappetit liegt aber deutlich unter den Werten von 2021. Bitcoins Marktanteil bleibt hoch.


Trotz der scharfen Korrekturen im Altcoin-Sektor stieg der Anteil kleinerer Kryptowährungen am Handelsvolumen auf Coinbase leicht auf 49 Prozent. Im vierten Quartal des Vorjahres waren 48 Prozent auf Altcoins entfallen. Vom Risikohunger eines voll entfalteten Bullruns ist der Kryptomarkt aber noch weit entfernt. Im vierten Quartal 2021, als Bitcoin die Spitze des letzten Bullenmarktes erreichte, machten Altcoins ganze 68 Prozent des Handelsvolumens auf Coinbase auf, während Bitcoin und Ethereum jeweils auf 16 Prozent zurückfielen. Während Ethereum und Altcoins weit von ihren letzten Bullrun-Volumina entfernt sind, liegen die 27 Prozent des aktuellen Bitcoin-Handels auf Coinbase ganze 69 Prozent höher als in Q4 2024.

Wie im Gesamtmarkt dominiert Bitcoin also auch auf Coinbase das Handelsgeschehen. Das erhöhte Handelsvolumen für Bitcoin spiegelt die Verunsicherung der letzten Monate, die durch geopolitische Turbulenzen rund um Trumps Strafzölle und scharfe Korrekturen an den Börsen genährt wurde. Bitcoin hielt sich in dieser Phase deutlich besser als kleinere Kryptowährungen und zog viel Liquidität auf sich. Aktuell also präferiert der breite Markt die relative Sicherheit von Bitcoin gegenüber Altcoins. Das liegt auch daran, dass sich private Investoren, die für gewöhnlich großes Altcoin-Interesse mitbringen, im ersten Quartal merklich zurückgezogen haben.

Die Kauflaune von Kleinanlegern (rot) und Institutionellen (blau) korreliert mit dem Kryptomarkt: In Q1 und Q4 2024 erreichte Bitcoin Allzeithochs – und das Volumen stieg.



Die 78 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen von Kleinanleger liegen satte 56 Prozent unter den Bullenmarktwerten von 2021. Während im privaten Sektor Flaute herrscht, war der Rückgang bei institutionellen Kunden deutlich geringer und belief sich nur auf 15 Prozent. Erneut zeigt sich, wie volatil das Interesse kleiner Anleger ist und wie stark die Kauflaune privater Investoren mit der Preisentwicklung des Kryptomarktes korreliert. Wie schnell die private Nachfrage in Boom-Zeiten aber zurückkehren kann, zeigten das Frühjahr und der Winter des vergangenen Jahres. Bitcoin erreichte jeweils ein neues Allzeithoch, Altcoins zogen fulminant nach – und Kleinanleger kamen zurück.

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Als der Bitcoin kurz vor dem Wochenende zum ersten Mal seit Jahresbeginn wieder die 100 000 US-Dollar knackte, hüpfte auch die Coinbase-Aktie im vorbörslichen Handel aufwärts. Kurzfristig rechnen wir bei COIN mit einer korrektiven Rallye, die das Hoch von Anfang Dezember knapp überschießen könnte. Noch unterhalb der 420 Dollar dürfte aber der nächste deutliche Abverkauf einsetzen und zurück unter die 200-Dollar-Marke führen. Dort unten sollte die aktuell übergeordnete Korrekturstruktur enden und das Fundament für einen fulminanten Ausbruch auf neue Rekordstände legen. Regelmäßige Updates und konkrete Zielzone für lukrative Ein- und Ausstiege bei Coinbase gibt’s im Tech33-Paket!

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Simeon Koch

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