Bitcoin nach dem Absturz: Onchain zeigt Stärke, Kurs bleibt wacklig
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Bitcoin nach dem Absturz: Onchain zeigt Stärke, Kurs bleibt wacklig

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin erholt sich nur langsam vom Sturz auf rund 60 000 Dollar
  • Onchain-Daten deuten auf Stabilisierung hin.
  • ETFs und Hebel geben den Takt vor.

Bitcoin pendelt weiter um 66 000 US-Dollar – ein Niveau, das heute, am 25. Februar 2026, fast wie ein vorsichtiges Durchatmen wirkt. Denn vor Kurzem ging es noch steil bergab: vom Hoch über 125 000 US-Dollar im Oktober 2025 rutschte der Kurs bis in die 60 000er-Zone. Selbst im Profi-Lager knirschte es: Der Liquiditätsanbieter BlockFills setzte Ein- und Auszahlungen zeitweise aus. Gleichzeitig erzählt die Blockchain eine zweite Geschichte: Einige Anleger nutzen den Rücksetzer, um wieder einzusteigen.

Kursbild: Zwischen Bodenbildung und Rückfallrisiko

Nach aktueller Einschätzung bleibt der Markt defensiv und bewegt sich in einer Spanne zwischen 60 000 und 72 000 US-Dollar. Oberhalb davon wartet jedoch spürbarer Verkaufsdruck – vor allem, weil zwischen 82 000 und 97 000 US-Dollar viele Coins gekauft wurden. Für Krypto-Neulinge bedeutet das: Läuft der Kurs in diese Zone, nutzen manche die Gelegenheit, um Verluste auszugleichen. Genau das kann Erholungen zäh machen – selbst dann, wenn die Stimmung kurzfristig wieder kippt.

Der zweite Bremsklotz kommt von außen: die Makrolage. Erwartungen an eine straffere US-Geldpolitik belasten zuletzt Risiko-Anlagen. Außerdem zeigen sich die US-Konjunkturdaten zuletzt deutlich robuster, was schnelle Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen lassen. In solchen Phasen verhält sich Bitcoin oft wie eine Tech-Aktie: Er profitiert von viel Geld im System – und gerät unter Druck, wenn es knapper wird.

Was die Blockchain verrät: Weniger Verkauf, mehr Halten

Ein Onchain-Baustein, der sich leicht greifen lässt, sind die Bestände auf Börsen. Dort liegen zuletzt rund drei Millionen Bitcoin. Diese Börsenreserven sind so etwas wie das Warenlager für schnelle Verkäufe. Sinkt dieser Bestand, wandern Coins häufig in langfristige Verwahrung. Das kann den Verkaufsdruck mindern – reduziert aber auch die sofort verfügbare Liquidität.


Bitcoin Exchange ReservesBitcoin Exchange Reserves


Passend dazu zeigen sich nach der jüngsten Panikphase auch wieder breitere Akkumulationen: Der Accumulation Trend Score stieg auf 0.68. Gleichzeitig zeigt sich, dass langfristige Halter aktuell deutlich moderater Gewinne mitnehmen als in überhitzten Marktphasen. Netto wurden zuletzt rund 12 800 Bitcoin pro Woche als Gewinn realisiert. Kurz gesagt: Es wird verkauft – aber weniger aggressiv.

ETFs und Hebel geben weiter den Takt vor

Der wichtigste Brückenkopf zum klassischen Finanzmarkt bleiben Spot-Bitcoin-ETFs. Die Daten zeigen Anfang Februar teils kräftige Nettoabflüsse, etwa 544.9 Millionen US-Dollar am 4. Februar. In den darauffolgenden Handelstagen drehte das Bild zwischenzeitlich: Am 10. Februar lagen die Nettozuflüsse bei 166.5 Millionen US-Dollar. Das ist noch kein belastbarer Aufwärtstrend – aber ein Hinweis, dass institutionelle Anleger wieder vorsichtig testen.


Exchange BTC Open Interest in US-DollarExchange BTC Open Interest in US-Dollar


Parallel bleibt der Markt stark hebelgetrieben. Coinglass weist für Bitcoin ein Open Interest von rund 45.9 Milliarden US-Dollar aus. Innerhalb von 24 Stunden wurden zudem Positionen im Umfang von rund 138.4 Millionen US-Dollar liquidiert. Hebel wirkt wie ein Verstärker: Er befeuert Rallys – und beschleunigt Abverkäufe. Die Pulverkammer bleibt groß, denn mehrere Plattformen zeigen eine Stablecoin-Marktkapitalisierung um 307 Milliarden US-Dollar.

Fazit: Stärke auf der Chain, Fragilität im Kurs

Unterm Strich ergibt sich ein gemischtes Bild. Onchain spricht für Käufer, die Rücksetzer einsammeln, und für weniger sofortige Verkaufsware auf Börsen. Gleichzeitig bleibt die Kursstruktur fragil: Über dem Markt liegt eine Zone, in der viele Anleger auf eine Rettungsrally warten. Und Makro-Schlagzeilen können jederzeit neuen Druck bringen – das erhöht die Nervosität.

Für ein Krypto-Portfolio heißt das: Langfristige Anleger können Schwächephasen nutzen – am besten gestaffelt statt mit einem großen Kauf. Wer bereits stark investiert ist, sollte Liquidität und Risikobudget prüfen, weil hebelgetriebene Bewegungen weitere Ausschläge möglich machen. Und wer Gewinne aus dem letzten Aufschwung noch auf dem Papier hat, kann Teilgewinnmitnahmen oder Rebalancing erwägen, um die emotionale Achterbahnfahrt zu glätten.

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Nikolai Heger

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