Die jüngsten Quartalszahlen von Barrick Gold und Franco Nevada zeigen, wie unterschiedlich die Lage in der Goldbranche aktuell ist. Während Barrick Gold mit Produktionsrückgängen und geopolitischen Hürden kämpft, meldet Franco Nevada Rekordergebnisse und blickt optimistisch in die Zukunft.
Barrick Golds Rückgang trotz hoher Goldpreise
Barrick Gold, einer der größten Goldproduzenten weltweit, verzeichnete im zweiten Quartal 2025 einen deutlichen Rückgang der Goldproduktion auf 797.000 Unzen, verglichen mit 948.000 Unzen im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund war die vorübergehende Einstellung der Aktivitäten in Mali, nachdem die dortige Militärregierung den Export blockiert und Goldbarren beschlagnahmt hatte.
Trotz der geringeren Fördermenge profitierte Barrick von einem stark gestiegenen Goldpreis, der im Berichtsquartal durchschnittlich 3 295 US-Dollar pro Unze betrug – über 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Preisaufschwung konnte jedoch den Druck auf die Aktie nicht verhindern: Im vorbörslichen Handel fiel sie um fast vier Prozent, belastet von einem mehr als einprozentigen Rückgang des Goldpreises am Markt.
Um gegenzusteuern, startete Barrick ein Rückkaufprogramm und erwarb im zweiten Quartal 13.5 Millionen eigene Aktien. Zudem übertraf der bereinigte Gewinn von 0.47 US-Dollar je Aktie die Erwartungen der Analysten, was auf eine strikte Kostenkontrolle und operative Effizienz hinweist.
Franco Nevada profitiert von strategischen Akquisitionen
Während Barrick mit Produktionsproblemen ringt, konnte Franco Nevada im zweiten Quartal Rekordwerte vermelden. Der Umsatz stieg um 42 Prozent auf 369.4 Millionen US-Dollar, getrieben von hohen Goldpreisen und gezielten Übernahmen. CEO Paul Brink hob insbesondere den Erwerb von Lizenzgebühren auf IAMGOLDs Côté Gold Mine und AngloGolds Arthur Projekt hervor, die das Portfolio des Unternehmens erweitern und langfristige Einnahmequellen sichern.
Der operative Cashflow erreichte mit 430.3 Millionen US-Dollar ein Allzeithoch – ein Plus von 121 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2025 erwartet Franco Nevada weitere Zuwächse bei den verkauften Goldäquivalenten (GEOs), unter anderem durch neue Beiträge aus den Projekten Côté und Porcupine. Die Prognosen basieren auf angenommenen Rohstoffpreisen von 3 250 US-Dollar pro Unze Gold.
Weichenstellung für die kommenden Jahre
Nach Quartalsende sicherte sich Franco Nevada zusätzlich eine 1.0-Prozent-Lizenzgebühr am Arthur Gold Projekt von AngloGold. Solche Akquisitionen sind Teil einer langfristigen Wachstumsstrategie, die auf stabile Cashflows und Diversifizierung setzt.
Barrick hingegen steht vor der Aufgabe, die Produktionsprobleme in Mali zu lösen und die Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten zu minimieren. Das Unternehmen setzt auf den hohen Goldpreis und finanzielle Maßnahmen wie Aktienrückkäufe, um Investoren zu halten.
Fazit
Die Quartalsberichte zeigen zwei unterschiedliche Ansätze im Umgang mit einem volatilen Markt: Barrick Gold kämpft mit operativen Hürden und sucht Stabilität, Franco Nevada nutzt günstige Marktbedingungen und gezielte Übernahmen, um seine Position zu stärken. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Barrick seine Produktionszahlen stabilisieren kann – und ob Franco Nevada seinen Wachstumskurs in einem schwankenden Rohstoffumfeld fortsetzen wird.




