Bärenmarkt für Bitcoin und Altcoins? Das sagen die Coinbase-Earnings
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Bärenmarkt für Bitcoin und Altcoins? Das sagen die Coinbase-Earnings

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Simeon Koch

Wer feststellen will, wann sich der Kryptomarkt einem zyklischen Top nähert, sollte die Handelsdaten der wichtigsten Börsen nicht außer Acht lassen. Coinbase ist die führende US-Börse und damit Dreh- und Angelpunkt des Kryptohandels im wichtigsten Finanzmarkt der Welt. Nach dem ernüchternden Sommer verzeichnete Coinbase im dritten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz, Gewinn – und dem Handel mit Altcoins. Ist das ein gefährliches Top-Signal? Oder das genaue Gegenteil?

Coinbase übertrifft Erwartungen im dritten Quartal

Das Wichtigste vorweg: Coinbase hat die Analystenschätzungen im zurückliegenden dritten Quartal deutlich übertroffen. Die führende Krypto-Börse der USA erzielte einen Nettogewinn von 433 Millionen US-Dollar, was einem Gewinn je Aktie von 1.50 Dollar entspricht. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich von 1.21 auf 1.87 Milliarden US-Dollar, getrieben von einem starken Anstieg der Handelsaktivität.


Der Umsatz stieg im Quartalsvergleich, der Gewinn ging deutlich zurück. Insgesamt übertraf Coinbase aber die Erwartungen.

CEO Brian Armstrong erklärte im Earnings-Statement: „Q3 war ein starkes Quartal für Coinbase. Wir haben solide Finanzergebnisse erzielt und konzentrierten uns weiterhin darauf, innovative Produkte auszuliefern. Wir bauen die Grundlage für die Everything Exchange.“ Und dieser Ansatz scheint immer besser anzukommen – auch, wenn Coinbase nach wie vor am meisten im Krypto-Geschäft verdient. Dessen ungeachtet konnte die Börse nach den schwierigen Sommermonaten wieder wichtige Erfolge verzeichnen.

So erreichte das Handelsvolumen von Kleinanlegern 59 Milliarden US-Dollar, ein Plus von satten 37 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die daraus resultierenden Transaktionsumsätze beliefen sich auf 844 Millionen US-Dollar, 30 Prozent mehr als im Quartal zuvor. Auf institutioneller Seite wuchs das Handelsvolumen auf 236 Milliarden US-Dollar, während die Einnahmen hier sogar um 122 Prozent auf 135 Millionen US-Dollar stiegen. Armstrong aber hat noch nicht genug und betonte: „Die Everything Exchange ist wirklich zentral für das nächste Kapitel dessen, was wir aufbauen.“

Everything Exchange: Der Coinbase-Masterplan

Was Brian Armstrong mit der Everything Exchange meint, ist der große Plan von Coinbase, digitale Assets weit über Kryptowährungen hinaus zu integrieren. Die Plattform deckt inzwischen rund 90 Prozent der gesamten Kryptowährungs-Marktkapitalisierung ab, möchte aber in weitere Sektoren des Finanzmarkts expandieren.


Grüne Zahlen, so weit das Auge reicht. Besonders spannend: Die Einkünfte aus Transaktionen steigen mit dem Volumen. Besonders stark: Altcoins.

Armstrong erläuterte dazu: „Wir haben intensiv an den nächsten Elementen gearbeitet, weil wir glauben, dass jede Anlageklasse On-Chain kommen wird und unsere Kunden das ebenfalls wollen.“ Neue Derivate, tokenisierte Aktien und stabile Zahlungsmittel wie USDC spielen dabei eine Schlüsselrolle. Schon jetzt ist die Stablecoin-Strategie eines der wichtigsten Zugpferde von Coinbase.

Der von Coinbase unterstützte Circle-Stablecoin USDC erreichte im dritten Quartal ein Umlauf-Allzeithoch von 74 Milliarden US-Dollar, und die durchschnittlichen USDC-Bestände in Coinbase-Produkten stiegen auf über 15 Milliarden US-Dollar. Armstrong kommentierte: „Wir haben viel Zeit darauf verwendet, regulatorische Klarheit zu schaffen und das zahlt sich jetzt endlich aus.“

Coinbase macht’s selbst: Base-Blockchain floriert

Neben der Everything Exchange ist die Base-Blockchain das zweite große Projekt der führenden US-Kryptobörse. Über diese eigene Blockchain will Coinbase ein lebendiges Onchain-Ökosystem aufbauen und neue Einnahmequellen erschließen. Die Base-Chain ist eine schnelle, kostengünstige Layer-2-Lösung, die Transaktionen in unter einer Sekunde und zu minimalen Kosten ermöglicht, gekoppelt mit Stablecoins für nahtlose Zahlungen.
Nach dem schwachen Sommer kehrt das Interesse an Krypto zurück: Kommt die nächste große Nachfrage-Welle im vierten Quartal?
Die eigene Base-App fungiert dabei als Einstiegspunkt. Hier können aktive Nutzer ihr Krypto-Trading, soziale Interaktionen, Spiele und Zahlungen direkt On-Chain durchführen und miteinander verbinden. Schon in der aktuellen Beta-Phase verzeichnet die App eine starke Nutzerakzeptanz – ebenso wie die Base-Chain selbst, deren Anwendungsfälle immer vielfältiger werden: Die Netzwerkaktivität stieg im Quartal vor allem bei Handels-, Social-, Zahlungs- und Kredit-Apps.

Das Ökosystem umfasst inzwischen über fünf Millionen Token und mehr als ein Dutzend lokale Stablecoins. Mit dem neuen Flashblocks-Update auf dem Base-Mainnet werden Blockzeiten von etwa 200 Millisekunden erreicht, ein wichtiger Meilenstein, um das Netzwerk noch schneller und günstiger zu machen. Schließlich will Base in Sachen Effizienz mit den größten Konkurrenten der Branche wie Solana, Cardano und XRP mithalten. Armstrong hob hervor: „Wir sehen eine starke Nutzung der Base-App und sind überzeugt, dass sie den Weg für künftige On-Chain-Anwendungen ebnet.“

Bitcoin und Altcoins tot? Das sagen die Coinbase-Daten

Die aktuelle Marktphase ist für all jene, die es mit Krypto halten, mühsam bis zermürbend. Wie schnell das Interesse an Bitcoin und vor allem Altcoins nach zähen Phasen aber zurückkehren kann, zeigen die Coinbase-Handelszahlen aus dem dritten Quartal. Nach den ernüchternden 237 Millionen im Frühling stieg das gesamte Handelsvolumen auf der Plattform zwischen Juli und September auf 295 Millionen Dollar. Auf Kleinanleger entfielen dabei 59 Millionen – fast 40 Prozent mehr als im zweiten Quartal und eine Steigerung von knapp 75 Prozent im Jahresvergleich.


Ähnlich stark kehrten die institutionellen Käufer zurück: Nach 194 Millionen Dollar im zweiten Quartal standen nun 236 Millionen zu Buche, eine Steigerung von gut 21 Prozent im Quartals- und satten 56 Prozent im Jahresvergleich. Besonders interessant war der Blick auf die Beliebtheit der unterschiedlichen Kryptowährungen. Bitcoins Anteil am gesamten Handelsvolumen fiel von 30 Prozent in Q2 und 37 Prozent im Vorjahresquartal auf nunmehr 24 Prozent.


Ethereum holt nach Handelsvolumen zu Bitcoin auf, Altcoins wurden besonders stark gehandelt. Ist das ein Top-Signal für den Kryptomarkt?
Auffällig waren aber vor allem die Steigerungen im Altcoin-Sektor. So konnte Ethereum mit 22 Prozent fast für Gleichstand mit BTC sorgen. ETH hatte im zweiten Quartal und im Vergleichszeitraum des Vorjahres je nur 15 Prozent am Gesamtvolumen ausgemacht. Die starke Rallye in Richtung neuer Allzeithochs im Spätsommer zeigte aber Wirkung und katapultierte Ethereum nach Handelsvolumen zurück in eine Liga mit Bitcoin.

Konstant hoch blieb derweil der Anteil anderer Kryptowährungen, also der Altcoins. Starke 42 Prozent konnten kleinere Kryptos (exklusive XRP, das allein für neun Prozent verantwortlich war) beisteuern, eine dezente Steigerung nach den 41 Prozent in Q2. Damit erlebten Altcoins einen deutlich besseren Herbst als noch im dritten Quartal 2024, als kleinere Kryptos nur 31 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten.

Trotz dieser Verschiebung in Richtung Altcoins ist der Markt noch weit von den Euphorie-Levels des letzten Bullruns entfernt. Damals, im vierten Quartal 2021, standen Bitcoin und Ethereum jeweils bei 16 Prozent, während kleinere Kryptos ganze 68 Prozent beisteuerten. Ganz so defensiv wie im Bärenmarkt 2022 sind die Käufer auf Coinbase aber auch nicht mehr. Die ausgeglichene Drittelung in Q4 2022 zwischen BTC, ETH und Altcoins hat sich deutlich in Richtung der riskanteren Smallcaps verschoben. Ein Top-Signal sind diese Volumensdaten aber noch nicht. Der Markt befand sich in Q3 irgendwo zwischen Vorsicht und zarter Euphorie.

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Simeon Koch

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