Bankenkrise 2.0? Sorgen um US-Kreditmarkt belasten Bitcoin und Aktien
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Bankenkrise 2.0? Sorgen um US-Kreditmarkt belasten Bitcoin und Aktien

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Arcan Askin

Die wichtigsten Punkte

Die US-Finanzwelt wird von neuen Krisenherden erschüttert: Die Regionalbanken Zions Bancorp und Western Alliance melden massive Kreditausfälle und Betrugsvorwürfe, was ihre Aktien um über zehn Prozent abstürzen lässt. Die Pleiten der Autozulieferer First Brands und Tricolor ziehen Kreise bis zu den Großbanken JPMorgan und Jefferies. JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnt vor weiteren "Kakerlaken" im System, während Investoren in Panik in sichere Häfen wie Gold flüchten, das ein neues Rekordhoch erreicht. Die Angst vor einer Bankenkrise 2.0 ist zurück.

Der Dammbruch: Regionalbanken unter Druck

Die Idylle am US-Bankenmarkt ist vorbei. Am Donnerstag brachen die Aktien von Zions Bancorp um zwölf Prozent ein, nachdem die Bank eine Abschreibung von 50 Millionen Dollar auf zwei faule Kredite ihrer kalifornischen Tochtergesellschaft bekannt gab. Fast zeitgleich stürzte die Aktie der Western Alliance um elf Prozent ab, nachdem die Bank eine Klage wegen eines mutmaßlichen Betrugsfalls einreichte. Diese Hiobsbotschaften rissen den gesamten Sektor mit sich und schickten den Regionalbanken-Index um fast sechs Prozent in den Keller. Die Vorfälle sind keine isolierten Einzelfälle, sondern Symptome einer tieferliegenden Krise. Sie folgen auf die spektakulären Pleiten der Autozulieferer First Brands und Tricolor im September, die bereits bei Großbanken wie JPMorgan und Jefferies zu Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe führten. Die Nervosität ist greifbar, denn die Parallelen zur Bankenkrise 2023 und sogar zur Subprime-Krise 2008 sind unübersehbar.

Dimons Kakerlaken-Warnung: "Wo eine ist, sind mehr"

Die schärfste Warnung kommt von höchster Stelle. JPMorgan-Chef Jamie Dimon, der mit der Tricolor-Pleite bereits 170 Millionen Dollar abschreiben musste, goss zusätzlich Öl ins Feuer. Auf einer Analystenkonferenz sagte er den Satz, der seitdem an der Wall Street widerhallt: "Wenn man eine Kakerlake sieht, gibt es wahrscheinlich mehr." Eine unverblümte Warnung, dass die faulen Kredite bei Zions und Western Alliance nur die Spitze des Eisbergs sein könnten.

Dimons Kommentar hat die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt. Investoren und Analysten fragen sich nun, welche weiteren Risiken in den Bilanzen der Banken schlummern, insbesondere im undurchsichtigen Markt für Privatkredite und im "Shadow Banking"-Sektor. Die Pleite von First Brands, bei der Vermögenswerte in Milliardenhöhe "einfach verschwanden", hat gezeigt, wie schnell die Lage außer Kontrolle geraten kann.

Flucht in sichere Häfen: Gold auf Rekordhoch

Die Reaktion der Märkte war unmittelbar und heftig. Anleger ziehen in Scharen Kapital aus Aktien ab und flüchten in traditionell sichere Häfen. Gold avancierte zum großen Gewinner der Krise und schoss auf ein neues Rekordhoch von 4.378 Dollar pro Unze. Mit einem Wochenplus von 7.8 Prozent erlebte das Edelmetall den stärksten Anstieg seit der Lehman-Pleite 2008. Auch der Schweizer Franken und der japanische Yen legten deutlich zu.

Risiko-Assets wie Aktien und Kryptowährungen gerieten hingegen unter massiven Verkaufsdruck. Der S&P 500 und der Dow Jones schlossen deutlich im Minus, während die europäischen Bankaktien um fast drei Prozent nachgaben. Auch Bitcoin konnte sich dem Abwärtsdruck nicht entziehen und fiel im Zuge der allgemeinen Marktpanik. Die Botschaft der Anleger ist klar: In unsicheren Zeiten zählt nur Sicherheit.

FAQ:

Welche Banken sind von der Bankenkrise betroffen?

Aktuell sind vor allem die US-Regionalbanken Zions Bancorp und Western Alliance direkt von Kreditausfällen betroffen. Auch die Investmentbank Jefferies leidet unter ihrem Engagement beim insolventen Autozulieferer First Brands. Die Großbank JPMorgan Chase musste im Zusammenhang mit der Tricolor-Pleite bereits 170 Millionen Dollar abschreiben. Die Krise könnte sich jedoch auf weitere Banken ausweiten, die in den Bereichen Gewerbeimmobilien und Privatkredite stark engagiert sind.

Wohin mit Geld bei Bankenkrise?

In einer Bankenkrise suchen Anleger nach sicheren Häfen. Dazu gehören traditionell physisches Gold, Staatsanleihen von Ländern mit höchster Bonität (z.B. US-Treasuries oder deutsche Bundesanleihen) und stabile Währungen wie der Schweizer Franken oder der japanische Yen. Die Rolle von Bitcoin ist umstritten: Einerseits wird es als "digitales Gold" beworben, andererseits verhält es sich in Krisenzeiten oft wie ein Risiko-Asset und fällt mit den Aktienmärkten.

Welche Banken sind von der Pleite bedroht?

Eine konkrete Aussage über drohende Pleiten ist schwierig. Besonders gefährdet sind jedoch Banken mit einem hohen Anteil an faulen Krediten, einer schwachen Kapitaldecke und einer starken Abhängigkeit von unsicheren Märkten wie Gewerbeimmobilien. Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass vor allem kleinere und mittelgroße Regionalbanken in den USA unter besonderer Beobachtung stehen. Die Pleiten der Silicon Valley Bank und Signature Bank 2023 haben die Risiken in diesem Sektor deutlich gemacht.

Was passiert mit meinem Geld bei einer Finanzkrise?

In den meisten westlichen Ländern sind Bankeinlagen bis zu einer bestimmten Höhe staatlich abgesichert. In den USA schützt die FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) Einlagen bis zu 250.000 Dollar pro Kunde und Bank. In der Europäischen Union sind durch die nationale Einlagensicherung in der Regel 100 000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Beträge, die über diese Grenzen hinausgehen, können im Falle einer Bankenpleite verloren gehen.

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Arcan Askin

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