Die wichtigsten Informationen des Artikels auf einen Blick:
Donald Trump hat angekündigt, 100-Prozent-Zölle auf importierte Halbleiter zu erheben. Ausgenommen sind Unternehmen, die in den USA produzieren oder Investitionen in die US-Fertigung zugesagt haben. Firmen wie Apple, Nvidia, TSMC und Samsung sind dieser Forderung nachgekommen, um den Zöllen zu entgehen. Apple reagierte etwa prompt mit einer neuen Investitionszusage über 100 Milliarden US-Dollar in den USA. Experten sehen in dem Vorgehen der US-Regierung Risiken für globale Lieferketten und befürchten in Zukunft deutlich höhere Preise für Elektronikprodukte.
Trump kündigt 100-Prozent-Zölle auf Halbleiterimporte an
US-Präsident Donald Trump plant, sämtliche importierten Halbleiter mit einem Strafzoll von 100 % zu belegen. Die Ankündigung erfolgte im Oval Office bei einem Treffen mit Apple-Chef Tim Cook. Trump begründete den Schritt damit, dass er die Abhängigkeit der USA von ausländischen Chipproduzenten reduzieren und die Fertigung wieder in die Vereinigten Staaten holen wolle.
Laut Trump sind Unternehmen von den Zöllen ausgenommen, die bereits in den USA produzieren oder verbindlich zugesagt haben, dies künftig zu tun. Er sagte im Oval Office: „Wenn Sie in den Vereinigten Staaten von Amerika bauen, fällt keine Gebühr an.“ Neben Apple sollen laut Angaben von Regierungsvertretern auch Nvidia, TSMC und Samsung von der Maßnahme ausgenommen sein, da sie über Produktionsstandorte in den USA verfügen oder dort investieren.
Apple investiert weiter in die USA und wird verschont
Apple kündigte im Beisein Trumps eine weitere Investition von 100 Milliarden US-Dollar in seine US-Produktionskapazitäten an, zusätzlich zu bereits zugesagten 500 Milliarden. Damit sollen Komponenten für iPhones künftig vermehrt in 24 Fabriken in 12 US-Bundesstaaten gefertigt werden. Zwar wird die Endmontage weiterhin im Ausland stattfinden, doch Trump akzeptierte Apples Engagement als ausreichenden Beleg für die geforderte Rückverlagerung der Produktion.
Neben Apple sollen auch andere Chipfirmen von der Zoll-Ausnahme profitieren, sofern sie in den USA investieren. Nvidia, der führende KI-Chip-Hersteller, betreibt Produktionsstandorte in den USA und hatte bereits im April angekündigt, Supercomputer künftig dort bauen zu wollen. TSMC und Samsung, zwei führende Auftragsfertiger, sind mit Milliardeninvestitionen in US-Fabriken ebenfalls auf Trumps Linie eingeschwenkt.
Risiken für globale Lieferketten und steigende Preise
Während ausgewählte Großkonzerne geschont werden, könnte die Maßnahme kleinere Produzenten in Asien hart treffen. In Ländern wie den Philippinen, wo Chips über 70 Prozent der Exporte ausmachen, ist die Sorge groß. Auch in den USA selbst warnen Ökonomen vor steigenden Preisen für Elektronik, Autos und Haushaltsgeräte, denn nahezu alle modernen Geräte enthalten Halbleiter. Zudem bleibt offen, wie Unternehmen, die auf globale Lieferketten angewiesen sind, die Kriterien für eine Ausnahme erfüllen sollen.
Was sind Halbleiter und warum sind sie so wichtig?
Halbleiter sind Materialien, die elektrische Leitfähigkeit besitzen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Sie liegen also zwischen Leitern (wie Kupfer) und Nichtleitern (wie Glas). Deshalb heißen sie Halbleiter.
Warum sind Halbleiter so wichtig?
Weil man mit ihnen elektronische Bauteile herstellen kann, zum Beispiel:
KI-Chips
Mikrochips
Prozessoren
Speicherchips
Sensoren
Diese Bauteile stecken in fast allem, was elektronisch funktioniert: Smartphones, Computern, Autos, Fernsehern, Kühlschränken und natürlich auch in KI-Chips, also Chips, die speziell für Künstliche Intelligenz entwickelt werden.
Was macht einen Halbleiter besonders?
Das Besondere ist, dass man die Leitfähigkeit gezielt steuern kann, z. B. durch Temperatur oder durch das sogenannte Dotieren (Einbringen von Fremdatomen). Dadurch kann man elektronische Schaltungen bauen, die genau das machen, was man will, wie ein Schalter oder ein Verstärker.
Der bekannteste Halbleiter ist Silizium, aus diesem Material bestehen die meisten Computerchips.




