Apple-Rückkehr nach Russland? Sensation um iPhones in Moskau
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Apple-Rückkehr nach Russland? Sensation um iPhones in Moskau

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

In Moskau sind Apples neueste iPhone-17-Modelle überraschend in den Handel gekommen, und das, obwohl der US-Konzern seit 2022 offiziell keine Geräte mehr in Russland verkauft. Möglich wird das durch sogenannte Parallelimporte, also den Umweg über Drittstaaten. Der größte Händler Restore: meldet dabei 66 Prozent mehr Vorbestellungen als im Vorjahr, obwohl die Smartphones in Russland deutlich teurer sind als in den USA. Während die Nachfrage groß ist, bleibt Apple selbst offiziell weiter vom russischen Markt fern. Und auch die weltweite Nachfrage nach dem iPhone 17 ist stark: Laut Reuters hat Apple seine Zulieferer gebeten, die Produktion für das Einstiegsmodell um mindestens 30 Prozent zu erhöhen.

Überraschender Verkaufsstart in Moskau

Viele Beobachter waren überrascht, als die neuen iPhone-17-Modelle plötzlich in Moskauer Geschäften auftauchten. Offiziell hatte Apple seinen Vertrieb in Russland vor drei Jahren eingestellt, nachdem der Ukraine-Krieg begann und zahlreiche westliche Unternehmen ihr Geschäft dort beendeten. Trotzdem standen in den Läden in Moskau Ausstellungsstücke bereit, und die ersten Bestellungen konnten ab dem 20. September 2025 abgeholt werden. Das erzeugte ein erhebliches Medieninteresse, weil es so wirkte, als würde Apple zurückkehren, was aber nicht der Fall ist. Vielmehr nutzen russische Händler eine rechtliche Sonderregelung, um die Geräte ins Land zu holen.

Warum Apple eigentlich nicht in Russland verkauft

Um zu verstehen, warum der iPhone-Verkauf in Russland so ungewöhnlich ist, muss man etwas zurückblicken. 2022 zog sich Apple, wie viele andere westliche Firmen, aus Russland zurück. Gründe waren die Sanktionen gegen das Land und politische Entscheidungen, die Unternehmen in Zugzwang brachten. Apple stellte den offiziellen Verkauf ein und deaktivierte Dienste wie Apple Pay. Seitdem gibt es keine direkte Verbindung mehr zwischen Apple und dem russischen Markt. Dennoch möchten viele Kundinnen und Kunden die neuesten Modelle haben, und genau hier kommt das Konzept der Parallelimporte ins Spiel.

Parallelimporte: Der Umweg über Drittländer

Parallelimporte bedeuten, dass ein Produkt über andere Länder eingeführt wird, ohne dass der Hersteller daran beteiligt ist. Im Fall der iPhones in Russland bedeutet das: Händler kaufen die Geräte beispielsweise in der Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder anderen Märkten und bringen sie anschließend nach Russland. Die russische Regierung erlaubt diese Praxis ausdrücklich, weil sie verhindern möchte, dass westliche Produkte komplett vom Markt verschwinden. Für die Käuferinnen und Käufer heißt das, dass sie zwar die neuen iPhones bekommen, diese aber deutlich teurer sind. Auch Serviceleistungen wie Garantie oder Reparatur können schwieriger sein, da Apple offiziell nicht mehr im Land präsent ist.

Nachfrage trotz hoher Preise

Besonders bemerkenswert ist, dass die Nachfrage nach den iPhones ungebrochen stark ist – trotz eines erheblichen Preisaufschlags. So kostet das iPhone 17 mit 256 Gigabyte Speicherplatz in Russland rund 119.990 Rubel, das entspricht etwa 1.437 US-Dollar. In den USA liegt der Listenpreis für dasselbe Gerät bei 799 US-Dollar, in Deutschland bei 949 Euro. Trotzdem berichtete der große Händler Restore: von 66 Prozent mehr Vorbestellungen als noch im Jahr zuvor. Auch andere Anbieter wie der Mobilfunkbetreiber MTS meldeten starkes Kundeninteresse. Das zeigt, dass Apple-Produkte in Russland trotz aller Umstände weiterhin sehr beliebt sind.

Offiziell kein Comeback von Apple

Auch wenn die neuen Geräte in Moskau zu sehen sind, hat Apple selbst bislang keine Anzeichen gegeben, dass es ein offizielles Comeback plant. Anfragen nach einer Stellungnahme blieben unbeantwortet. In Russland mussten Anbieter inzwischen eigene Bezahllösungen entwickeln, da Apple Pay nicht mehr funktioniert. Banken wie Sber oder T-Bank haben deshalb eigene Systeme eingeführt. Dennoch bleibt Apple eine feste Größe: 2024 war die Marke gemessen am Umsatz die stärkste im Land, auch wenn beim Stückabsatz Hersteller wie Xiaomi vorne lagen.

Weltweite Nachfrage treibt Produktion an

Während in Russland die Aufmerksamkeit auf den Parallelimport liegt, geht es international vor allem um die Produktionszahlen. Das iPhone 17 scheint weltweit hervorragend anzukommen. Laut einem Bericht von Reuters hat Apple Zulieferer gebeten, die Produktion des günstigeren Einstiegsmodells um mindestens 30 Prozent hochzufahren. Grund dafür ist, dass das Basismodell in diesem Jahr Funktionen bekommen hat, die früher nur den teureren Pro-Versionen vorbehalten waren. Damit spricht Apple ein breiteres Publikum an, was sich auch in den Vorbestellungen widerspiegelt. Das könnte langfristig dazu führen, dass das Standardmodell wichtiger für den Unternehmenserfolg wird als bisher.

Wirtschaftlicher Hintergrund in Russland

Die starke Nachfrage nach den neuen iPhones in Russland wirkt auf den ersten Blick überraschend, denn die wirtschaftliche Lage im Land ist laut Medienberichten angespannt. 2025 waren die Zinsen so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr, und das Land kämpft mit einem großen Haushaltsdefizit. Trotzdem zeigt sich, dass viele Menschen bereit sind, viel Geld für Technik auszugeben. Zudem nutzen viele Menschen iPhones nicht nur zum Telefonieren, sondern auch für bestimmte Apps und Dienste. So greifen Nutzer vermehrt auf FaceTime zurück, nachdem Sprachfunktionen in populären Apps wie WhatsApp und Telegram in Russland eingeschränkt wurden.

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Carlo Schmid

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