Das Wichtigste der WWDC 2025 im Überblick:
Apple hat auf seiner WWDC-Konferenz iOS 26 vorgestellt und damit ein umfassendes Redesign namens Liquid Glass angekündigt, das mit durchsichtigen Icons und 3D-Effekten für einen futuristischen Look sorgen soll. Auch das iPad erhält ein großes Update mit MacBook-ähnlichem Multitasking. In puncto Künstliche Intelligenz enttäuschte Apple jedoch: Trotz einer neuen Übersetzungsfunktion und einem Bildanalyse-Tool blieb der Konzern hinter den Erwartungen zurück. Das große Siri-Update lässt weiterhin auf sich warten. Übrigens: Das Wort Siri wurde während der WWDC Keynote ganze zwei Mal erwähnt.
Liquid Glass, iOS26 und KI-Enttäuschung
Apple-Geräte erstrahlen künftig in ganz neuem Look: Auf der jährlich in San Francisco stattfindenden Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple ein „völlig neues Kapitel“ angekündigt, das „unsere Design-Sprache für die nächsten Jahre grundlegend verändern wird“. Die Rede ist von Liquid Glass, zu Deutsch so viel wie flüssiges Glas. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Überarbeitung der Benutzeroberfläche von iPhones, iPads und MacBooks, die auf halbtransparente Icons, glänzende Glas- und dezente 3D-Effekte setzt. Implementiert wird die neue Aufmachung der Apple-Geräte mit dem neuen Betriebssystem iOS 26, das ebenfalls in San Francisco vorgestellt wurde.
Die Apple-Aktie hat sich nach dem Tief Anfang April bei 168 US-Dollar wieder deutlich erholt. Eine neuerliche Zwischenkorrektur dürfte kurz bevorstehen.
Liquid Glass war aber nicht die einzige Neuerung, die Apple auf der WWDC präsentierte. Eine lange erwartete Überarbeitung der iPad-Nutzeroberfläche soll Apples Tablets noch näher an die User Experience des MacBooks rücken. Außerdem werden die Kamera- und Telefon-App des iPhones neu gestaltet. Natürlich kam auch Künstliche Intelligenz zur Sprache – ausgerechnet beim aktuellen Trendthema schlechthin blieb Apple aber kleinlaut.
Zwar wurde eine simultane Übersetzungsfunktion für Anrufe und Videotelefonate vorgestellt, der Rückstand auf KI-Konkurrenten wie Meta oder Microsoft bleibt aber erheblich. Auch die runderneuerte Sprachassistenz Siri bleibt länger in der Warteschleife als zuvor erwartet.
Liquid Glass: iPhone wird zum Schaukasten
„Wir bei Apple sind schon immer davon überzeugt, dass es die enge Verbindung von Hardware und Software ist, die unsere Interaktion mit Technologie intuitiv, schön und angenehm macht“, fasste Alan Dye, Apples Vizepräsident für Interface-Design, die Idee hinter der neuen Gestaltung von Apples Flagship-Geräten zusammen. Liquid Glass heißt der neue iOS-Chic und wurde von Dye als „unser umfassendstes Design-Update aller Zeiten“ vorgestellt. Es soll „das Fundament legen für ganz neue Nutzererfahrung in der Zukunft und sogar die einfachsten Interaktionen spannender und magisch machen“.
Übergeordnet arbeitet Apple am Ausbruch auf neue Allzeithochs. Dafür muss der Kurs zunächst den Widerstand bei rund 260 Dollar durchstoßen.
Dafür kombiniert Liquid Glass laut Dye „die optische Schönheit von Glas mit der fließenden Ästhetik, die nur Apple erreicht, weil es sich an den individuellen Inhalt und Content anpasst“. Konkret bringt Liquid Glass teiltransparente Icons mit dezenten 3D-Effekten, durchsichtige Menüleisten im Milchglas-Look oder auch zoombare Schieberegler für Bildschirmhelligkeit oder Lautstärke, deren Aussehen an Wassertropfen erinnert. Auch Pop-up-Fenster, etwa für Bildbearbeitung in der Galerie, werden transparenter und sollen durch weichere Reaktionen auf Berührungen noch reibungsloser wirken.
Zusätzlich zeigte Apple in einem Promo-Video Möglichkeiten, den Startbildschirm noch aufgeräumter zu gestalten und farblose, fast durchsichtige App-Icons zu nutzen. Dazu habe man „die fundamentalen Elemente neu gedacht, die unsere Software definieren“, resümierte Alan Dye. Indem es „sich dynamisch an Bewegungen anpasst“ soll Liquid Glass „ein neues Level von Lebendigkeit für jeden Aspekt der Nutzererfahrung bringen“. Im Video sah man etwa die Uhrzeit-Anzeige des Sperrbildschirms, die sich mit Schatten-Effekten vom Hintergrund abhob, bei Bewegungen des Geräts leicht verschob. Der Bildschirm wirkt damit wie eine Art dreidimensionaler Schaukasten.
iOS und iPad werden runderneuert
Kommen wird das gläsern inspirierte Design-Update mit dem neuen Betriebssystem iOS 26, das auf seinen Vorgänger iOS 18 folgt und ab dem iPhone 11 verfügbar sein wird. Künftig werden alle Apple-Betriebssysteme gerätübergreifend – egal ob iPadOS, VisionOS oder MacOS dieselbe Zählweise übernehmen. Die neue Nummerierung, die sich an der jeweils folgenden Jahreszahl orientiert, soll auch dabei helfen, die Aktualität des eigenen Geräts einfacher überprüfen zu können.
KI-Konkurrent Meta attackiert nach dem April-Knick schon wieder Allzeithoch-Bereiche. Bevor neue Rekorde geschrieben werden, steht auch hier eine Korrektur an.
Für das iPhone bringt das neue Update neben Liquid Glass weitere Übersichtlichkeit: Die Kamera- und Telefon-App werden abgespeckt, indem Foto-Optionen sowie Listen von Anrufen, Kontakten und Nachrichten jeweils in einem Menü zusammengefasst werden.
Gute Nachrichten gab es auch für iPad-Nutzer. Um die Professionalität von Apples Tablets zu steigern, bekommt das iPad nun einen ähnlichen Multitasking-Modus wie das MacBook: Offene Apps können auf dem Desktop nun überlagert und verschoben werden. Diese Mehrfenster-Lösung nennt Apple Windows. Außerdem bekommen iPads eine neue Menüleiste, wodurch die Grenzen zwischen MacBook und Tablet weiter verschwimmen. Auch das Schnellansicht-Feature für Dateien, das bisher dem MacBook eigen ist, kommt bald aufs iPad.
Trotz Live-Übersetzung: Apples KI-Pläne enttäuschen
Apple und KI, das ist so eine Sache. Als viele Konkurrenten schon emsig an autonomen Modellen tüftelten, setzte Apple seine Prioritäten anders und bastelte an einem eigenen Elektroauto, das obendrein noch autonom fahren sollte. Dass man damit alles andere als im technologischen Trend lag, erkannte man Anfang vergangenen Jahres. Kurzerhand wurde das Project Titan, wie Apple seine Autopläne vollmundig nannte, eingestampft und durch neue Kapazitäten zur KI-Entwicklung ersetzt. Seitdem hinkt Apple den großen KI-Vorreitern aus dem Silicon Valley hinterher und schien sich zwischenzeitlich sogar Meta, Google und Co. anzudienen, um ein wenig aufzuholen.
Die Aktie der Alphabeit-Mutter Google kann mittelfristig noch einmal in Richtung der 100-Dollar-Marke zurücksetzen, bevor es in Richtung neuer Allzeithochs gehen kann.
Mit der Vorstellung von iOS 18 im Juni des vergangenen Jahres rief Apple dann eine KI-Offensive aus. Dazu kündigte der Konzern mit Apple Intelligence ein autonomes Modell an, das Sprache und Bilder verstehen und generieren sowie Aktionen in Apps selbstständig durchführen sollte. Auch ein größeres Update für Siri wurde damals in Aussicht gestellt – geliefert hat Apple bisher allerdings nur teilweise. In Sachen KI schlugen die Verantwortlichen auf der Entwicklerkonferenz vergangene Woche leise Töne an.
Versprochen wurde ein Tool zur Live-Übersetzung bei FaceTime-Videoanrufen und die sogenannte Visual Intelligence. Dabei handelt es sich um eine Art Bildersuche, mit deren Hilfe man Elemente wie etwa Abbildungen auf dem Bildschirm wählen und automatisch analysieren lassen kann. Google bietet diese Funktion als Circle-to-Search schon seit einiger Zeit für Android-Nutzer an. Bei der wichtigsten KI-Neuerung, nämlich der runderneuerten Siri-Assistenz, musste Apple seine Fans allerdings vertrösten. Weiterhin ist unklar, wann die neuen Nutzungsmöglichkeiten kommen werden, die man schon im vergangenen Jahr angekündigt hatte. Der Weg zur iPhone-KI bleibt also steinig.
Häufig gestellte Fragen rund um die WWDC:
Was ist WWDC?
Die WWDC ist Apples jährliche Entwicklerkonferenz, bei der neue Software und Technologien vorgestellt werden. Entwickler und Fans aus aller Welt erfahren dort, welche Neuerungen Apple für seine Betriebssysteme wie iOS, macOS oder watchOS plant. Die WWDC dient außerdem als Plattform für Workshops, Keynotes und technische Sessions rund um Apples Produkte.
Was bedeutet WWDC?
WWDC steht für „Worldwide Developers Conference“. Es handelt sich dabei um eine internationale Entwicklerkonferenz, die Apple jedes Jahr veranstaltet, um Neuerungen mit der weltweiten Entwickler-Community zu teilen. Die Abkürzung hat sich weltweit als Markenname für das Event etabliert.
Warum iOS 26?
Apple hat auf der WWDC 2025 sein neues Betriebssystem iOS 26 vorgestellt. Die neue Nummerierung folgt einem Systemwechsel: Künftig sollen alle Apple-Betriebssysteme anhand der Jahreszahl benannt werden, um für mehr Klarheit bei der Aktualität der Software zu sorgen. iOS 26 ist damit die Version für das Jahr 2026.
Wann ist die nächste WWDC?
Die WWDC findet traditionell im Juni statt. Auch 2026 wird die nächste Konferenz voraussichtlich Anfang Juni stattfinden, wieder in San Francisco oder online. Ein genaues Datum nennt Apple meist erst wenige Wochen vor dem Event.




