Startet die Altcoin-Season? Coinbase mit astronomischen Zahlen
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Startet die Altcoin-Season? Coinbase mit astronomischen Zahlen

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Simeon Koch

Ist der Bitcoin-Bull Run schon vorbei? Kommt die Altcoin-Rallye noch? Diese Fragen treiben den Krypto-Markt in den vergangenen Wochen um. Und das ist nur allzu verständlich, schließlich korrigierte der Bitcoin seit seinem neuen Allzeithoch im März um zwischenzeitlich mehr als 20 Prozent. Deutlich härter traf es die Altcoins: Innerhalb weniger Tage brach die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen abzüglich der beiden Marktführer Bitcoin und Ethereum so stark ein wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Hinzu kommt, dass die im Januar zugelassenen Bitcoin-Spot-ETFs in den Vereinigten Staaten nach anfänglich rekordverdächtigen Zuflüssen plötzlich rote Zahlen schreiben. Und zu allem Überdruss geraten auch die traditionellen Märkte unter Druck, mit denen Bitcoin und Co. zuletzt stark korrelierten. War’s das also schon mit dem Bullenmarkt?

Als wichtiger Indikator für bullische Tendenzen im Markt entpuppte sich in der jüngeren Vergangenheit die in den Vereinigten Staaten beliebte Krypto-Börse Coinbase. Zwei Jahre lang schrieb Coinbase rote Zahlen – bis zum letzten Quartal des vergangenen Jahres. Und kurz darauf nahm auch der Bitcoin richtig Fahrt auf. Der gestern veröffentlichte Bericht für das zurückliegende erste Quartal liefert erneut formidable Statistiken zu Umsatz, Gewinn und Handelsvolumen auf der Plattform. Heißt das nun, dass der Krypto-Markt sein Top schon gesehen hat? Oder wiederholt sich die Geschichte von Ende 2023 und eine Rallye steht unmittelbar bevor? Einige wichtige Kennzahlen aus den Coinbase-Büchern lassen vermuten, dass der Bullenmarkt noch nicht zu voller Entfaltung gekommen ist: Ähnlich wie in den Frühphasen vergangener Zyklen führt der Bitcoin den Markt an, die Euphorie institutioneller und vor allem privater Investoren scheint noch verhalten.

Coinbase vervielfacht Gewinn – und trotzt der SEC

So stark stand Coinbase schon lange nicht mehr im Fokus. Im Januar wurde bekannt, dass das Unternehmen für gleich mehrere Bitcoin-ETF-Emittenten als offizieller Verwahrer fungiert. Wenn Investoren also etwa bei BlackRock ETF-Anteilsscheine kaufen, werden die zur Deckung notwendigen Bitcoins auf Coinbase hinterlegt. Schon damals wurden Coinbase deshalb sprunghafte Zuwächse bei Transaktionsvolumen und Gewinn prophezeit. Vor wenigen Wochen konnte Coinbase dann auch noch einen Teilerfolg gegen die nordamerikanische Börsenaufsicht (engl.: Securities and Exchange Commission; kurz: SEC) verbuchen: Die SEC konfrontierte Coinbase mit ihrem notorischen Vorwurf, illegale Wertpapiere zu handeln, weil Altcoins nicht den Regulierungsstandards von Aktien entsprechen. Das Verfahren läuft zwar noch, mit Blick auf die neu implementierte Coinbase-Wallet, die Zugang zu weitaus mehr Kryptowährungen bietet als die Handelsplattform selbst, hat das zuständige Gericht die SEC-Klage aber bereits abgeschmettert. Und das, obwohl Experten davon ausgegangen waren, dass der Prozess besonders der Coinbase-Wallet gefährlich werden könnte.

Die Coinbase-Zahlen für Q1 2024, nebst Analysten-Prognosen sowie Q1 und Q4 2023.

Die Erfolgssträhne von Coinbase will aktuell aber einfach nicht reißen. Gestern präsentierte die Plattform ihre Quartalszahlen für die ersten drei Monate des aktuellen Jahres. Und das Ergebnis pulverisierte selbst die zuversichtlichsten Schätzungen. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 113 Prozent auf $1.64 Milliarden, der Nettogewinn explodierte um fast 1600 Prozent auf rund $1.18 Milliarden. Analysten hatten sich mit einer Umsatzerwartung von $1.37 Milliarden im Vergleich zu den $950 Millionen im vierten Quartal 2023 schon weit aus dem Fenster gelehnt. Im Winter 2023 hatte Coinbase lediglich $770 Millionen umgesetzt und war auf einem Verlust von $78.9 Millionen sitzen geblieben. Umso positiver war die Überraschung, dass die Milliardenmarke so deutlich geknackt werden konnte. Explosiv stieg auch der Gewinn je Aktie: Nach einem Minus von $0.34 im ersten Quartal 2023 trumpfte man nun mit ganzen $4.40 auf. Gleichzeitig verdoppelte sich auch das allgemeine Handelsvolumen auf $312 Milliarden.

Coinbase-Volumen: Bullenmarkt fängt gerade erst an

Besonders bei den Handelsvolumina lieferten die Coinbase-Quartalszahlen interessante Aufschlüsse über den Status des Bullenmarktes. So hatte der Bitcoin in den letzten drei Monaten mit 34 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil am gesamten Transaktionsvolumen auf der Plattform, Ethereum hinkte mit 13 Prozent deutlich hinterher. Bitcoin bewegt sich damit auf dem Niveau vom letzten Bärenmarkttief, das sich in den Coinbase-Zahlen für das vierte Quartal 2022 widerspiegelt, Ethereum verlor im Vergleich zur Phase rund um den FTX-Crash sogar 19 Prozent Handelsanteil. Zwar konnten auch die Altcoins im Verhältnis zum Winter 2022 um 30 Prozent zulegen und schoben sich in den letzten drei Monaten dank eines Anteils von 43 Prozent am gesamten Transaktionsvolumen sogar am Bitcoin vorbei. Zustände wie beim letzten Zyklustop im Herbst 2021 sind bisher aber nicht annähernd erreicht worden. Die Altcoin-Season hat noch nicht begonnen.

Transaktionsvolumen auf Coinbase Q1 2024, nebst letztem Bullen- und Bärenmarkt

Rund um das letzte Zyklus-Top ging die Bitcoin-Dominanz so stark zurück, dass die größte Kryptowährung bei Coinbase auf 16 Prozent des gesamten Handelsvolumens fiel, während die Altcoins auf 68 Prozent explodierten. Nimmt man Ethereum dazu, kommt man auf deutlich über 80 Prozent. Im Moment deuten die Coinbase-Statistiken darauf hin, dass sich der Bullenmarkt noch in seiner Frühphase befindet. Das Muster vergangener Zyklen wiederholt sich: Zuerst steigt der Bitcoin an und führt den Markt. Die Altcoins erleben einen ersten Schub, fallen dann aber wieder deutlich ab im Vergleich zur Bitcoin-Dominanz. Zu beachten ist bei den Coinbase-Zahlen, dass der “Altcoin-Crash” aus dem April nicht ins erste Quartal fiel und damit beim jüngsten Geschäftsbericht nicht berücksichtigt wurde. Entwickelt sich der aktuelle Bull Run ähnlich wie die bisherigen, sollte die Bitcoin-Dominanz auch auf Coinbase in den nächsten Monaten stark zurückgehen und Platz machen für starke Anstiege der Altcoins. Die Annahme, dass der Bullenmarkt noch nicht zur vollen Entfaltung gelangt ist, wird aber auch durch die aktuellen Zahlen zum totalen Handelsvolumen gestützt.

Wann erreicht der Bullenmarkt sein Top?

Private Käufer gaben auf Coinbase zwischen Januar und März $56 Milliarden aus, institutionelle Investoren kamen auf $256 Milliarden. Im Vergleich zum Bärenmarkt sind das beträchtliche Steigerungen von 180 (privat) und 105 Prozent (institutionell) – relativ zum letzten Bullenmarkt sind diese Zahlen aber gering. Das Transaktionsvolumen privater Konten ging im Vergleich zum Jahresschluss 2021 um mehr als zwei Drittel zurück, das der Institutionellen immerhin um 31 Prozent. Und auch das Verhältnis zwischen privaten und institutionellen Geldflüssen ist noch nicht vollständig auf Bull Run-Niveau. Im vierten Quartal 2021 machten private Käufer ein Drittel des gesamten Handelsvolumens aus. Im Moment ist es weniger als ein Fünftel. Die Kleinanleger, die zur heißen Phase des Bullenmarktes für die finalen Anstiege sorgen, sind offenbar noch nicht da. Das deckt sich mit unserer technischen Analyse, der zufolge die wichtigsten Kryptowährungen in diesem Zyklus noch großes Wachstumspotenzial besitzen. Bleiben Sie auf dem neuesten Stand und verpassen Sie keinen lukrativen Einstieg mehr mit unseren Analysepaketen zu Bitcoin/Ethereum und den Altcoins!

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Simeon Koch

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