AMD meldet Rekordergebnisse im zweiten Quartal 2025
#Global Markets

AMD meldet Rekordergebnisse im zweiten Quartal 2025

Author

Esma Sakalli

Wichtige Kennzahlen des Q2 2025 im Überblick

Umsatz: 7.69 Milliarden US-Dollar (+32 Prozent im Jahresvergleich, Q2 2024: 5.84 Milliarden US-Dollar)

Bruttomarge: 40 Prozent (Non-GAAP bereinigt: 43 Prozent; ohne Sondereffekte ca. 54 Prozent)

Operatives Ergebnis (EBIT): –134 Mio. US-Dollar (Verlust durch einmalige Kosten; Non-GAAP bereinigt: +897 Millionen US-Dollar Gewinn)

Nettogewinn: 872 Millionen US-Dollar (verwässertes Ergebnis je Aktie: 0.54 US-Dollar, Non-GAAP bereinigt: 781 Millionen US-Dollar bzw. 0.48 US-Dollar je Aktie)

Freier Cashflow: ca. 1.18 Milliarden US-Dollar (Rekordwert, deutliche Steigerung gegenüber Vorjahr)

Rekordumsatz trotz Export-Restriktionen

AMD hat im zweiten Quartal 2025 einen Rekordumsatz von 7.69 Milliarden US-Dollar erzielt, trotz Herausforderungen durch Exportkontrollbeschränkungen für seine Instinct MI308 Datenzentrum-GPU.

Das Unternehmen verzeichnete eine Bruttomarge von 40 Prozent und einen operativen Verlust von 134 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 872 Millionen US-Dollar, was einem verwässerten Gewinn pro Aktie von 0.54 US-Dollar entspricht. Auf Non-GAAP-Basis betrug die Bruttomarge 43 Prozent, das operative Einkommen 897 Millionen US-Dollar und der Nettogewinn 781 Millionen US-Dollar, mit einem verwässerten Gewinn pro Aktie von 0.48 US-Dollar. Die Exportkontrollbeschränkungen führten zu Lagerbestands- und damit verbundenen Kosten in Höhe von 800 Millionen US-Dollar. Ohne diese Belastungen hätte die Non-GAAP-Bruttomarge etwa 54 Prozent betragen.

Server- und PC-Chips als Wachstumstreiber

Hinter dem Rekordumsatz stehen vor allem die starken Verkaufszahlen von Prozessoren. AMDs Geschäft mit Server-CPUs der EPYC-Serie boomte im zweiten Quartal: Viele Rechenzentren und Cloud-Anbieter setzen vermehrt auf EPYC-Chips, um ihre Infrastruktur zu betreiben. Damit konnte AMD in diesem lukrativen Markt weiter Marktanteile von Intel gewinnen – ein Trend, der bereits seit einigen Jahren anhält.

Auch im PC-Geschäft legte AMD ein bemerkenswertes Comeback hin. Die Ryzen-Prozessoren für Desktops und Notebooks erzielten neue Absatzrekorde, was zusammen mit einer Belebung des GPU-Geschäfts (Grafikkarten) zu einem Umsatzsprung von 69 Prozent in der kombinierten Client- und Gaming-Sparte führte.

Dieses Segment erreichte mit 3.6 Milliarden US-Dollar Umsatz ein neues Allzeithoch. Ein wichtiger Faktor war die Erholung des PC-Markts: Nach der Flaute der vergangenen Jahre stieg die Nachfrage nach PCs im Jahr 2025 wieder an – angetrieben durch Nachholeffekte, neue Produktgenerationen und den bevorstehenden Support-Ende von Windows 10, der viele Unternehmen zu Hardware-Upgrades bewegt.

Datenzentrum: KI-Chips von Exportbremse gebremst

Das Data-Center-Segment (Rechenzentrums-Geschäft) wuchs ebenfalls, wenn auch moderater: Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 3.2 Milliarden US-Dollar. Haupttreiber war auch hier die anhaltend hohe Nachfrage nach EPYC-Serverprozessoren. Gerade im Cloud-Geschäft und bei großen Unternehmen konnte AMD laut eigenen Angaben weitere Kunden hinzugewinnen.


Interessanterweise spielt dabei auch ein neuer Trend eine Rolle: Agentic AI – so bezeichnet AMD neue KI-Anwendungen, bei denen zusätzliche Server-Prozessoren gefragt sind. Für jede Anfrage an eine KI (etwa das Generieren eines Textes durch einen KI-Beschleuniger) werden im Hintergrund zahlreiche CPU-Berechnungen ausgelöst. Diese Entwicklung kurbelt die Nachfrage nach klassischen Server-CPUs zusätzlich an, da Rechenzentren neben GPUs auch mehr CPU-Kapazität aufbauen müssen.

AMD startet KI-Offensive mit neuen Partnerschaften

Während das Tagesgeschäft brummt, verliert AMD nicht die Zukunft aus dem Blick. CEO Lisa Su und ihr Team nutzen die derzeitige Stärke, um strategische Initiativen voranzutreiben – vor allem im Bereich künstliche Intelligenz. Auf dem hauseigenen Event Advancing AI 2025 hat AMD kürzlich seine neuesten KI-Lösungen präsentiert, darunter die Beschleuniger-Serie Instinct MI350.

Diese GPUs der nächsten Generation sollen in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen und mit hoher Leistung bei Training und Inferenz von KI-Modellen punkten. AMD kündigte an, mit den MI350-Beschleunigern bis zu 4-fache Leistungssteigerungen gegenüber der Vorgängergeneration zu erreichen. Damit zielt der Hersteller direkt auf das Segment, das derzeit von Marktführer NVIDIA mit dessen A100/H100-Chips dominiert wird.


Parallel zur Produkt-Offensive treibt AMD auch Partnerschaften und Portfolio-Bereinigungen voran. Ein bemerkenswerter Schritt ist die Veräußerung des kürzlich zugekauften Rechenzentrums-Infrastrukturgeschäfts von ZT Systems: AMD gab im Mai eine Vereinbarung bekannt, das Server-Produktionsgeschäft von ZT Systems an den Fertigungsspezialisten Sanmina zu verkaufen – für insgesamt 3 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien. Dieser Deal, der voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen wird, ist Teil von AMDs Strategie, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Strategische Kooperation und zukünftige Entwicklungen

Abschließend kündigte AMD strategische Partnerschaften, Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz und Expansionspläne für Prozessoren und Embedded-Lösungen an. Zudem hat AMD eine Vereinbarung zum Verkauf seines Datenzentrum-Infrastrukturgeschäfts an Sanmina für 3 Milliarden US-Dollar getroffen.

Im Ausblick auf die kommenden Monate plant AMD, seine Marktpräsenz weiter auszubauen und die Entwicklung neuer Technologien voranzutreiben. Dies umfasst auch die Fortsetzung der strategischen Investitionen, um die Position im Bereich der Hochleistungsrechner und künstlichen Intelligenz zu stärken.

Fazit: AMDs Erfolgsserie

AMD hat mit den Q2-Resultaten 2025 eindrucksvoll bewiesen, dass das Unternehmen auf Wachstumskurs bleibt. Rekordumsätze und hohe Gewinnsprünge in den Kerngeschäften zeigen eine Firma, die nach jahrelangem Aufholprozess nun in der ersten Liga der Chipindustrie spielt. Die Strategie, sowohl im Hochleistungs-Computing (Server, KI) als auch im Consumer-Segment (PC, Gaming, Embedded) breit aufgestellt zu sein, zahlt sich aus: Schwächen in einem Bereich können durch Stärken in einem anderen ausgeglichen werden.

Die zweite Jahreshälfte 2025 verspricht spannend zu werden. AMD steht vor dem Marktstart seiner MI300/MI350-Beschleuniger, mit denen es in der KI-Arena gegen NVIDIA antreten will. Gelingt es, hier auch nur einen Teil der riesigen Marktnachfrage abzuschöpfen, könnte AMDs Wachstum eine weitere Schubphase erleben.

Author

Esma Sakalli

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.