Amazon arbeitet an eigenen Smart-Brillen
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Amazon arbeitet an eigenen Smart-Brillen

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

Amazon entwickelt mit dem Projekt Jayhawk erstmals smarte Konsumentenbrillen mit Kamera, Mikrofonen, Lautsprechern und einem farbigen Display, die Ende 2026 oder Anfang 2027 erscheinen sollen. Parallel entsteht mit Amelia ein Modell für Lieferfahrer, das Navigations- und Zustellinformationen direkt ins Sichtfeld einblendet. Damit tritt Amazon in direkten Wettbewerb mit Meta, das seit 2023 Millionen Smart Glasses verkauft und bald ein neues Modell vorstellen will. Ob Amazons Brillen echten AR-Funktionen entsprechen oder vor allem als smarte Anzeige brillieren, bleibt offen – klar ist aber, dass das Unternehmen den Wettlauf um die Schnittstelle nach dem Smartphone eröffnet.

Amazons heimlicher Einstieg ins Brillengeschäft

Amazon arbeitet an einem Produkt, das den Markt für smarte Brillen durcheinanderwirbeln könnte. Unter dem internen Codenamen Jayhawk entsteht eine Konsumentenbrille mit Mikrofonen, Lautsprechern, Kamera und einem farbigen Display im rechten Sichtfeld. Bis Ende 2026 oder Anfang 2027 soll das Gerät auf den Markt kommen, berichten Insider. Damit würde Amazon direkt gegen Meta antreten, das seit 2023 mit seinen Ray-Ban Meta Smart Glasses Millionen Geräte verkauft hat und mit einer neuen Generation in Kürze nachlegen will.

Für Amazon wäre es nicht die erste Brille: Seit 2019 existieren die Echo Frames, die Musik abspielen, Telefonate ermöglichen und Alexa-Befehle verarbeiten. Doch das neue Modell geht darüber hinaus, weil es erstmals visuelle Inhalte einblenden soll – ein entscheidender Schritt vom reinen Audio-Gadget zur echten Datenbrille.

Zwei Modelle, zwei Zielgruppen

Interessant ist, dass Amazon parallel an einer zweiten Brille arbeitet. Während Jayhawk auf den Massenmarkt zielt, entwickelt das Unternehmen ein robusteres Modell für die eigene Logistik, intern Amelia genannt. Diese Version ist weniger elegant, dafür funktional: Sie soll Zustellern Navigationsanweisungen und Paketinformationen direkt ins Sichtfeld projizieren. Laut den Berichten könnte sie schon im zweiten Quartal 2026 eingeführt werden, zunächst mit einer Stückzahl von etwa 100 000. Beide Modelle nutzen dieselbe Display-Technologie, unterscheiden sich aber in Design und Einsatzzweck.


Amazon folgt damit einer doppelten Strategie: Einerseits wird die Lieferkette optimiert, andererseits betritt man ein Geschäftsfeld, in dem sich Meta, Apple und andere Tech-Giganten bereits positionieren. Ob Jayhawk als Teil der Echo-Reihe erscheint oder als neue Marke etabliert wird, ist offen. Klar ist jedoch: Amazon verknüpft Hardware-Entwicklung eng mit seiner Kernlogik, nämlich Alltagsprozesse – ob beim Einkaufen, im Smart Home oder nun auch im Straßenverkehr – durch nahtlose digitale Schnittstellen zu steuern.

Konkurrenz mit ungewisser Richtung

Der Markt, in den Amazon eintritt, ist noch jung und unscharf definiert. Während Meta für sein Projekt den Namen Hypernova nutzt und von einem Preis um 800 US-Dollar ausgegangen wird, bleibt bei Amazon nicht nur der Preis, sondern auch die endgültige Funktionalität unklar. Experten betonen, dass es sich eher um smarte Brillen mit Anzeigen handeln könnte, nicht um vollwertige Augmented-Reality-Systeme mit räumlich verankerten 3D-Inhalten. Dennoch ist der Schritt bemerkenswert, weil Amazon damit die Chance hat, seine Dienste – von Alexa über Musik bis hin zu Shopping – direkt ins Blickfeld der Nutzer zu bringen.

Ob dies gelingt, hängt von mehr ab als nur der Technik: Batterielaufzeit, Datenschutz und Design werden über den Erfolg entscheiden. Klar ist nur, dass Amazon mit Jayhawk nicht länger Zuschauer bleibt, sondern aktiv versucht, Metas Vorsprung im Bereich der smarten Brillen zu verkürzen. Und damit beginnt ein neues Kapitel im Wettlauf der Tech-Konzerne um das nächste große Interface nach dem Smartphone.

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Esma Sakalli

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