Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
Umsatz H1 2025: 29.6 Milliarden Euro (+3 Prozent gegenüber H1 2024)
Gewinn Q2 2025: 732 Euro Millionen (Verdreifachung gegenüber Q2 2024)
Bereinigtes EBIT Q2 2025: ~1.6 Milliarden Euro (nahezu verdoppelt)
Auslieferungen H1 2025: 306 Passagierjets (vs. 323 im Vorjahr)
Gemischte Halbjahresbilanz trotz Lieferengpässen
Airbus hat im ersten Halbjahr 2025 trotz anhaltender Produktionsprobleme und Lieferengpässen eine gemischte Bilanz vorgelegt. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern steigerte seinen Umsatz zwar um 3 Prozent auf 29.6 Milliarden Euro, doch die Entwicklung verlief in den Geschäftsbereichen sehr unterschiedlich. Insbesondere Verkehrsflugzeuge – das größte Segment – verzeichneten einen leichten Umsatzrückgang um 2 Prozent, bedingt durch geringere Auslieferungen.
Verteidigung und Raumfahrt hingegen legten um 17 Prozent zu, und auch die Helikopter-Sparte wuchs um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Divergenz unterstreicht die unterschiedlichen Dynamiken innerhalb des Konzerns: Während Rüstung und Spezialgeschäft vom aktuellen Umfeld profitieren, kämpft das Flugzeuggeschäft mit Lieferkettenproblemen.
Herausforderungen durch Lieferengpässe
Ein zentrales Problem, das Airbus im laufenden Jahr bremst, sind erhebliche Lieferengpässe bei Triebwerken – insbesondere beim Mittelstrecken-Bestseller A320neo. Zulieferer kommen mit der Produktion der modernen Triebwerke nicht hinterher. So stehen an den Airbus-Standorten aktuell rund 60 nahezu fertiggestellte Flugzeuge auf Halde, denen lediglich die Triebwerke fehlen.
Die Folge: Auslieferungen verschieben sich ins zweite Halbjahr. Von Januar bis Juni 2025 konnten lediglich 306 Verkehrsflugzeuge an Airlines übergeben werden – etwa 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Viele der eigentlich für das Frühjahr vorgesehenen Jets sollen nun bis Jahresende nachgeliefert werden.
Trotz dieser operativen Turbulenzen bleibt die Nachfrage der Kundschaft ungebrochen. er Auftragsbestand kletterte damit auf den historischen Höchstwert von 8.754 Flugzeugen. Das entspricht mehr als zehn Produktionsjahren auf dem aktuellen Auslieferungsniveau – ein klares Zeichen, dass Airlines weltweit weiterhin stark auf Airbus setzen.
Produktionspläne und zukünftige Perspektiven
Um die starke Nachfrage zu bedienen und die Rückstände aufzuholen, fährt Airbus seine Produktionspläne in den kommenden Jahren deutlich hoch. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten bleibt insbesondere die A320neo-Familie das Rückgrat der Airbus-Produktion und -Auftragslage – und hier hat Airbus ehrgeizige Ausbaupläne. Aber auch bei den größeren Modellen zieht der Markt an. Folgende Steigerungen der Fertigungsraten sind in Vorbereitung:
A320neo-Familie: Hochlauf auf 75 Jets pro Monat bis 2027 (von aktuell rund 50).
A220 (kleine Single-Aisle): Hochlauf auf 14 Jets pro Monat ab 2026 (derzeit ca. 6).
A330neo: Steigerung auf 5 Maschinen pro Monat bis 2029 (von 4 aktuell).
A350: Steigerung auf 12 Maschinen pro Monat bis 2028 (von ca. 6 aktuell).
Ausblick: Steigende Produktion und neue Marktchancen
Trotz kurzzeitiger Turbulenzen in der Lieferkette blickt Airbus insgesamt zuversichtlich nach vorne. Die kommenden Monate stehen im Zeichen der Aufholung: Gelingt es, die ausstehenden Maschinen mit Triebwerken zu versehen und planmäßig auszuliefern, dürfte Airbus 2025 seine Ziele erreichen und sogar einen neuen Auslieferungsrekord verzeichnen.




