Das Wichtigste in Kürze:
- Warren Buffett blieb bis zu seinem Rückzug offen für Übernahmen bis 100 Milliarden US-Dollar.
- Berkshire Hathaway verfügte zuletzt über 381.6 Milliarden US-Dollar an Liquidität.
- Geeignete Großziele fehlten aus Buffets Sicht zu angemessenen Preisen.
Abschied eines Ausnahmeinvestors nach sechs Jahrzehnten
Warren Buffett hat sich zum Jahreswechsel aus dem operativen Geschäft von Berkshire Hathaway zurückgezogen und die Führung an Greg Abel übergeben. Nach 60 Jahren an der Spitze des Konglomerats endet damit eine der prägendsten Karrieren der Wirtschaftsgeschichte. In seinem letzten Interview als CEO zeigte sich der 95-Jährige ruhig und selbstkritisch.
Er erklärte offen, dass körperliche Veränderungen wie ein unsicherer Gleichgewichtssinn und eine veränderte Stimme ihm verdeutlicht hätten, dass der richtige Zeitpunkt für den Rückzug gekommen sei. Dennoch blieb Buffett bis zuletzt geistig präsent und strategisch aktiv. Sein Blick war weiterhin auf große Übernahmen gerichtet, die Berkshire langfristig stärken könnten.
Milliardenreserve ohne passende Ziele
Trotz seines Abschieds blieb Buffett auf der Suche nach einem sogenannten Elefanten-Deal. Berkshire Hathaway verfügte zuletzt über eine Rekordliquidität von 381.6 Milliarden US-Dollar. Diese enorme Summe resultierte vor allem aus dem Abbau großer Aktienpositionen, darunter Apple und Bank of America. Beide Beteiligungen zählen weiterhin zu den größten des Konzerns, wurden jedoch deutlich reduziert.
Buffett machte klar, dass nicht die Größe eines möglichen Deals das Problem gewesen sei. Er betonte, jederzeit bereit gewesen zu sein, auch 100 Milliarden US-Dollar zu investieren. Entscheidend sei allein gewesen, dass er keine Unternehmen gefunden habe, die groß genug waren und zugleich zu einer aus seiner Sicht angemessenen Bewertung gehandelt wurden.
Disziplin als zentrales Prinzip
In den vergangenen Jahren tätigte Berkshire zwar weiterhin Übernahmen, doch diese blieben im Verhältnis zur Liquidität überschaubar. Im Oktober kaufte der Konzern das Chemiegeschäft OxyChem für 9.7 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte Berkshire 2022 den Versicherer Alleghany für 11.6 Milliarden US-Dollar übernommen. Buffett bezeichnete kleinere Zukäufe offen als kaum relevant für die Gesamtgröße des Konzerns.
Gleichzeitig warnte er erneut davor, Bargeld als langfristig attraktiven Vermögenswert zu betrachten. Dennoch hielt er hohe Reserven für unverzichtbar. Er verglich Liquidität mit Sauerstoff, der im Alltag wenig koste, in kritischen Momenten jedoch überlebenswichtig sei.
Erwartungen an die neue Führung
Mit Greg Abel übernimmt ein langjähriger Weggefährte die operative Verantwortung. Abel spielte eine zentrale Rolle beim Ausbau des Energiegeschäfts und gilt als erfahrener Manager. Dennoch könnte der Druck auf ihn höher sein als auf seinen Vorgänger.
Berkshire Hathaway verfügt über enorme finanzielle Mittel, während die Aktie zuletzt hinter der Entwicklung des breiten Marktes zurückblieb. Für Investoren rückt damit die Frage in den Fokus, wie das Kapital künftig eingesetzt wird. Buffets Botschaft zum Abschied ist eindeutig: Geduld und Disziplin haben Vorrang vor Aktionismus.
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FAQ
Ist Berkshire Hathaway die teuerste Aktie der Welt?
Ja. Die Aktie von Berkshire Hathaway gilt als die teuerste börsennotierte Aktie weltweit, da sie nie gesplittet wurde und direkt die Wertentwicklung des gesamten Konglomerats abbildet.
Was genau macht Berkshire Hathaway?
Berkshire Hathaway ist ein diversifizierter Beteiligungskonzern mit Schwerpunkten in Versicherungen, Energie, Industrie, Konsumgütern und einem großen Aktienportfolio mit langfristigen Minderheitsbeteiligungen.






